Zweifelhafte Schlagzeilenmeldung als toxischer Aufmacher – DEWEZET vom 12.09.2019

Gelesen? –  Haftbefehl gegen 6.000 Extremisten nicht vollstreckt. 4.500 Islamisten werden bundesweit gesucht.

„Dieser Staat kriegt nichts in den Griff. Was macht eigentlich die Polizei – hilflos. Man muss richtig Angst bekommen. Wir brauchen wieder eine starke Hand.“

Was denken Sie bei dieser Schlagzeile? Sind die obigen Gedanken überzogen? Kann man davon ausgehen, dass jeder auch den Beitrag ließt oder prägt die schnell überflogene Schlagzeile allein schon das Unterbewusstsein? Haben Sie den Beitrag in der DEWEZET vom 12. September gelesen? Verstanden? Es ist gar nicht so einfach. Daher hier zur Schlagzeile einige Ausführungen – aber auch zur DEWEZET, denn dieser Artikel wurde von der Heimatzeitung, die ansonsten die überregionalen Beiträge von der HAZ/Verlag Madsack übernimmt, alleine eingefügt. Der Beitrag findet sich nicht (!) in der HAZ vom 12. September. Aus gutem Grund finde ich.

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Zeitungsvergleich macht stutzig: Klimaschutz-Kriminalisierung des stellvertr. Chefredakteurs Thomas Thimm in der DEWEZET

Man achte auf die Feinheiten!

Grundsätzlich übernimmt die DEWEZET auf ihren überregionalen Seiten die Berichte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ/Verlagshaus Matsack). Von der DEWEZET wird die Titelseite lokalisiert, d.h. in der Regel mit einem lokalen Aufmacherbild versehen, was ich sehr gut finde. Einblicke in die individuelle Redaktionspolitik der Nachrichtenweitergabe der DEWEZET geben die Veränderungen der Titelseiten, die sich dann erschließen, wenn man HAZ und DEWEZET nebeneinanderhält. Dazu ein tagesaktuelles Beispiel:

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Vor 30 Jahren – Die Ausgabe Nr. 1 der Hamelner BUND-Brennessel erschien 1989

Es war schon damals (1989) der Ärger über die einseitige Berichterstattung der DEWEZET – mit der Auslöser, die erste Brennessel des BUND Hameln herauszugeben. Bis 2018 folgten ungezählt weitere Ausgaben. Zunächst als gedruckte Hefte, später als Mail-Newsletter und Facebookseite.

„De Nettel brennt keen, de ni bang is.“

Die ersten Texte wurden mit einem Atari St geschrieben, die Bilder ausgeschnitten und aufgeklebt. Die Auflage betrug zunächst 200 Exemplare. Es gab noch keine Anzeigen und ich glaube wir haben die Blätter der ersten Ausgabe noch selbst fotokopiert und zusammengeheftet. Die Themen von damals sind (leider) heute noch genau so aktuell:

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Journalismusmathematik? Oder einfach nur kritische Berichterstattung ohne Hintersinn?

Auf Seite 1 der Hameln-Ausgabe der DEWEZET wird mit großer Aufmachung über das fehlende Mülltrennungskonzept zum Tag der Umwelt im Bürgergarten Hameln berichtet. Thematisiert wird das etwa fünf (von 37) Stände, die Essen oder Getränke verkaufen im letzten Jahr nicht alle auf Mehrweggeschirr setzen. So seine im vergangen Jahr beispielsweise zahlreiche Einwegbecher einer Eismanufaktur zusammen mit Papier und Probierlöffelchen in der Restmülltonne gelandet. Fehlanzeige bei der Mülltrennung! Einzelheiten sind online als Bezahlartikel nachzulesen unter:

https://www.dewezet.de/region/hameln_artikel,-tag-der-umwelt-ohne-muelltrennung-_arid,2566808.html?fbclid=IwAR1sFszSWHTTwELNOKJVePWHQi3V1JriViojW9g2RXZfx8tVMJPdvGcJGr

Der Zeitung ist der Vorgang nicht nur die Titelseite sondern auch noch ein Kommentar wert. Peinlicher Disziplinmangel bei einer Öko-Prestigeveranstaltung? Nebenbei wird in einem Info-Beitrag über die Förderung der Stadt Hameln in Höhe von 10.000 Euro informiert.

Auf Facebook gabs unter dem DEWEZET-Link zum Beitrag prompt zwei Kommentare: Von „Wasser predigen und selber Wein saufen“ ist die Rede und von Ökobolschiwisten, die wenn sie in Berlin drankommen für gute Nacht sorgen…

Bewertung: Eins und eins ist zwei.

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„Jämmerliches Geheule der Polizei“ (?)

Eine (weitere) Zeitungskritik.

Teil 2: Thema „Leserbriefverrohung“

#dewezetkorrektiv

Am 15.07.2019 veröffentlichte die DEWEZET im überregionalen Teil einen Bericht, in dem die (meine) Gewerkschaft der Polizei (GdP) Probleme der Polizei bei der Vollstreckung von Haftbefehlen beschreibt und eine personelle Verstärkung der Fahndungsgruppen fordert.

Am 19.07.2019 – erstaunlich schnell = vier Tage später, veröffentlicht die Redaktion auf der Leserbriefseite oben links, verstärkt mit einem aufmerksamkeitsheischenden Foto und der Schlagzeile: „Jämmerliches Geheule der Polizei“ eine Lesermeinung. Sprachlich ist nicht nur die herausgehobene Schlagzeile bemerkenswert. Da unterstellt der Verfasser, dass bei nahezu jedem Missstand unserer Republik die GdP und der Beamtenbund mit „jämmerlichem Geheule“ mehr Beamte, ab besten gleich mit dem passenden Parteibuch fordert. Exekutive (und Legislative) seien fest in der Hand von Parteien und Gewerkschafter, ohne „verbrieftes Glaubensbekenntnis (Partei- oder Gewerkschaftsbuch“ sei in unseren Staatsorganen keine Karriere zu machen.

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Prügelt den Boten! (?) Eine (erneute) Zeitungskritik – Teil 1 (Lügde-Missbrauch)

Es ist bei weiten nicht so, dass ich mich über den Sinkflug der Tageszeitung (siehe: http://hamelnerbote.de/?p=4090) freue. Stirbt die Zeitung, stirbt die Demokratie. Das war und ist für mich ein echtes Risiko, denn eine Demokratie braucht interessierte Bürger, die sich für das Geschehen in der Politik auf allen Ebenen, und eben auch in der Lokalpolitik informieren. Für die Lokalpolitik ist die professionelle Lokalzeitung immer noch der Hauptinformationsfaktor. Für uns in Hameln die DEWEZET. Wenn sich die Menschen von ihrer Lokalzeitung abwenden, wie informieren Sie sich dann über das lokal(politische) Geschehen in unserer Stadt? Interessiert nicht mehr? Dann kann auch Lokalpolitik nicht mehr funktionieren.
Bei der DEWEZET aber wird es zunehmend schwierig.

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Abonnementenzahlen im Sinkflug. Situation der DEWEZET in Zahlen

Daten zur Krise der Tageszeitung/en:

Die Krise der Tageszeitungen in Deutschland betrifft auch die DEWEZET. Die Verkaufszahlen der deutschen Lokal- und Regionalzeitungen sinken auf teilweise dramatisches Niveau. So ein Bericht der Internetseite meedia.de vom 22.07.2019.

Anlass, sich erneut die Zahlen für unsere lokale Heimatzeitung anzusehen.  Die Daten dazu sind öffentlich auf der Internetseite ivw.eu recherchierbar.

Demnach sank im zweiten Halbjahr 2019 im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 bei der DEWEZET Ausgabe Hameln:

Verbreitung:      – 979      gleich    – 4,93 %

Verkauf:              – 892      gleich    – 4,74 %

Abonnement:   – 750      gleich    – 4,49 %

Drucklauflage:   – 1223    gleich    – 5,85 %

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Lügde: Die „Volkswutstimmung“, die bei Facebook sichtbar wird, macht mir Sorgen.

Am 17.07..2019 veröffentlichte u.a. der Focus und die DEWEZET eine Erstmeldung über ein Urteil im Fall Lügde die dann in den lokalen Facebookgruppen hohe Reaktionen auslösten. Konkret ging es um ein abgetrenntes Nebenverfahren gegen eine Person, die der Anstiftung und Beihilfe zum sexuellen und schweren Missbrauch von Kindern schuldig gesprochen wurde. Der Täter hat in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen teilgenommen, bei denen auf dem Campingplatz in Lügde ein Kind missbraucht wurde. Zudem wurde er wegen des Besitzes von kinderpornografischen Fotos und Videos verurteilt. Der 47 jährige war geständig, er ist nicht vorbestraft. Die Richterin bezeichnete seine Tat als „schäbig und menschenverachtend“. Der Mann wurde von einen Gutachter als voll schuldfähig eingestuft. Er hatte vor der Verhandlung sieben Monate in Untersuchungshaft gesessen.

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Bericht und Nebenwirkung – #dewezetkorrektiv Titelseitenberichterstattung Lügde.

Nach ein paar ruhigen Tagen (fast hätte man wieder von normaler Lokalberichterstattung sprechen können) schlagen einen die Meldungen über den Missbrauchsfall in Lügde wieder auf der Titelseite der DEWEZET entgegen. Interessant im Vergleich dazu die Schwerpunktsetzung der HAZ auf der Titelseite. Auch sich zu den Details der Berichterstattung würde ich gerne einiges schreiben, ich schenke mir das aus Zeitmangel.

Möchten die Leser wirklich am Samstagmorgen beim Frühstück die Abartigkeiten der Täter und das Leid der Kinder in Detailbeschreibungen lesen? Mir ist das in dieser Aufbereitung zuwider! Das ist Skandal-/Emotionsjournalismus auf der dunklen Ebene der BILD.

Es verschwimmen Grenzen, sowohl im vormals ehr bodenständigen Lokaljournalismus, wie auch im Internet auf seriösen Seiten. Es wird viel mehr zugelassen, was früher von der Wortwahl her noch undenkbar war.

Welche Nebenwirkungen zumindest bei einigen Menschen die fortlaufende und m.E. in der Darstellungshäufigkeit, Plazierung und Detailbeschreibung unangemessene Zeitungsarbeit unserer Heimatzeitung hat, kann man dann sehr gut an einigen Kommentaren auf der DEWEZET-Facebookseite nachlesen.

Hier Beispiele:

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DEWEZET-Projekt „Die Zerstörung des Landrates“? – Ein Berichtsrückblick. (01.06.-08.06.2019)

#dewezetkorrektiv. Unter diesem Hashtag habe ich ja schon einige Kommentare über die Berichterstattung der DEWEZT zum Fall Lügde verfasst. Es wird Zeit für ein Update.

Am 1. 6. gab es im überregionalen Teil (Seite Blickpunkt – also nicht Lokalverantwortung) eine gutes Fakteninterview mit dem Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

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