Verlaufsbericht und Lokalgedanken: Game Over – VHS Vortrag mit H.-P. Martin im Lalu im Hefehof

Das Hamelner Forum hatte eingeladen: Game Over – Wohlstand für wenige, Demokratie für niemand, Nationalismus für alle – und dann?

Der frühere SPIEGEL-Journalist, Autor und ehemalige unabhängige Europaabgeordnete aus Österreich Hans-Peter Martin kam fast 45 Minuten zu spät, dennoch harrten bzw. sammelten sich Interessierte und hörten aufmerksam zu. Rund 50 Zuhörer waren erschienen, Altersschnitt 50/60+ mit wenig Ausnahmen. 2/3 männlich. Als „Prominenz“ ist Johannes Schraps, MdB der SPD aus unserem Wahlkreis zu nennen. Wer nicht dabei war, hat einen sprunghaften, aber auch recht guten Vortrag mit einigen interessanten, anregenden Äußerungen verpasst.

Die DEWEZET (Herr Truchsess) berichtet lesenswert am 26.04.2019 in der DEWEZET. Radio Aktiv brachte einen Vorbericht mit einigen Aussagenkernen des Vortrages. Nachzuhören hier: http://listen.radio-aktiv.de/beitraghoeren.php?id=30549

Beide Beiträge bieten einen guten Einblick in den Vortrag. Ich fand folgende Thesen/Sätze spannend:

„In weiten Kreisen der Weltelite gibt es kein Interesse mehr zu kommunizieren.“ Die Eliten wenden sich von der Demokratie ab. Gesellschaftliche Verantwortung würde nicht mehr übernommen. Eine Präsenz in den Orten, in denen man lebt, wäre nicht mehr bedeutsam. Gerade bei jungen, reichen Menschen sei die die Sehnsucht nach dem starken Mann nach dem Beispiel Chinas festzustellen. Dieser soll die „Resozialisierung“ der Reichen verhindern und würde ein geringeres Risiko darstellen als die Demokratie. Diese befände sich hier in einem Zangengriff.

Abseits von Facebook beschäftigte sich Martin mit den Medien und sprach im Zusammenhang mit der Liberalisierung von einem „Stockholm-Syndrom der Journalisten“, von „Blasenmenschen“, die nicht mehr die Möglichkeit haben, rauszukommen.

Die liberale Demokratie sein aus seiner Sicht eine Fehlkonstruktion, wenn das soziale Fundament fehle. Am Beispiel China sprach er von einem „brutalkapitalistischen Überwachungskommunismus, der gute Menschen züchten wolle“.

Wenn aus Wutbürger Wahlbürger werden und rechtsnationales Gedankengut in die Parlamente käme, dann wären nur die bisher geparkten „Schläfer“ aktiviert, die jetzt wieder wählen würden.

Viele Denkanstöße.

Tatsächlich stellt sich die Frage, wo denn in Hameln die Wirtschaftseliten, Verantwortungsträger der Firmen (reichen Menschen) tatsächlich noch öffentlich oder gemeinnützig in Erscheinung treten?

Einzelbilder von Ralf Hermes, 24.04.2019:

Ralf Hermes, 27.04.2019

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