Eugen Roth: „Mahnung“

Mit Bildern vom Einsiedlerbach in Hameln:

„Mahnung“

Die Welt, bedacht auf platten Nutzen, 

sucht auch die Seelen auszuputzen. 

Das Sumpfentwässern, Wälderroden, 

schafft einwandfreien Ackerboden

und schon kann die Statistik prahlen, 

mit beispiellosen Fortschrittszahlen, 

doch langsam merkens auch die Deppen, 

die Seelen schwinden und versteppen, 

denn nirgends mehr soweit man sieht, 

gibt es ein Seelenschutzgebiet.

Kein Wald drin Traumes Vöglein sitzen, 

kein Bach drin Frohsinns Fischlein blitzen, 

kein Busch im Schmerz sich zu verkriechen, 

kein Blümlein Andacht rauszuriechen, 

nichts als ein ödes Feld mit Leuten, 

bestellt es restlos auszubeuten, 

drum wollt ihr nicht zugrunde gehen, 

lasst noch ein bisschen Wildnis stehen.

von Eugen Roth (1966)

Infos zum Baugebiet Einsiedlerbach unter:

https://hamelnerbote.de/?tag=einsiedlerbach

Herral, 10.04.2021

Zum Dichter:

https://www.deutschlandfunk.de/vor-125-jahren-geboren-ein-mensch-der-eugen-roth-hiess.871.de.html?dram:article_id=468606

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