Stellungnahme des Kreissportbundes zum Familienreport 2025 der Stadt Hameln

Hameln, 22.02.2026: Am 18.02.2026 wurde in der Ausschusssitzung „Familie, Kindertagesstätten, Schule und Sport“ der Familienreport der Stadt Hameln vorgestellt. Hier die Stellungnahme des KSB im Wortlaut:

Der Kreissportbund Hameln-Pyrmont begrüßt grundsätzlich die Initiative, mit dem Familienreport 2025 eine Bestandsaufnahme zur Lebenssituation von Familien in Hameln vorzulegen.
Gleichzeitig stellen wir mit großer Verwunderung fest, dass zentrale Aspekte
der kommunalen Daseinsvorsorge im Bereich Gesundheit, Bewegung und Sport im Bericht keine angemessene Berücksichtigung finden.

  1. Bewegungsmangel und gesundheitliche Folgekosten
    Der zunehmende Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen ist wissenschaftlich belegt. Steigende Adipositas-Raten, motorische Defizite sowie Haltungsschäden sind keine Randerscheinungen mehr, sondern strukturelle Herausforderungen.
    Sportvereine erleben tagtäglich:
  • deutliche Rückgänge koordinativer Fähigkeiten
  • geringere Grundlagenausdauer
  • steigende psychosoziale Belastungen im Schulalter

Wenn ein kommunaler Familienreport diese Entwicklungen nicht systematisch betrachtet, bleibt er in einem zentralen Feld der Daseinsvorsorge unvollständig.

  1. Psychische Stabilität und Resilienz
    Sport vermittelt mehr als Bewegung:
  • Teamfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Selbstwirksamkeit
  • Resilienz

Gerade angesichts zunehmender psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen ist Sport ein niedrigschwelliger, präventiver Schutzfaktor.

Diese präventive Funktion wird im Familienreport nicht angemessen gewürdigt.

  1. Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt
    Sport ist eines der wirkungsvollsten Integrationsinstrumente unserer Gesellschaft.
    Gerade Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund finden über den Verein Zugang
    zu:
  • Sprache
  • Regeln
  • demokratischen Strukturen
  • ehrenamtlichem Engagement
    Der Sport führt Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status zusammen.
    Dass dieser Aspekt im Bericht keine strukturelle Rolle spielt, ist aus Sicht des organisierten Sports ein erhebliches Defizit.

4. Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter
Bewegung ist ein zentraler Faktor für:

    • Sturzprävention
    • Erhalt der Mobilität
    • soziale Teilhabe
    • Pflegevermeidung
      Ein ganzheitlicher Familienbegriff umfasst auch Generationenperspektiven. Prävention durch Sport entlastet langfristig kommunale Haushalte.

    5. Sport als kommunale Infrastrukturaufgabe
    Sport ist kein Freizeitluxus, sondern Teil der kommunalen Infrastruktur.
    Sportstätten, Vereinsförderung und qualifizierte Übungsleitende sind Bausteine der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.

    Ein Familienreport, der diese Perspektive nicht integriert, greift zu kurz.


    Forderungen des Kreissportbundes

    1. Ergänzung des Familienreports um ein eigenes Kapitel „Gesundheit, Bewegung und Sport“
    2. Aufnahme belastbarer Daten zur motorischen Entwicklung von Kindern in Hameln
    3. Entwicklung eines kommunalen Bewegungs- und Präventionskonzeptes
    4. Systematische Einbindung der Sportvereine als Partner der Familienpolitik
    5. Verankerung von Sport als Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge

    Der Familienreport 2025 der Stadt Hameln ist hier einsehbar:


    herral, 22.02.2026

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