Hameln, 20.04.2026: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) übersandte folgende Pressemitteilung.
NGG Hannover: „Reformpaket darf Menschen, die arbeiten, nicht noch weiter abhängen“
Der Kreis Hameln-Pyrmont und seine zwei Welten:
Auf 1.389 Beschäftigte kommt 1 Einkommensmillionär
Vor der eigenen Haustür treffen Welten aufeinander: Es gibt 37 Einkommensmillionäre im Landkreis Hameln-Pyrmont. Gleichzeitig haben 51.400 Menschen einen Job – sie arbeiten vor allem im Handwerk, in der Industrie und in der Dienstleistung, um ihr Geld zu verdienen. Damit kommen im Landkreis Hameln-Pyrmont 1.389 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Menschen, der ein Einkommen von mindestens einer Million Euro pro Jahr hat. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Kreis Hameln-Pyrmont hingewiesen. Die NGG Hannover beruft sich dabei auf Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen und der Arbeitsagentur.
„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Kreis Hameln-Pyrmont aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Lena Lange. Die Geschäftsführerin der NGG Hannover warnt dabei „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage im Kreis Hameln-Pyrmont“. Die Gesellschaft gerate immer mehr aus den Fugen.
„Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen. Von denen, die keine Arbeit haben oder mit Armut im Alter klarkommen müssen, ganz zu schweigen. Das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“, sagt Lena Lange.
Die Gewerkschafterin appelliert jetzt an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont und der Region, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition „sozialen Kurs zu halten“. Lena Lange: „Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm.“ Erbschaften und Vermögen würden dagegen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens bringen.
Auf keinen Fall dürfe Arbeit stärker besteuert werden als Kapitaleinkommen – also Zinsen, Dividenden von Aktien oder Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren. Denn dafür falle meistens pauschal nur eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung seien das A und O der Reformen, die der Bund jetzt anschieben müsse. „Ein Durchschnittspaar zahlt immerhin 43 Prozent Steuern und Abgaben“, sagt Lange. Das müsse Schwarz-Rot jetzt ändern.
Die heimischen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD müssten jetzt dafür sorgen, dass „die anstehenden Reformen der Bundesregierung bei Steuern, Rente, Gesundheit & Co. die Kluft zwischen Arm und Reich überwinden und nicht noch größer machen“. Dabei dürften eine Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz keine Tabus sein.
Ihre
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Region Hannover
herral , 20.04.2026
Na dass ist ja mal ein anspruchsvoller Ansatz ,
Warum sollen die Vasallen die Hand beißen die sie füttert?
Missstände werden erst dann geändert wenn sie für große Mehrheiten unerträglich werden und da sind wir für viele Bevölkerungsteile noch lange nicht!