Vereinbarung zur dauerhaften Förderung des Dokumentations- und Lernort Bückeberg unterzeichnet

Hameln, 01.06.2026: Der Landkreis hatte für Freitag, 29.06.2026 zu einem Pressetermin ins Kreishaus eingeladen um über Neuerungen zum Dokumentations- und Lernort Bückeberg zu informieren. radio aktiv berichtete schon darüber. Jetzt hat der Landkreis eine Info über den Termin versandt:


Bericht von Joachim Stracke auf radio aktiv:


Presseinfo Landkreis vom 01.06.2026:

Dauerhafte Förderung stärkt Dokumentations- und Lernort Bückeberg – Vereinbarung feierlich unterzeichnet

Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg wird seit dem 1. Januar 2026 institutionell gefördert. Nun wird die zugrunde liegende Vereinbarung zwischen der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten und dem Landkreis Hameln-Pyrmont auch offiziell und feierlich unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgte am 29. Mai 2026 im Kreishaus des Landkreis Hameln-Pyrmont durch Landrat Dirk Adomat  sowie Dr. Elke Gryglewski, Geschäftsführerin der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten.

Mit der Vereinbarung wird aus der bisherigen Projektförderung eine verlässliche, dauerhafte Unterstützung. Das Land Niedersachsen stellt über die Stiftung künftig jährlich 150.000 Euro bereit, der Landkreis Hameln-Pyrmont erhöht seinen Beitrag auf 71.500 Euro. Für den Dokumentations- und Lernort bedeutet dies vor allem eines: langfristige Planbarkeit und die Möglichkeit, die eigene Arbeit strategisch weiterzuentwickeln.

Ein zentraler Bereich ist dabei die Bildungsarbeit. Die institutionelle Förderung ermöglicht es, die pädagogischen Angebote für Schulen und außerschulische Bildungsträger nicht nur fortzuführen, sondern gezielt auszubauen. Der pädagogische Leiter Aljoscha Napp, seit März 2025 am Bückeberg tätig, ist inzwischen fest angestellt und steht als verlässlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Damit reagiert der Lernort auch auf die wachsende Nachfrage insbesondere von Schulen.

Zwischen 1933 und 1937 versammelten sich auf dem Bückeberg bei Hameln jährlich Hunderttausende zum sogenannten Reichserntedankfest; 1937 erreichte die Veranstaltung mit bis zu einer Million Menschen ihren Höhepunkt. Damit gehörten sie zu den größten Massenveranstaltungen des Nationalsozialismus. Heute ist der Bückeberg ein Ort, an dem die Mechanismen von Propaganda, Gemeinschaftsinszenierung und politischer Mobilisierung kritisch vermittelt und diskutiert werden.

Seit der Eröffnung im Jahr 2021 hat sich der Dokumentations- und Lernort als wichtige Adresse der historisch-politischen Bildung in Niedersachsen etabliert. Die kontinuierlich steigenden Besucherzahlen und die wachsende Nachfrage nach Bildungsangeboten unterstreichen die Relevanz der Arbeit.


„Die institutionelle Förderung gibt uns die notwendige Planungssicherheit, um den Dokumentations- und Lernort Bückeberg insgesamt weiterzuentwickeln. Wir können sowohl die inhaltliche Arbeit und Vermittlung am historischen Ort als auch unsere Bildungsangebote verlässlich ausbauen. Gerade die Nachfrage nach pädagogischen Angeboten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Darauf können wir nun reagieren und unsere Arbeit langfristig ausrichten. So stärken wir den Bückeberg sowohl als Ort der Dokumentation als auch als Lernort der historisch-politischen Bildung“, erklärtJan Waitzmann, Geschäftsführer der Dokumentations- und Lernort Bückeberg gGmbH.

Dr. Elke Gryglewski, Geschäftsführerin der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, begründet die Entscheidung für die institutionelle Förderung des Dokumentations- und Lernortes Bückeberg:Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg bietet eine zentrale Perspektive bei der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus: Er richtet den Blick auf die sogenannte Volksgemeinschaft und ermöglicht damit sich mit Täter- und Mitwisserschaft auseinanderzusetzen. Wie sehr nicht vermeintliches „Nicht-Verhalten“ über Mitläuferschaft am Ende doch ein Verhalten ist, dass zur Stabilisierung des NS-Regimes beigetragen hat, kann hier eindrücklich nachvollzogen werden. Deswegen freue ich mich sehr, dass der Lernort in die institutionelle Förderung aufgenommen werden konnte und somit die niedersächsische Gedenkstättenlandschaft dauerhaft bereichert.“

Landrat Dirk Adomat ist ebenso von der Bedeutung des Bückebergs für die historisch-politische Bildung überzeugt: „Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg bietet eine zentrale Perspektive bei der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus: Er richtet den Blick auf die sogenannte „Volksgemeinschaft“ und ermöglicht damit, sich mit Täter- und Mitwisserschaft auseinanderzusetzen. Hier lässt sich eindrücklich nachvollziehen, dass die aktive Unterstützung und breite Zustimmung der Gesellschaft die entscheidende Säule waren, die das NS-Regime stabilisierte. Es freut mich daher sehr, dass das Land Niedersachen mit der institutionellen Förderung über die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten die hervorragende Arbeit des Dokumentations- und Lernortes Bückeberg gemeinsam mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont langfristig finanziell absichert und seine Weiterentwicklung ermöglicht.“

Mit der neuen Förderstruktur ist der Dokumentations- und Lernort Bückeberg gut aufgestellt, um seine Arbeit in den kommenden Jahren weiter zu profilieren und nachhaltig auszubauen.

Pressefoto Landkreis mit Dr. Elke Gryglewski und Landrat Dirk Adomat:


Die DEWEZT hat am Pressetermin nicht teilgenommen. Selber war ich leider auch verhindert.


herral, 01.06.2026

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