Hameln, 19.08.2026: Günter Bialkowski schreibt…
Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde der Demokratie, es wird ernst, am 06.09.26 steigt in Sachsen-Anhalt die erste der drei Wahlen im Osten unserer freiheitlichen Demokratie. Umfragen, Trends, Fakten zeigen in eine Richtung, die AfD wird wohl der große Gewinner werden. Das muß uns politisch umtreiben! Eine Regierungsbeteiligung dieser Partei wird unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Die Sprachbilder der AfD - unterlegt mit Eiseskälte und bedrohlichem Unterton - siehe Bilder aus dem D. Bundestag würde unseren Alltag neu- vor allem aber anders aufmischen, schützenswerte Minderheiten müßten früher oder später um ihre Sicherheit fürchten. Dazu - wie von Geisterhand sind Sympathisanten, subalterne Geschichtsrelativierer und eilfertige Helfer zur Stelle: soziale Medien, Filterblasen in Plattformen, die Milliarden an Zank, Wut, Hass und Gerüchten verdienen und dabei weder die Regierung noch die EU fürchten müssen. Ich habe keine Glaskugel, aber ich kann sehen, hören und spüren, was wir ja alle können. Machen wir also unsere Augen und Ohren auf. Und was sehen wir? Wir sehen Männer, wenige Frauen die vor allem laut, provokativ, gut vernetzt, Freude am Zündeln und für unsere komplexen Probleme - einfache Antworten haben, dazu keinerlei Regierungserfahrung. Und diesen Menschen wollen viele unseren Staat, unsere Demokratie überantworten? Ich frage mich, wie naiv oder ambivalent kann man eigentlich sein! Wir alle haben das System Viktor Orban erlebt. Niemand solle glauben, dass dies nicht auch bei uns möglich werden könnte. Die Systemtransformation der AfD - und damit rechnen nicht nur Verfassungsschützer wird in kleinen Schritten beginnen. Die in Teilen rechtslastige Partei wird viel Energie investieren, in Behörden, Institutionen und Wirtschaft Gleichgesinnte einschleusen, die Verfassung und das GG antesten. Es wird unruhig werden. Vielleicht werden wir im Herbst/Winter 2026 tatsächlich die erste Regierungsbeteiligung der AfD erleben, weil die Brandmauer immer fragiler wird und die potenziellen AfD-Wähler beratungsresistent sind. Doch was macht das mit uns anderen? Ich glaube nicht, dass damit unsere Demokratie insgesamt gefährdet ist. Denn wiederholt haben Umfragen bestätigt, dass die große Mehrheit die Demokratie als die beste Staatsform ansehen. Es kommt in dieser neuen politischen Konstellation eben darauf an, wie wehrhaft unsere Zivilbevölkerung, Wirtschaft, Behörden und Institutionen sind! In der Tiefenpsychologie und Gruppendynamik kennt man das Phänomen des Wiederholungszwanges. Wenn eine Bevölkerungsgruppe generationen-übergreifend zweimal den selben Fehler macht, also demokratisch fragwürdige und unsichre Kantonisten wählt, dann verfällt diese Gruppe in ein destruktives Muster. Sie hegen dabei die Hoffnung, die altbekannte Versagenssituation diesmal erfolgreich zu bewältigen (nachzulesen bei Siegmund Freud und KI). Dessen ungeachtet sind wir alle gut beraten, wenn wir Regierungsbeteiligungen der AfD in östlichenl Bundesländern als Probelauf betrachten. Widerstehen wir als Einzelne den Verlockungen der AfD in welcher Form sie uns auch immer geboten werden. Ich befürchte, hier könnten bereits nicht wenige gut ausgebildete Opportunisten, IT-Experten, stellenlose Jurastudenten und sonstige Behörden-Einsteiger auf Mitmach-Angebote der AfD warten ...! Doch wir sind mehr, wir sind stärker und wir fühlen Verantwortung für unsere Demokratie. Ein zweites 1933 wird es in Deutschland nicht geben, das sagt Ihnen jemand, der den völligen Zusammenbruch und die Feigheit der Nazi-Größen und ihrer Mitläufer im letzten Kriegsjahr und nach 1945 ff miterleben mußte. Hunderttausende Kinder und Jugendliche jener Zeit, die den irrsinnigen Krieg überlebt - ohne geborgene Kindheit mit Schäden an Leib und Seele, ohne oder in zerstörten Familien aufwachsen mußten, haben ihre schlimmen Erfahrungen ihren heutigen Familien weitergegeben. Das wirkt nach! Auch deshalb sind wir relativ stabil und dürfen die Hoffnung hegen, dieser AfD genügend Widerstand entgegen zu bringen. Günter Bialkowski