Gastbeitrag: Kanzler Merz entdeckt das Gerechtigkeitsproblem!

Hameln, 23.09.2026: Günter Bialkowski schreibt zur Bundespolitik:

Liebe Leserin, lieber Leser,

Bundeskanzler Merz hat nach den Niederlagen bei den Wahlen in Ost-Deutschland offenbar wieder Tritt gefasst. Er und Teile seiner Partei sehen, dass große Teile der Bevölkerung bei den letzten Wahlen AfD und Die Linke gewählt haben. Es scheint, dass er die richtigen Schlüsse daraus zieht und wohl auch deshalb in einem Statement Sätze formulierte, deren Kernaussage so lautet: "..., dann ist das genau ein solches Gerechtigkeitsproblem. Wir sehen das Problem." Dafür bekam der Kanzler viel Zustimmung aus seiner Partei, der SPD, den Grünen. Aber auch Kritik aus seiner eigenen Partei, der Bundes-Ärztekammer und Teilen der Presse. Seither wird kontrovers diskutiert, was er wohl gemeint hat.

Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversorgung ist immer mehr Bürgern seit langem ein Gerechtigkeitsproblem, viele sehen sich benachteiligt und verbinden und empfinden damit inzwischen unser demokratische System als ungerecht! Von hier ist es nur ein kurzer Weg bis zur Staatsverdrossenheit und es erklärt den Zuspruch, den die AFD von Wahl zu Wahl im Osten einfährt. Und wenn dies mehrheitlich in der CDU als solches erkannt und in Strukturreformen umgesetzt würde, dann könnte der Bundeskanzler Friedrich Merz noch ein großer Kanzler für Deutschland werden.

Doch scheinen in der CDU noch Kräfte zu wirken, die die ganze Sozialisation der Menschen im Osten immer noch nicht verstehen und somit auch die Strahlkraft der AfD auf die Bürger in Ost und West nicht sehen! Die AfD wird auf der Schiene der Ungerechtigkeit und der Spaltung fortfahren und daraus strategische Vorteile ziehen. Wenn Bu-kanzler Merz seine Parteien, die Ärzte-Funktionäre und einen Teil unserer Presse nicht überzeugen und mitziehen kann, dann wird sehr bald der letzte Bürger verstehen, dass sich hinter unserem Gerechtigkeitsproblem in Wirklichkeit ein Eliteproblem verbirgt. In allen demokratischen Parteien rebelliert die Basis gegen ihr Spitzenpersonal, schwindet das Vertrauen. Wir leben längst in einem harten Verteilungskampf, nur leider berichtet unsere freie Presse nicht darüber.

Ich glaube inzwischen wie viele Bürger die unsere Demokratie erhalten wollen, dass unsere Eliten in den 1995 er Jahren mit der Privatisierung unserer Pflege-, Gesundheit- und Rentenpolitik einen fundamentalen Fehler begangen haben. Von da an ging es bei uns bergab, entwickelte sich in und durch die Strukturen die Verarmung und das Ungerechtigkeits-Empfinden großer Teile der Bevölkerung.Ich glaube, bis zu den nächsten Wahlen haben der Bundeskanzler und seine tragenden Parteien Zeit gewonnen. Sie sollten diese Zeit nutzen unser System grundlegend reformieren und damit den überbordenden Kapitalismus und dem sich auch bei uns anbahnenden Effizienz-Faschismus a la Trump und seiner Milliardärs-Clique stoppen. Kein normaler Mensch wird der AfD bei den aufgeführten Problemen eine besondere Lösungs-Kompetenz beimessen, aber sie weiss diese Entwicklungen für sich zu nutzen. Und das sollten endlich alle in den Regierungsparteien begreifen.

Günter Bialkowski

herral, 23.09.2026

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