Wut-Transfer – ein Effekt der politischen Meinungsbildung.

Gedanken: Die Leserbriefseite der DEWEZET vom 15.05.2021 spricht Bände. Das Unverständnis der Leser über das Agieren des Sana-Konzern fokussiert sich auf dem Landrat und die Politik. Nicht der Konzern steht im primären Focus.

So ist beispielsweise der Leserbrief des damaligen Kreispolitikers Klaus Arnold übertitelt mit der Schlagzeile: „Fehlentscheidung der SPD“. Er erinnert im Text an das Handeln der SPD als „Initiator“. Das Abstimmungsverhalten der übrigen Kreistagsmitglieder lässt der Verfasser unerwähnt.

Ein vollständiges Bild zur Bewertung des Sachverhaltes ergibt sich allerdings erst mit Kenntnis des gesamten Abstimmungsverhaltens im Kreistag damals.

Der Verkauf des Kreiskrankenhauses an den Klinkkonzerns erfolgte im Jahr 2008 unter der Regie des damaligen Landrates Rüdiger Butte mit einer Mehrheitsgruppe von CDU, FDP und Grünen im Kreistag. Der damalige CDU Fraktionschef, der FDP, der SPD-Fraktionschef und auch der Sprecher der Grünen äußerten sich und begründeten ihre Zustimmung. Nur zwei Mitglieder des Kreistages, der CDU Abgeordnete Klaus Arnold und der Vertreter der Linken, Frank Pook stimmten dageben. Begründung: Gesundheitsvorsorge gehört in kommunaler Hand. Die große Mehrheit des Kreistages schloss sich den Argumenten des Landrates Rüdiger Butte an, der für das Kreiskrankenhaus keine Zukunft ohne einen finanzkräftigen Partner sah. Die Sana AG erhielt den Zuschlag, weil diese dem Landkreis weitreichende Mitspracherechte einräumte und den Mitarbeitern die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze garantiert. So berichtet die DEWEZT u.a. im Jahresrückblick am 31.12.2008. Der Kreis hat für den Verkauf der Klinik 60 Millionen Euro bekommen.


Zurück zum „Wuttransfer“. Den Leserbriefen vorweggegangen war eine Berichterstattung, welche für mich ziemlich eindeutig die Aufmerksamkeit in Richtung Landrat Dirk Adomat gelenkt hatte.


Die SPD übrigens, versucht aktuell mit der Hinterfragung der Rolle des Oberbürgermeisters Claudio Griese im Fall der Schließung der Real-Filiale änliches. Nach meiner Wahrnehmung aber übernimmt die DEWEZET hier die Rolle des Berichterstatters und wird nicht eigeninitiativ tätig.


So richtig bewusst wurde mir diese „Transfer-Effekt“ durch die Berichterstattung im Falle des Kindesmissbrauchs in Lügde. Hier spricht schon seit Monaten niemand mehr über den/die eigentlichen Täter. Im Focus steht Hamelns ehemaliger Landrat und die Kreisverwaltung. Immer weiter, wie gleichfalls die Zeitung vom 15.05.2021 zeigt. Da gibt es wiederkehrend die alten Bilder, da gibt es beständig wiederholend den gleichen Sachverhalt.

#dewezetkorrektiv

Ralf Hermes, veröffentlicht am 18.05.2021

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