Querdenkende am 28.02.2022

Hameln, 28.02.2022: Die Frage war, ob überhaupt welche kommen. Aber sie kamen. Ich zählte rund 90 Demonstrierende beim nicht angemeldeten Aufzug gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Dazu kamen zwischen 15 – 20 „Sportclouns“ teils mit Nordic-Walking-Stöcken. Diese, so machte es von weiten den Anschein, agierte als Gruppe der Querdenkhardliner mit dem Ziel, die Polizei zu provozieren.

Drei bis vier Demonstrierende hatten sich die Friedenstaube als Schild umgehängt. Aus der Gruppe der „Sportclouns“ wurde von einem Einzelsänger mehrfach das Deutschlandlied laut vorgesungen.

Es ist ein Kennzeichen der Querdenker geworden, dass sie Zeichen, Lieder und Symbole zum Transport ihrer Meinungen zweckentfremden. Sie benutzen (missbrauchen?) die Symbolik, ohne allerdings das worum es ihnen eigentlich geht verständlich zu formulieren.

Zur Darstellung gehört aber auch, dass dieses nur Einzelne machen. Der Großteil der Demonstranten marschiert mit Maske ohne Worte in der Gruppe mit. Im Polizeibericht wird auf die Abweichungen Einzelner nicht eingegangen. Dort ist schlicht von ca. 110 Personen die Rede, die sich durch die Innenstadt bis zum Rathaus bewegten.

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/57895/5158810

Das die Versammlungsteilnehmer demnach durchweg FFP 2 Masken getragen haben, dürfe aber mit der engen Begleitung durch Einsatzkräfte der Polizei im Zusammenhang stehen.

Meine Meinung: Einmal mehr kann ich beim Anblick dieser Aktionen ein Dauerkopfschütteln nur schwer unterdrücken. In Anbetracht der aktuellen Weltlage noch viel verständnisloser als vorher. Diese Menschen hat unsere Gesellschaft zumindest derzeit verloren. Schön war nur, dass es erneut weniger waren, als am Montag zuvor. Im Kern aber stimmt auch: Sie waren friedlich. Was soll es also. Vielleicht löst sich der „Spuk“ auf, wenn die „Bühne“ Polizei weg ist. Diesen Aufzug-Zirkus zu begleiten ist vielleicht vom Kopf her blöd, es gibt aber ganz viele Einsatzsituationen, die deutlich schlimmer sind. Hoffen wir mal, dass keine Zeiten kommen, wo wir wehmütig an die „Sorgen“ von heute zurückdenken und sagen, das wir es damals richtig gut hatten. Haben wir nämlich.

28.02.2022, herral

Siehe auch:

https://hamelnerbote.de/archive/tag/querdenken-hameln

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