3.000 Schritte – Ein Ausstellungsbesuch im Bahnhof Hameln #tortenderwahrheit

Hameln, 19.03.2026: Am Mittwoch, den 18.03.2025 starteten rund 40 Menschen am Rathaus Hameln um gemeinsam im Bahnhof die Ausstellung „Die Torten der Wahrheit“ zu besuchen. Ein Besuchsbericht:

In Hameln wird die Aktion 3.000 Schritte vom Lions Club International, konkret von Rosa Huppert und Wolfgang Kaiser organisiert. Regelmäßig wird eingeladen mit 3.000 Schritten einen Ziel anzulaufen. Sich dabei zu bewegen, sich zu unterhalten und sich generationsverbindend mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen.

Um 15.20 h erreichte die Gruppe den Bahnhof und wurde zunächst in den Räumlichkeiten von zedita vom Organisationsteam der Ausstellung „Die Torten der Wahrheit“ (Karsten Holexa und Ralf Hermes) begrüßt. Zwei Teilnehmerinnen hatten heute Geburtstag und so wurde traditionell gemeinsam ein Ständchen gesungen.

Gleichfalls traditionell ist das Vorlesen einer kurzen, heiteren Geschichte von Ula Klein. Diesmal ging es um Demokratie, das Thema auch der Ausstellung. Hier der Text für alle mit freundlicher Genehmigung der Autorin:


Der Tag, an dem der Hundewelpe Happy etwas über Demokratie lernte.

Einst lag der spielfreudige Hundewelpe Happy auf der taufeuchten Dorfwiese und überlegte, was er an diesem Frühlingsmorgen Schönes unternehmen könnte. In seiner Nähe schliefen oder dösten einige ältere Hunde des Dorfes und ließen sich wohlig von den ersten Sonnenstrahlen erwärmen. Happy hielt es nicht mehr an seinem Liegeplatz. „Wollen wir zum Dorfteich runterrennen, im Wasser platschen und die Frösche ärgern?“ Zwei der jüngeren Vierbeiner hoben die Köpfe und bellten: „Guter Vorschlag. Dann können wir uns abkühlen und Spaß macht es auch.“ Damit waren drei alte Hunde gar nicht einverstanden: „Wir bleiben lieber im Schatten liegen. Ist doch eh viel bequemer.“ Da trat Tasso vor, ein sehr erfahrener Hütehund: „Wie wäre es, wenn wir abstimmen, was wir heute unternehmen wollen? Das nennen die Menschen Demokratie. Und wer die meisten Stimmen hat, darf bestimmen, was gemacht wird.“ Gutmütig plädierte die Mehrheit für den Teich. Moment mal“. Rocko, ein entflohener Kettenhund mit schwierigem Charakter, stand auf und knurrte: „Bisher habe ich bestimmt, was die Meute macht und das wird auch so bleiben, weil ich der Stärkste bin und wer sich mir in den Weg stellt, den zerreiße ich in der Luft.“ Drohend stand Rocko da. Die gelben Haare auf seinem Rücken formten sich zu einer starren Bürste und ließen ihn größer erscheinen. Die Kette, von der er sich losgerissen hatte, glitzerte um seinen Hals in der Sonne. Aber Tasso duckte sich nicht. Er blieb ruhig stehen und schaute Rocko in die Augen. Die Hundemeute erstarrte. Das würde für den alten Tasso nicht gut ausgehen. Da schwänzelte der kleine Happy mutig herbei und hockte sich neben Tasso. Nach einem verzeihlichen Zögern – Rocko war ein ziemlicher Brocken – standen alle Hunde auf und setzten sich neben Tasso. Damit hatte Rocko nicht gerechnet. Er wirkte beim Anblick der geschlossenen Hundeformation stark verunsichert. Das war heute nicht sein Tag. Okay“, knirschte er. „Gehen wir zum Teich!“ Da raschelte es im Gras. Langsam kam die uralte Schildkröte Ola über den Weg gekrochen: „Ich habe eure Stimmen gehört“, sagte sie. „Ich würde gern mit euch zum Salatbeet gehen. Bis zum Teich schaffe ich es nicht.“ Rocko lachte: „Wir sind mehr und bestimmen, was gemacht wird. Dann bleibst du eben hier!“ Der weise Tasso sagte: „Die Meute muss auch auf eine Minderheit Rücksicht nehmen. Wir rennen zum Teich und später mit Ola zum Salatbeet.“ Und während die Hunde durch das Gras zum Teich rannten, verstand Happy etwas, das manche alten Hunde nie begreifen:

_Wo einer allein bestimmt, stirbt die Gemeinschaft. Wenn viele Hunde sich einigen und auch die Schwachen zählen, beginnt Demokratie.

Ula Klein, 18. März 2026


Es folgten dann eine Einführung in die Ausstellung mit den satirischen Grafiken von Katja Berlin. Anhand einiger Beispielbilder wurde die Intention der Ausstellung mit Satire und Echtgrafiken vorgestellt und mit den Teilnehmenden lebhaft und auch kritisch diskutiert.

Im Anschluss ging es dann runter in das ehemalige Pressezentrum zum eigenständigen Erkunden der vielfältigen Ausstellungsbereiche.



herral, 19.03.2026

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