Hameln, 07.05.2025: Nur mit einer Minute Unterschied gingen die Pressemitteilungen im Postfach ein. Daher hier in einem Beitrag beide Presseerklärungen im Wortlaut:
a) Pressemitteilung der Jungen Union und Jusos. Die Jugendorganisation der Parteien CDU und SPD im Landkreis
Nach den Vorfällen am 4. Mai 2026 am Schulzentrum Nord in Hameln setzen die Junge Union und die Jusos Hameln-Pyrmont ein klares Zeichen der Einigkeit. Dass Schulen – Orte der Bildung und des friedlichen Miteinanders – durch rechtsextreme Botschaften markiert werden, ist für die beiden größten politischen Jugendorganisationen im Landkreis unerträglich.
Klare Kante gegen den Code „1161“
Besorgniserregend ist dabei insbesondere die Verwendung des Codes „1161“. Diese Zahlenfolge steht für die „Antiantifaschistische Aktion“ (die Zahlen beziehen sich auf die Stellung der Buchstaben im Alphabet: 1=A, 6=F).
Dieser Code ist kein bloßer Vandalismus. Er ist ein direktes Bekenntnis zu einer rechtsextremistischen Gesinnung, die sich aktiv gegen das Engagement für Demokratie und gegen den Schutz von Minderheiten richtet. Wer „1161“ schmiert, erklärt den Kern unserer Verfassung zum Feindbild.
Extremismus bedroht uns alle
Wir sind uns einig: Jede Form von Extremismus ist ein direkter Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Ob von rechts, links oder religiös motiviert – Extremismus zielt darauf ab, das gesellschaftliche Klima zu vergiften, Menschen einzuschüchtern und den sachlichen Diskurs durch Hass zu ersetzen.
Gerade im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 in Niedersachsen betonen wir: Demokratie lebt vom Austausch und vom fairen Streit um die beste Lösung. Einschüchterungsversuche und Radikalisierung haben in diesem Wettbewerb keinen Platz.
Unsere Forderungen
Wir rufen alle jungen Menschen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und Extremismus frühzeitig die Stirn zu bieten. Gleichzeitig fordern wir:
Konsequente Aufklärung: Der Vorfall am Schulzentrum Nord muss lückenlos aufgearbeitet werden.
Prävention durch Zivilcourage: Schülerinnen und Schüler müssen befähigt werden, extremistische Gesinnungen bereits im eigenen Freundeskreis frühzeitig zu erkennen. Es gilt, die nötige Medien- und Sozialkompetenz zu vermitteln, um betroffenen Freunden aktiv dabei zu helfen, Radikalisierungsprozesse zu stoppen und gemeinsam zurück auf den Weg unserer demokratischen Werte zu finden.
Unsere Schulen müssen sichere Räume des Lernens und des Respekts bleiben. Wir lassen nicht zu, dass Radikale versuchen, die Köpfe unserer Generation durch Hassbotschaften zu besetzen.
Für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und ein respektvolles Hameln-Pyrmont.
Gez.
Junge Union Hameln-Pyrmont
Jusos Hameln-Pyrmont


b) Pressemitteilung der Grünen Jugend und Linksjugend [’solid]
Am 4. Mai 2026 wurde beim Schulzentrum Nord in Hameln ein Graffiti mit dem Code „1161“ (anti-antifaschistische Aktion, de facto ein Aufruf zum Faschismus) am Haupteingang angebracht – ein eindeutig rechtsextremes Symbol, das sich zum Faschismus bekennt. Die Grüne Jugend und die Linksjugend [’solid] in Hameln-Pyrmont verurteilen diesen Akt des Hasses aufs Schärfste. Solche Aktionen bedrohen das friedliche Zusammenleben, die Schul- und Lernatmosphäre sowie das Grundprinzip einer offenen, demokratischen Gesellschaft, das wir alle verteidigen.

Der politische Diskurs spitzt sich weiter zu und durch die Hetze radikalisieren sich bedauerlicherweise auch viele junge Menschen sowie viele Bürgerinnen und Bürger, wodurch Taten wie diese begünstigt werden. Mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 in Niedersachsen rufen die Jugendorganisationen daher geschlossen die (jungen) Menschen dazu auf, sich am demokratischen Diskurs zu beteiligen, gemeinsam Politik zu gestalten und dem aufsteigenden Rechtsextremismus, befeuert durch die rechtsextreme AfD, kritisch entgegenzutreten und sich zu wehren. Der politische Diskurs, sowohl inhaltlich als auch im Umgang miteinander, muss auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und in einem anständigen Ton geführt werden. Dies muss das Ziel aller demokratischen Parteien und Institutionen sein.
Wir rufen geeint dazu auf, diese Schmierereien nicht bloß als gewöhnlichen Vandalismus zu deklarieren, sondern als Ausdruck eines erstarkenden Rechtsextremismus, der darauf abzielt, die Demokratie und ihr höchstes Gut, die Menschenwürde, zu zerstören. Seit Gründung der Bundesrepublik ist dieser Rechtsextremismus und Hass so laut und stark wie noch nie zuvor. Der Situation angemessen fordern wir mehr Demokratieprojekte und mehr Räume für einen sachlichen, politischen Diskurs in den Schulen.
Wir sind uns einig: Der politische Diskurs muss sachlich und demokratisch bleiben. Verschiedene Meinungen sind eine Stärke der Demokratie und gehören ordentlich diskutiert – nicht an eine Schule gesprüht. Keinen Fußbreit dem Faschismus.
Für die Demokratie!
gez. Grüne Jugend Hameln-Pyrmont und Linksjugend [’solid] Hameln-Pyrmont


herral, 07.05.2026