Gastbeitrag: „Kulturarmutszeugnis“

Hameln, 23.04.2026: Bernd Bruns, 1. Vorsitzender der Bibliotheksgesellschaft Hameln schreibt zum Thema Rattenfängerliteraturpreis mit Bezug auf den DEWEZET Artikel vom 14. 04.2026.



„Ist der Preis zu hoch? Hamelner Politik diskutiert über den Rattenfänger-Literaturpreis“

Traurig und alarmierend zugleich ist es, lesen zu müssen, dass CDU- und FDP-Ratsdamen bzw. Ratsherren dem Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln an den Kragen gehen wollen. Gerade dieser Preis strahlt – in Anlehung an die international bekannte Rattenfängersage – weit über die Grenzen der Stadt hinaus und hat sich seit 1986 einen anerkannten Platz vergleichbarer Literaturpreise erworben. Schon die zunehmend große Anzahl der zur Prämierung eingereichten Bücher betont die Bedeutung dieses Preises. Ihn jetzt materiell wie terminlich beschneiden zu wollen, stellt der Stadt ein Kulturarmutszeugnis aus. Die im Vergleich zu anderen städtischen Projekten moderaten Kosten können hier als Kürzungsgrund kaum überzeugen, zumal etliche private Personen wie öffentliche Stiftungen und Institutionen den Preis bisher unterstützten und wohl auch weiter unterstützen wollen. Im Grußwort zum Rattenfänger-Literaturpreis 2024 formuliert der Oberbürgermeister: “Die Stadt Hameln freut sich, mit dem Rattenfänger-Literaturpreis einen bedeutenden Beitrag zur Leseförderung zu leisten, der weit über die Grenzen unserer schönen Heimatstadt hinausreicht.“

Es wäre ein großer Verlust für die Stadt und ihr Image, sollte dieses kulturelle Faustpfand in Frage gestellt werden.

Bernd Bruns, 1. Vorsitzender der Bibliotheksgesellschaft Hameln


Bezugsbericht DEWEZET:

https://www.dewezet.de/lokales/hameln-pyrmont/hameln/ist-der-preis-zu-hoch-politik-diskutiert-ueber-den-rattenfaenger-literaturpreis-PFQIWCG4I5FXTNCLLLXCYTDSZQ.html


Botenberichte zum Rattenfängerliteraturpreis:

https://hamelnerbote.de/archive/tag/rattenfaengerliteraturpreis


herral, 23.04.2026

Ein Kommentar zu „Gastbeitrag: „Kulturarmutszeugnis““

  1. Vielen Dank für den Einwurf.

    Die Position kam tatsächlich eher daher, den Rattenfängerliteraturpreis zu erhalten. Leider war die Presse in der Sitzung selbst nicht anwesend. Die Kostensteigerungen in den letzten Jahren waren erheblich. Die Mittel für den Rattenfängerliteraturpreis müssten also eigentlich erhöht werden, um ihn wie bisher durchführen zu können. In der aktuellen Haushaltsgenehmigung unseres weit defizitären Haushalts steht sehr deutlich drin, dass die freiwilligen Leistungen nicht weiter steigen dürfen. Man müsste also woanders kürzen.

    Wir hatten durch die Corona die Situation, dass zwei Bücher in einer Veranstaltung ausgezeichnet wurden – ein Kinder- und ein Jugendbuch. In diese Richtung ging der Antrag. Hinzu kommt, dass es im aktuellen Zyklus nicht möglich ist, dass die Bücher im Unterricht vorbereitet werden, da die Vorlauffristen hier deutlich länger sind und das mit dem aktuellen Turnus nicht zu machen ist. Der Besuch eines Autors an einer Schule ist aber besonders, wenn das Buch vorher im Unterricht behandelt worden ist. Die erweiterte Liste bekommt aktuell fast überhaupt keine Aufmerksamkeit.

    Auch die Teilnehmeranzahl bei den Preisverleihungen waren zuletzt enttäuschend. Offenbar dringt die Veranstaltung nicht mehr durch. Die Überlegung ist, dass man also mit größeren Abständen die Wertigkeit und die Verzahnung mit den Schulen erhöhen kann. Es wäre doch schön, wenn dann auch bei der Preisverleihung das Theater wieder mit Familien voll wäre, wie wir es beispielsweise bei der Southside Story erleben durften.

    Sprechen Sie mich gerne auch direkt an, wenn Sie Punkte im Zuständigkeitsbereich des Kulturausschusses haben.

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