Gastbeitrag: Zerfällt unserer Regierung?

Hameln, 15.05.2026: Günter Bialkowski schreibt:

Liebe Leserin, lieber Leser,

steht Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Regierung wirklich vor dem vorzeitigen Aus? Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man einen Teil unserer Medienschaffenden hört oder liest. Überboten werden solche Botschaften nur noch durch Social Media-Beiträge, die als moderne Stimmungsbeschleuniger ganze Arbeit leisten. Die Fundamental- Kritik der größten Oppositionspartei der AfD, durch inflationäre Umfragen der Meinungs-Forschung befeuert, tragen wie die Plattformen zur Verunsicherung der Bürger bei. Der Tenor der Kritik: Der Kanzler und seine schwarz rote Regierung können es nicht, sind unfähig. Das gesellschaftliche Klima wird gereizter, Vertrauensverlust und Radikalisierung beherrschen die Szene. Und weil auch die Brandmauer gegen rechts als weltfremd angesehen wird, wird auch gleich die Richtung mitgeliefert. Es kann nur besser werden, wenn die AfD mit- oder allein-regiert, so die machthungrigen Antipoden, die schon wieder von einem anderem Deutschland träumen.

Ob dieser Traum in Erfüllung gehen wird, werden wir bei den Landtagswahlen im Herbst 2026 in Ostdeutschland erfahren. Unsere Demokratie erfährt in diesem Frühjahr 2026 den größten Härtetest, der soziale Friede scheint gefährdet und die Spannungen zwischen arm und reich nehmen zu. Bild lieferte am 13.05.26 eine interessante und zugleich bedrohliche Schlagzeile "Halb Deutschland wünscht sich ein Ende dieser Regierung" Wenn das zutrifft, sind wir eine ideologisch gespaltene Gesellschaft. Denn nichts anderes spiegelt sich im Ringen der Regierungsparteien wieder.
   
Hier sehe ich die Stunde unserer Zivilgesellschaft, nur sie kann die Blockade auflösen, an der nun schon mehrere Koalitions-Regierungen gescheitert sind! Wir alle tragen eine Mitverantwortung! Unserer Demokratie fehlt das belebende Element des Dialogs und des versöhnlichen mit- und für-einanders. Wir sollten unser Wahlverhalten ändern und es den Populisten und Rechten nicht so leicht machen. Der Durchmarsch Anfang der 1930er Jahre der damaligen Populisten und Naziführer war nur möglich, weil unsere Opas und Omas, Väter und Mütter etwas falsch oder gar Verbrechen begangen haben. Vielleicht kann ein Blick in die Digital-Karteien des Bundesarchivs helfen. 12,7 Mill. Karteien stehen für persönliche Recherchen zur Verfügung. Ich glaube, das dokumentierte Anschauungs-Material könnte vielfach zu neuen Einsichten führen und unserer scheinbar gering geschätzten Demokratie zu neuem Auftrieb verhelfen.

Günter Bialkowski

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