Gastbeitrag: KI – Fortschritt oder Gefahr in angespannter Lage?

Hameln, 01.09.2026: Günther Bialkowsik schreibt.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Freunde des Fortschritts,

wagen wir uns doch einfach mit unserem Allgemeinwissen und unseren Lebenserfahrungen an dieses Thema. Wir alle kennen die Lobpreisungen unserer Tageszeitungen und Medien über diese neue Wissenstechnik. Journalisten und Medienschaffende bemühen sich mit Beispielen uns vom Nutzen der Künstlichen Intelligenz (KI) in allen Lebenslagen zu informieren. Letztes Beispiel: 48 Prozent der Menschen wünschen sich laut Umfragen mehr KI-Roboter im eigenen Haushalt (Handelsblatt u.a.). Toll! Werden vielleicht auch Sie sagen. Dabei überhören Sie mglw. allzu gern ihre inneren Zweifel, ob das auch wirklich gut ist. Von solchen positiv unterlegten Expertisen hören wir jeden Tag und niemand scheint zu bemerken, dass wir hier schon mächtig manipuliert werden. Selbst Journalisten, Presse, Medienhäuser und Redaktionen vor Ort bemerken nicht oder wollen nicht zur Kenntnis nehmen, wie KI unsere gesamte Meinungsbildung verändert, wie sie und alle Institutionen den Kontakt zu ihren Kunden verlieren, Vertrauen schwinden lässt, letztlich die ganze Informations-Branche sich die eigene Zukunft zerstört.

Und hier liegt genau der Punkt für unsere gesamte Human-Gesellschaft. Mit KI stirbt auch unsere Internet-Nutzung wie wir sie kennen, auch unsere demokratische Machtbalance, unsere inneren Strukturen werden dem Wandel unterzogen, von dem wir allerdings nicht wissen, wohin die Reise führen wird! Bisher hebt jedenfalls niemand, auch nicht die Politik die ethische oder die Sinnfrage auf die öffentliche Tagesordnung. Umfragen bestätigen, die Bevölkerung wünscht sich mehr ganzheitliche Informationen! Außer ein paar warnende Professoren und Forschung liefert niemand! Unsere Parteien und auch die EU beschäftigen sich lieber mit Woke-Themen oder mit Verpackungs-Kleinkram, Verordnungen und krummen Gurken, so wichtig das auch sein mag.

Doch in einer Welt voller Krisen, Unsicherheiten, millionenfachen Jobverlusten, des Niedergangs ganzer Industrie-Branchen und des Liberalismus, des Konservatismus, der Sozialdemokratie und der Normierung eines aufstrebenden autoritären Staates, erwartet die Bevölkerung bis in die Mitte hinein mehr Sicherheit in der Arbeits-, Berufs- und Geschäftswelt, in der noch vorhandenen Industrieproduktion Job-Garantien und vor allem neue Jobs. Unsere demokratischen Parteien scheinen wie auch Bu-Kanzler Merz daran zu scheitern. Bu-Präsident Steinmeier warnt vor völkischem Denken. Und in der Tat, keine andere Partei arbeitet so generativ mit KI wie die AfD. Sie verbreitet in den Plattformen besonders im Osten dieser Tage bestimmte Bilder, spitzt zu, provoziert und schürt Emotionen (siehe nach bei Google etc.). Und sie ist damit sehr erfolgreich, erzielt enorme Öffentlichkeit. Dass sie in rechtlichen Grauzonen operiert, nimmt sie in Kauf.

Zum Schluss die Frage aller Fragen: Wie resistent sind wir gegen KI ? Historische Vergleiche können hier kaum greifen, da KI eine der prägensten Technologien "aller" Zeiten zu sein scheint. Bloss passiver Beobachter sein, geht auch nicht, es braucht technischen und vor allem gesellschaftlichen Widerstand! Um bei einer Machtergreifung durch rechte Parteien - innerhalb unserer bestehenden demokratischen Machtstrukturen handlungsfähig zu bleiben, können wir auf unsere eigenen Lebens-Erfahrungen (Fachwissen, Berufserfahrung, komplexes Denken etc.) zurück greifen. Wer letzteres an eine Maschine oder Rechner abgibt, der verliert sehr bald jegliche Kontrolle, damit wäre dem Chaos Tür und Tor geöffnet.

Wir alle sollten deshalb unseren Regional-Zeitungen, Medien, selbsternannten Experten inklusive der Politik Druck machen. Unsere Zivilgesellschaft ist nicht fit für diese schnellen Wissen-Explosionen! Sie sollten - den aufkommenden Bedeutungsverlust vor Augen, eine gemeinsame interdisziplinäre Wissensbasis für mehr KI-Resistenz und Widerstand in unserer Bevölkerung organisieren. So darf es nicht weiter gehen! Jeder passive Tag spült rechten Parteien - Brandmauer hin oder her ganze Bevölkerungsgruppen in die Hände. Es ist schon lange nicht mehr Protest, es ist - und das müssen sich alle Parteien die uns bisher regierten eingestehen, das große Politikversagen in versteinerten Normen und wenig effizienten Rechts- und Justiz-Strukturen, die diesen Stillstand herbei geführt haben. Besonders der Kontrollverlust in der Migrations- und Flüchtlingsfrage mit den spürbaren Belastungen für unser Gemeinwohl ist für viele potenzielle AfD-Wähler der Grund, diese Partei zu wählen.

Die AfD hat bei diesem Zulauf leichtes Spiel, sie verspricht dagegen anzugehen! Außerdem will sie von der EU in Brüssel nationale Rechte zurück zu fordern. Das sind bittere Wahrheiten, doch wir müssen uns diesen Erkenntnissen stellen. Schon in wenigen Tagen und Wochen werden wir erleben, ob diese Versprechen der AfD eine Regierungsübernahme zunächst in Sachsen-Anhalt ermöglicht haben.

Günter Bialkowski

herral, 01.09.2026

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