Verlaufsbericht: Landratswahldiskussion in der Sumpfblume. Fragebündnis findet hohe Resonanz

Als Mitveranstalter ist man immer gespannt, wie viele Interessierte sich wohl zu einem etwas anderem Diskussionsformat in der Sumpfblume einfinden werden. Zu einem (ernsthaften) Fragespiel hatten 16 lokale Organisationen/Verbände eingeladen.

Die Organisation lag diesmal weitgehend in den Händen des DGB Hameln-Pyrmont mit Unterstützung der Regionalgeschäftsstelle Hannover. Das Format lehnte an den bewährten Fragebündnis zur Bundestagswahl und den vorherigen Veranstaltungen von DGB, Paritäten und BUND Hameln an.

Im Zentrum stand diesmal ein Spielfeld, anglehnt an das bekannte Monopoli.

Kommen wir zur Sache: Die Sumpfblume konnte die Menge der Interessierten nicht alle aufnehmen, so dass nach 18 Uhr einige nicht teilnehmen konnten. Es war einfach zu voll. 260 Menschen drängten sich in den großen Veranstaltungssaal und Entlastung brachte es, als die Bühne zusätzlich für die Zuschauer freigegeben wurde.

1 Stunde und 45 Minuten erleben dann alle ein kurzweiliges Fragespiel, in dem sich die Kandidaten von CDU (Andreas Witkopp), Bündnis 90/Die Grünen (Thorsten Schulte) und SPD (Dirk Adomat) in ihrer Schlagfertigkeit, Redekunst und mit den Inhalten ihrer Antworten beweisen konnten.

Das NDR-Fernsehen war mit dabei und auch die DEWEZET war mit Herrn Henke vertreten.

In den Zuhörerreihen saßen und standen neben einer ganzen Reihe lokaler Politikprominenz viele junge Leute. Daneben ergrauten VerbandsaktivistInnen und GewerkschafterInnen. Ein bunter Mix an Zuhörern erlebte einen bunten Mix an Fragen.

Das Gesprächsklima war geprägt von ausgesprochener Sachlichkeit, kein Polarisierung oder Angriffe gegen den politischen „Gegner“. Alle Kandidaten haben sich als fair miteinander umgehende Demokraten gezeigt. Gewonnen haben alle. Die Bewertung der verschiedenen Statements und Menschen muss jeder Zuschauer für sich selber treffen.

Ich konnte mir mein Bild machen und insbesondere der Gesamteindruck der Menschen die kandidieren, hat mich weiter gebracht.

Danke an alle, die mitgemacht haben, die Kandidaten, die vielfältigen FragestellerInnen und nicht zuletzt an das Team der Sumpfblume und an Imke, Sylvia, Dieter und aller anderen Akteure.

So macht die Beteiligung beim Organisieren von überparteilichen politischen Veranstaltungen Spaß.

Einzelbilder:

Ralf Hermes, 17.02.2020, 22.45 Uhr

3 Gedanken zu „Verlaufsbericht: Landratswahldiskussion in der Sumpfblume. Fragebündnis findet hohe Resonanz“

  1. Ich kann leider zur Veranstaltung in der Sumpfblume nichts sagen, da nicht anwesend. Hier nur eine kurze Bemerkung. Bei der analogen Veranstaltung zur Bundestagswahl 2017 war ich als unabhängiger Kandidat an den Katzentisch verbannt, da man offensichtlich unabhängige Kandidaten im Weserbergland und in DE allgemein als, naja milde ausgedrückt, gefährlich für die deutsche Demokratie ansieht, auch wenn gerade diese Kandidaten Demokratie einfordern, was der Souveränitäts-Rolle des Bürgers gut zu Gesicht stünde. Damals hatten mich sowohl zivilgesellschaftliche Organisationen und der DGB (IHK und Bauernverband sowieso) ignoriert und die Wirtschaftsjunioren drehten mir im Lalu das Mikrofon ab. Soweit zur deutschen kranken Demokratie. Worauf ich im Lalu aufmerksam machen wollte und jetzt auch bei der anstehenden Landratswahl wiederholen möchte: Zukünftige Kandidaten-Vorstellungen sollten m. E. in der Weise erfolgen, dass erst einmal der „mündige“ Bürger seine spezifischen Forderungen an die Politik formuliert und anschließend damit die Kandidaten konfrontiert. Ein solches Procedere stünde der Demokratie im Lande und auch im Weserbergland weitaus besser zu Gesicht als die auf den Wähler herabregnenden Programme und Vorstellungen der Kandidaten bzw. der jeweiligen Parteien. Motto: Der „mündige“ Wähler gibt die politische Richtung vor. Der Parteien-Kandidat hat sich als dienender „Umsetzer“ der politischen Forderungen der Zivilgesellschaft zu beweisen. Wie so eine politische Meinungsbildung im Vorfeld einer Wahl in demokratischer Weise stattfinden könnte, darüber sollte man sich den Kopf zerbrechen. Im Anschluss an eine derartige öffentliche Meinungsbildung hätte eine Kandidatenbefragung eine ganz andere demokratische Qualität.

  2. …..etwas bedauerlich fand ich, daß bedingt durch den Spiele-Charakter („Infotainment“) nur sehr zufällig ausgewählte Themenbereiche aufgreifen konnte und mit 1 Minute Schnellantwort auch nur schlaglichtartig ein Überblick gegeben werden konnte. Manch Vertiefungen hätte ich mir gewünscht, aber ich verstehe auch, dass dies nur begrenzt möglich ist. Vielleicht auch symptompatisch für unsere Zeit und unsere Kultur, die durch schnelle Bilderfolgen, Übermaß an Informationen, „Zappen“ auf vielen Kanälen geprägt wird…..Umso beachtenswerter wie die drei Kandidaten sich damit trotzdem relativ gut darstellen konnten…(auch eine Art „Selection of the fittest=fastest“?????)…

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