Antwort des Landkreises / Hintergrundinformationen Baumfällungen Linsingenkaserne aus Sicht der Verantwortlichen

Ich habe heute eine Antwort mit ergänzenden Informationen des Landkreises zu den Baumfällungen erhalten und gebe sie hier im Wortlaut wieder:

Guten Tag,

auf Ihre Fragen zu den Baumfällungen können wir wie folgt antworten. Ergänzend dazu überlasse ich die Pressemitteilung, mit der die Arbeiten angekündigt wurden.

1. Wie ist die Entscheidung der Baumfällung zustande gekommen?

Die Baumfällarbeiten sind eine notwendige vorbereitende Maßnahme für den im Sommer 2019 beginnenden Rückbau der Gebäude und befestigten Flächen auf dem Grundstück der ehem. Linsingenkaserne. Insgesamt müssen 109 Bäume gefällt werden. Da gem. § 39 BNatSchG zwischen dem 1. März und 30. September eines Jahres ein Fäll- und Schnittverbot gilt müssen Baumfällarbeiten bis Ende Februar 2019 abgeschlossen werden.

Die wesentliche Kriterien für die Auswahl der zu fällenden Bäume waren:

a.)        Berücksichtigt wurden die Ergebnisse der im Jahr 2018 erfolgten wiederkehrende Regelkontrolle des Baumbestandes durch eine Baumsachverständige. Auf dem Gelände stehen insgesamt 212 Bäume. 10 Bäume, die aufgrund ihrer starken Schädigung als nicht mehr verkehrssicher eingestuft wurden, müssen gefällt werden. Diese sind in den 109 Bäumen enthalten.

Der entlang der äußeren Einfassungsmauern im Westen, Norden und Osten umlaufende, weitestgehend geschlossene Kranz aus alten und älteren Bäumen wurde sowohl von Landkreis Hameln-Pyrmont, Stadt Hameln und der GSW als auch von der Baumsachverständigen als besonders erhaltenswert eingestuft. Dieser Kranz hat zum einen eine hohe stadtbildprägende Bedeutung, zum anderen könnte er der zukünftigen Nutzung des Geländes von Anfang an einen besondere Prägung verleihen.  Darüber hinaus werden diverse ebenfalls als erhaltenswert eingestufte Bäume (einige Platanen, u.a. im Kinobereich, und einzelne Buchen) sowie ein Baumensemble aus 10 Kopfweiden erhalten. Auch einzelne Bäume im Bereich des geplanten Quartierparks werden nicht gefällt.

b.)        Wechselwirkungen mit den Rückbauarbeiten der Gebäude und befestigten Flächen:

Viele der Bäume stehen in der Nähe von Gebäuden, wobei teilweise die Baumkronen und dementsprechend auch die unterirdischen Wurzeln dieser Bäume bis unmittelbar an die Gebäude heranreichen. 

Im Rahmen der maschinellen Abbrucharbeiten der Gebäude käme es somit zwangsläufig zu gravierenden Beschädigungen von Wurzeln. Dabei hätten die betroffenen Bäume entweder unmittelbar ihre

Stand- und Bruchsicherheit durch den Abriss statisch wichtiger Haltewurzeln verloren oder die Vitalität der Bäume würde aufgrund der unvermeidbaren Wurzelverletzungen innerhalb eines relativ kurzen 

Zeitraums mehr und mehr eingeschränkt werden.

Ein Teil der Bäume befindet sich in unmittelbarer Nähe zu vollständig versiegelten und mit Einbauten (z.B. Tiefborde) versehenen Verkehrsflächen. Auch in diesen Fällen hätten die erforderlichen        

Rückbauarbeiten – selbst wenn sie in Handschachtung vorgenommen würden – zu gravierenden Wurzelverletzungen geführt. Somit wäre ein Fortbestand/Erhalt dieser Bäume im Zusammenhang mit

den erforderlichen Umbaumaßnahmen ebenfalls nicht mehr gegeben.

c.) Prüfung von Wechselwirkungen / Einschränkungen bei der weiteren Planung für die spätere Nutzung des Areals als Bildungs- und Gesundheitscampus.

2. Wurde ein Baumgutachter einbezogen?

Die Inhalte/Ergebnisse des von einer Baumsachverständigen erstellten Baumkatasters und der regelmäßig wiederkehrenden Baumkontrolle wurden berücksichtigt.

3. Wer waren die am Entscheidungsprozess beteiligten?

Der Landkreis Hameln-Pyrmont, die Stadt Hameln und die GSW. Wir arbeiten bei der Planung und Ausführung der Rückbauarbeiten partnerschaftlich zusammen und werden diese als gemeinsame Baumaßnahme realisieren.

4. Wann und wo erfolgen Nachpflanzungen?

Im Rahmen des Bebauungsplanes werden für die Erschließungsanlagen Bäume festgesetzt. Für den geplanten Quartierspark läuft aktuell ein Wettbewerb für Freiraumplaner. Auch hier werden neue Bäume gepflanzt. Im Zuge der weiteren Schulbauplanungen wird ein Freiflächenkonzept entwickelt und weitere Baumpflanzungen vorgenommen.

Mit besten Grüßen aus dem Kreishaus

Sandra Lummitsch

Pressesprecherin

Landkreis Hameln-Pyrmont

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