Fluchtschicksale/-schilderungen/-hilfe: Marie Reineke von No Name Kitchen berichtete

Hameln, 03.02.2026: Verlaufsbericht zur Veranstaltung „An den Außengrenzen der EU“ mit Marie Reineke am Montag, dem 02.02.2026. 40 Menschen waren erschienen, darunter aus dem Hamelner Rat Irene Wester-Hilpert sowie Merve Nietardt von den Grünen und der Fraktionsvorsitzende der SPD Wilfried Binder.

Die Referentin Marie Reineke war aus Warburg angereist, um für einen Perspektivwechsel in der Migrationsdebatte zu kämpfen. „Solidatität ist kein Verbrechen“ so lautete ihre erste Botschaft an die Zuhörenden. Rund vier Wochen hat die jetzt 28 Jahre alte Frau die Organisation „No Name Kitchen“ in Bosnien-Herzegowina unterstützt, eine Initiative, die Geflüchteten an den Außengrenzen Europas mit Kleidung, Essen und medizinischer Hilfe zur Seite steht. Im Vortrag wechselten sich persönliche Erlebnisschilderungen und Filmausschnitte aus der Dokumentation „Shadow Game“ ab. Die Sequenzen zeigten, zynisch gemeint, „Das Spiel“ auf Leben und Tod, das es für die teils erst 14 Jahre alten Menschen auf ihrer Route zu meistern galt, immer in Angst, von Grenzbeamten aufgegriffen, teils misshandelt und zurückgeschickt zu werden. Der Einblick in das harte Schicksal von Geflüchteten hat Marie Reineke tief bewegt. „Ich möchte meine Erfahrungen teilen, um Verständnis für die Lebensrealitäten von Geflüchteten zu schaffen!“ nennt sie als ihren Beweggrund ihre Erfahrungen weitergeben zu wollen. Sie wünschte sich: „dass der Abend zum Nachdenken anregt und Raum für Austausch schafft.“


Einblicke in den niederländischen Film aus dem Jahr 2021:

Untertext: Dieses Game ist natürlich gefährlich. Du kannst sterben und das Game verlieren. Aber wenn du es über die Grenze schaffst, hast du gewonnen. Deshalb nennen sie es ‚das Game‘.“ Nie im Leben hätten sich die Jugendlichen vorstellen können, dass sie einmal in dieser Situation sein würden, erzählen sie. Sie durchqueren heimlich schneebedeckte Wälder, Flüsse, müssen mit brutalen Grenzkontrollen rechnen, mit wilden Tieren und Minenfeldern. Über drei Jahre begleiten die beiden Regisseurinnen Minderjährige auf den Stationen ihrer Flucht quer durch Europa, die sie auch selbst mit ihren Handys dokumentieren. Ein unglaublich spannendes, dazu ästhetisch herausragendes Filmkunstwerk, das den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnet. Und ein aufrüttelndes Zeitdokument. Ysabel Fantou


Moderiert wurde die Veranstaltung von Karsten Holexa vom Verein Denkanstoß Hameln e.V. Es handelte sich um ein Gemeinschaftsprojekt zusammen mit der Allianz lebendige Demokratie im Weserbergland und dem Kulturbüro der Stadt Hameln. Suna Baris vom Integrationsbüro begleitete den Abend. Für den Austausch am Ende des Filmes stand ein kleines Buffet mit Fingerfood und orientalischen Speisen bereit.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine Vielzahl von Einzelgesprächen untereinander.

herral, 03.02.2026

Die DEWEZET hatte die Veranstaltung weder angekündigt, noch hatte sie Gelegenheit zur Berichterstattung genutzt.


Siehe auch:

Homepage zum Film: https://shadowgame.eu/en/film


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