Baumfällungen am Friedrich-Mauer-Weg in Hameln (11./12.02.2026)

Hameln, 12.02.2026: Die Stadt Hameln hat gestern und heute mit der Umgestaltung der Grünanlage am Rande der Kita auf dem Ada-Lessing-Gelände, der Fuß-/Radwegeverbindung Friedrich-Mauer-Weg / Justus-Kiepe- Straße begonnen. Die älteren großen Eiben, die auf dem Grünstreifen zwischen den beiden Fuß-/Radwegen gestanden hatten, wurden entfernt.

Erste Infos, Stichworte und Gedanken dazu:


Fotoaufnahmen vom 11. und 12.03.2026:


Der Umweltausschuss hatte dem Umgestaltungskonzept am 04.02.2026 einstimmig zugestimmt. Die Sitzung von Verwaltungsausschuss und Rat der Stadt Hameln zu der Beschlussvorlage steht noch aus.


Planskizze / Neuplanung:

Quelle/Download als PDF hier: https://ris.hameln.de/ris/hameln/file/getfile/94867


Die vorgenommenen Baumfällungen sind auf diesem Plan nicht ersichtlich.


In der Beschlussvorlage der Verwaltung 4/2026 heißt es auf Seite 4:

Gehölze
Rodung Gehölze bis 15 m 8 St.
Rodung Gehölze bis 25 m 3 St.
Neue Hochstammgehölze 20 St.
Neue zusätzliche Grünflächen
Stauden- und Gräserbeete rd. 200 m²
Neue Blühwiesen rd. 600 m²

Die Bewertung der ökologischen Auswirkungen wird im Klimacheck mit 2+ (stark positiv) angegeben.


Vorlage als PDF:

Quelle: https://ris.hameln.de/ris/hameln/file/getfile/94871



Kennen Sie die Eibe und ihre Bedeutung für unseren Naturraum?

Hier dazu eine Zusammenstellung:

Die Eibe ist ein besonderer Baum.

Das immergrünes Nadelgewächs ist die älteste einheimische Baumart Europas. Sie wächst sehr langsam, ist sehr schattenverträglich und kann ein sehr hohes Alter erreichen. Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Die Eibe war 1994 Baum des Jahres und 2011 Giftpflanze des Jahres.

Einst war sie eine häufig vertretene Nadelbaumart. Heute ist sie in Europa eine Rarität.

Ich erinnere mich noch genau an meine erste Waldführung in Hameln vor mehr als 30 Jahren, damals mit dem Stadtförster Heise. Dieser war sehr stolz auf die wenigen, jetzt aber wieder anwachsenden Eibenbestände im Stadtwald Hameln. Auch der jetzige Förster Herr Bölz unterrichtet bei seinen Waldbegehungen über die Bedeutung und Besonderheiten der Eibe.

In Hameln gibt es ein großes Exemplar an Schlägers Teich.

Die Eibe steht nach der Bundesartenschutzverordnung in wild lebenden Populationen unter einem besonderen Schutz. Vor wenigen Jahren stand die Eibe noch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Inzwischen hat sie sich etwas erholt und befindet sich auf der Vorwarnliste. Ihre ökologische und kulturelle Bedeutung ist hoch.

In Gärten ist sie als schnittverträglicher Baum oder als immergrüne Hecke zu finden. Sie bietet Tieren Unterschlupf/Schutz und mit ihren guten Nistmöglichkeiten einen wichtigen Lebensraum für die Tierwelt. Die leuchtend roten Beeren der Eibe sind ein willkommener Snack für viele Vögel, wie Kernbeißer, Kleiber, Amseln und Drosseln. Ihre Samen sind zwar giftig. Doch da der Kern der Steinfrucht von den Vögeln wieder ausgeschieden wird, schaden sie ihnen nicht.

Die Vorteile von Eiben

  • Vogelschutzgehölz
  • Vogelnährgehölz
  • Attraktives Nadelgehölz
  • Wächst im tiefsten Schatten
  • Sehr schnittverträglich und formbar
  • Entwickelt dichte, immergrüne Hecken
  • Vielseitiges Formgehölz
  • Alle Eiben sind sehr winterhart
  • Erreichen ein hohes Alter

In allen alten Kulturen wurde die Eibe als heiliger Baum verehrt. Für die Germanen war die Eibe ein Sinnbild für Tod und Wiedergeburt und galt als Schutz vor bösen Geistern, Krankheiten und Unheil.

Eine Fällung sollte nur nach sorgfältiger Abwägung und unter Berücksichtigung aller Alternativen durchgeführt werden.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Eibe

https://www.ardalpha.de/wissen/natur/pflanzen/europaeische-eibe-baum-des-todes-gefaehrlich-hecke-giftig-tpaterzell-eibenwald-100.html

https://www.bund-naturschutz.de/pflanzen-in-bayern/europaeische-eibe-naturschutz

https://www.krautundrueben.de/vielseitige-eibe


Zusammenstellung: Ralf Hermes, 12.02.2026

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