Hameln, 14.03.2026: Achtung: EILT! Den folgenden Beitrag von Birgit Wendling über Änderungsplanungen im Liniennetz unserer Öffis lege ich dringend zum Lesen ans Herz:
Mehr Angebot, bessere Verbindungen, ein starkes Netz?
Die Öffis planen viele Änderungen im Liniennetz, die im Herbst 2026 in Kraft treten werden. Unter mobilitaet@hameln-pyrmont.de kann man sich bis zum 22. März 2026 per e-Mail dazu äußern. Ich fordere alle Betroffenen auf, das mit Lob und Kritik zu tun! Unter oeffis.de/netz2026 sind die Ergebnisse der Überplanung nach Linien sortiert einsehbar.
Im Internet steht seit dem 27. Februar 2026 unter dem Titel “Mehr Angebot. Bessere Verbindungen. Ein starkes Netz:
“Mit der umfassenden Netzüberplanung wird das Busangebot im Landkreis Hameln-Pyrmont gezielt weiterentwickelt. Fahrgäste profitieren künftig von klareren Linienstrukturen und besseren Anschlüssen.“
Was das im Einzelfall bedeutet, möchte ich als selbst Betroffene am Beispiel der Linie 3 für den Ortsteil Klein Berkel darstellen. Eine vollständige Analyse kann ich nicht leisten, da die Änderungen allein für Klein Berkel und die Linie 3 zahlreich sind und Klein Berkel von mehreren Buslinien berührt wird.
Die Öffis schreiben zur neuen Linie 3 im Internet (Auszug) lapidar: “Die Linie 3 übernimmt die Fahrten der bisherigen Linie 6. Die Leistungen der bisherigen Linie 3 werden in die Linie 30 integriert. Am westlichen Ende fährt die Linie nach Ohr oder Groß Berkel.”
Bei näherem Hinsehen bedeutet das für die Menschen in Klein Berkel:
- Es gibt in Zukunft keine Linie mehr, die es ermöglich, wie bisher ohne Umsteigen von einem Ende Klein Berkels zum anderen zu kommen. Klein Berkel hat knapp 5.000 Einwohner in ca. 2.500 Haushalten und liegt am Ohrberghang sowie im Tal der Humme. Daher sind einige Höhenmeter zu überwinden, wenn man vom “Berg” ins “Tal” will und umgekehrt. Fußläufig ist das daher für ältere und gehbehinderte Menschen teilweise schwierig. Die Entfernungen innerhalb Klein Berkels sind nicht zu unterschätzen.
- Die Linie 3 wird nicht mehr durch Talstraße, Brückenstraße und Hohe Linden zum Multimarkt führen. So ist es für Menschen, die am Ohrberg wohnen, nicht mehr möglich, direkt zu den beiden Klein Berkeler Apotheken (Brückenstraße und Multimarkt), zum Ärztehaus (Hausarztversorgung und Zahnarztpraxis = einzige Arztpraxen in Klein Berkel), zu den zwei Physiotherapiepraxen (Elithera und Theravio) sowie zu den Sportanlagen des TSV Klein Berkel-Wangelist und zu den Geschäften am Multimarkt zu kommen.
- Die Talstraße und die Brückenstraße sollen künftig direkt von Hameln aus durch die Linie 30 via Ottostraße angefahren werden. Die Straße Hohe Linden wird gar nicht mehr angefahren, die Haltestelle Multimarkt-Süd fällt weg. An der B1 soll die Haltestelle Multimarkt-Nord bestehen bleiben und wie bisher von der Linie 30 bedient werden.
- Statt der weggefallenen “Talstrecke” parallel zur Humme wird die Linie 3 nun um Haltestellen der bisherigen Linie 6 ergänzt und führt in Richtung Ohr/Groß Berkel statt zum Multimarkt.
- Die Öffis erwähnen in ihrer Kurzdarstellung nicht, dass auf der Linie 3 in Richtung Hameln künftig der beliebte Halt “City/Pfortmühle” wegfallen und durch den Halt “Zehnthof” ersetzt werden soll. Damit werden die Wege zur Stadtgalerie und zur Stadtbücherei weiter.
- Es sieht für mich so aus, dass in Zukunft die Haltestelle Ottostraße zum zentralen Umsteigepunkt zwischen den Linien 3 und 30 für Fahrten innerhalb von Klein Berkel werden könnte. Falls das so gedacht ist und die Verbindungen entsprechend getaktet werden, sind eine Verlegung der Haltestelle und Baumaßnahmen notwendig. Hier ist bisher schon eine Gefahrenstelle mit wenig Platz auf dem Gehweg. Es wäre außerdem zu berücksichtigen, dass in der Ottostraße das neue Feuerwehrhaus gebaut wird.
Die Öffis sollten die knappe Frist 22. März 2026 um noch einmal mindestens drei Wochen verlängern, nachdem die jeweils geplanten Änderungen des Linienverlaufs (nicht die kompletten Fahrpläne) in den Bushaltestellen ausgehängt wurden. Die jetzige Methode der Bekanntmachung nur per Internet und der Einholung von Rückmeldungen nur per e-Mail geht an allen nicht technikaffinen Nutzerinnen und Nutzern vorbei. Als DRK-Vorsitzende des Ortsvereins Klein Berkel-Ohr kann ich sagen, dass viele ältere Menschen von den Änderungen betroffen sein werden, sie aber derzeit nicht mitbekommen oder sich nicht elektronisch dazu äußern können.
(Quellen: https://www.oeffis.de/service/aktuelles/1192.htm und Dewezetbericht vom 14. März 2026)
Birgit Wendling, Klein Berkel