Hameln, 10.04.2026: Was passiert mit dem 164er Ring? So lautete die Frage, mit der die Stadtverwaltung Hameln zum Austausch über den Verkehrsversuch eingeladen hatte. Kurz nach Beginn der Veranstaltung habe ich 59 Teilnehmer gezählt, darunter 13 Funktionsträger (Verwaltung, Mitglieder des Stadtrates, Medienvertreter).
Die Begrüßung, Moderation und Vertretung der Stadtverwaltung Hameln übernahm Hamelns Stadtbaurat Markus Pfeiffer. Gleichfalls vor Ort waren Oberbürgermeister Claudio Griese und der Fachbereichsleiter Umwelt und technische Dienst Sven Szubin.
Markus Pfeiffer verwies in seiner Begrüßung auf das am 11.11.2020 beschlossene Integrierte Stadtentwicklungskonzept für Hameln* und die Überlegung, den „Zipfel“ der Grünanlage am Hamelufer dem Bürgergarten zuzuschlagen. Grundlage des heutigen Treffens sei aber der Beschluss zur Durchführung eines Feldversuches am 164er Ring auf Antrag der Gruppe SPD/Bündnis 90/Grüne, welcher am 17.12.2025 im Rat verabschiedet wurde. Hintergrund des Beschlusses sei, die Lebensqualität der Menschen im Quartier rund um den 164 er Ring durch die Herausnahme des Durchgangsverkehrs zu verbessern.
Ob dieses machbar ist, welche Auswirkungen sich durch die Änderung der Verkehrsführung ergeben, all das soll Gegenstand eines Verkehrsgutachtens sein. Dazu wurden im folgenden die Einzelheiten vom beauftragten Verkehrsbüro Zacharias aus Hannover erläutert. Der heutige Abend solle eine Perspektive für eine gegenseitige Verständigung und ein konstruktives Miteinander aufzeigen.
Der Versuch solle belastbare Zahlen liefern, er sei ergebnisoffen. Im Anschluss des Versuchs erfolge eine Freigabe der Straße. Während des Versuches sei eine Durchfahrt für Feuerwehr und Rettungsdienste möglich. Auch der Anlieferverkehr für das Cafe am Ring würde gewährleistet. Die Abstellmöglichkeit für Reisebusse an der Ringstraße würde für die Zeit des Probelaufes an die Deisterallee (gegenüber) verlegt.
Für das Büro Zacharias erläuterte dann Felix Bögert die Planung der Verkehrszählung und gab viele Einzelinformationen zu möglichen Auswirkungen.
Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger machten rege von der Fragemöglichkeit Gebrauch. Vertreter der anliegenden Gewerbeimmobilien (Laborgemeinschaft Falkestraße / Praxis Morell / Café am Ring) äußerten ihre Sorgen und Bedenken. Der Austausch verlief größtenteils sachlich. Es zeigte sich aber auch eine in Teilen emotionale Bewertung/Verurteilung der Planungen. Etwa 1/3 der Zuhörenden klatschten bei deutlicher Kritik Beifall.
Der weitere Verlauf des Versuches wurde so beschrieben:
a) Verkehrszählungen über 24 Stunden an einem „Normalwerktag“ an sieben Zählpunkten und zwar vor Beginn und dann während des Probelaufes
b) Vergleich der beiden Zählungen mit den absoluten Belastungen und Differenzen
c) Analyse der Verlagerungen, Beurteilung der Verträglichkeit im Straßennetz
d) Empfehlungen des Büros
Insgesamt soll es drei öffentliche Termine gegen. Ein Termin soll den Zwischenstand darstellen. Alle Ergebnisse und die Werte der Zählungen würden veröffentlicht.
Die Sperrung des 164er Ring für den Probelauf erfolgt im Mai.

Oberbürgermeister Claudio Griese meldete sich einmal zu Wort. In seinem Beitrag deutete er an, dass wenn die Zwischenergebnisse eindeutig kritische Werte für eine Realisierung der Sperrung liefern, eine Verkürzung des Probelaufes von den Verantwortlichen im Rat diskutiert werden könnte.
Der Stadtbaurat Markus Pfeiffer betonte mehrfach, dass sich alle Betroffenen mit ihren Einschätzungen während des Probelaufes jederzeit an die Verwaltung wenden könnten.
Die Veranstaltung endete um 20:07 Uhr
Für radio aktiv war Oliver Hoppe, für die DEWEZET der Chefredakteur Thomas Thimm vor Ort.
radio aktiv Bericht vom 10.04.2026:
Auszug aus dem ISEK 2030* „Zentrales Ziel ist dabei die Steigerung der Attraktivität der Grünflächen, das Schaffen von Aufenthaltsräumen und die
Erhaltung und Wiederherstellung der grünen Infrastruktur. Weserpromenade, Werder und Europaplatz sind neben dem Bürgergarten die einzigen zentralen Grün- und Freiräume in der Hamelner Altstadt.
Seite 15: https://www.hameln.de/fileadmin/media/user_upload/ISEK_altstadt.pdf
herral, 10.04.2026
Bilder vor Ort vom 24.03.2026















