Schützt die Platanen am Langen Wall!

Hameln, 06.09.2026: Ich habe am letzten Samstag im Rahmen der Kommunalwahlinfostände noch einmal mehrere Gespräche über den Wert unseres Bestandsgrüns (alte/größere Bäume) geführt. Konkret ging es um die Baumfällungen anlässlich der Sanierung des Weserufers und die Sanierung der Grünverbindung Friedrich-Maurer-Weg (Fuß-Radweg zur Süntelstraße).


Das Gespräch führte ich mit Ratsvertretern aus CDU, SPD, Grüne und FDP. Vorher hatte ich schon mit den Verantwortlichen der Verwaltung geredet.

Alle Gespräche verliefen freundlich – im Ergebnis aber enttäuschend.


Ein Rat ist mir besonders hängen geblieben. Er lautete sinngemäß, dass ich bitte früher Infos geben solle.


Das tue ich jetzt mit dem Aufruf: „Schützt die verbleibenden Bäume am Weserufer“, und ganz konkret meine ich zwei stadtbildprägende Platanen am Langen Wall.


Um diese Bäume geht es insbesondere:


Baumbestandsansicht – Luftbild Google:


Schaut man in die Pläne der Verwaltung, konkret in das Städtebauliche Gesamtkonzept Weserufer – Baustein 5 / ISEK aus dem Jahr 2017 (Downloadquelle) so sollten alle Alarmglocken angehen!

Geplant ist für die Weserpromenade Langer Wall eine Erneuerung des Bepflanzungkonzeptes. Dieses soll eine „gewisse Abschirmung zur Papenstraße herstellen andererseits soll die Einsehbarkeit der Promenade und damit die soziale Kontrolle stärker als heute möglich sein.“

Anders und noch deutlicher formuliert: Es wird geplant, die Kettensäge rauszuholen.

Für den Bereich der Schule am Langen Wall, Standort der alten, großen Platanen heißt es unter „Weser-Wohnprojekt“, dass ein Neubau eine Option ist. Auch hier ist von einer „Verbesserung der Durchgrünung diese Promenadenabschnitts zur Verbesserung des Mikroklimas“ die Rede.

Meine Meinung: Mehr „Grün“ als mit den alten Bäumen geht gar nicht.

Fazit: Diese Bäume sind ganz konkret gefährdet.


Die Erfahrungen der letzten Jahre, angefangen mit der Sanierung der Fußgängerzone bis hin zur aktuellen Weserufermaßnahme zeigen, dass Stadtplaner in erster Line etwas Neues schaffen wollen.

Auch die „Klimakiste“ mit ihren vielfältigen Informationen am Hochzeitshaus hat sich m.E. in keiner Weise auf das praktische Handeln der Verwaltung ausgewirkt.


Eine Baumschutzsatzung gibt es in Hameln nicht mehr. Die interne Baumschutzrichtlinie der Verwaltung ist aus meiner Sicht wirkungslos.


Der einzige wirksame Schutzstatus, den Bäume in Hameln haben, ist die Sicherung als Naturdenkmal.


Gründe, warum das notwendig ist:

  1. Die Platane am Hallenbad Hafenstraße ist als Naturdenkmal geschützt. Nicht einmal das hatte ein Planungsbüros davon abgehalten, die Fällung dieses Bäume zu beanspruchen:

Zum Glück ist es hier nicht zu einer Realisierung gekommen. Vielleicht war ja auch das Naturdenkmal „Schuld“, dass anstelle eines Luxusneubaus das alte Hallenbad erhalten wurde und dort jetzt eine Kita ist. https://hamelnerbote.de/archive/13218


Theoretisch schützt die Baumschutzrichtlinie der Stadt Hameln das öffentliche Grün. Wie real aber dieser Schutz funktioniert, sollen noch mal folgende Beispiele in Erinnerung rufen:

Im Bereich des Friedrich-Maurer Weges „entgrünt“ die Stadtverwaltung mit Billigung aller Ratsfraktionen einen Grünzug um einen neuen Grünzug anzulegen. https://hamelnerbote.de/archive/35055

Am Aubuschweg wurde der HWG freie Hand gegeben, die großen Parkplatzbäume schon mal „präventiv“ zu fällen. https://hamelnerbote.de/archive/35518

Im Bereich der Breslauer Straße in Afferde wurden in diesem Jahr im Rahmen der Straßensanierung sechs größere Bäume gefällt. Diese Sanierung läuft rhetorisch als Verbesserung des Grüns mit Begriffen wie Klimaanpassung und ähnliches. Tatsächlich wurde die Grünbilanz verschlechtert. (https://hamelnerbote.de/archive/36608)


Aufnahmen von der anderen Weserseite / Werder am 06.09.2026

Ralf Hermes, herral, 06.09.2026

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