Hameln, 18.09.2026: Die DEWEZT vom 26.02.1931 berichtet:

Deister und Weser Zeitung Hameln, Montag, 26. Januar 1931.
Wieder eine schwere Schlägerei.
In der Nacht zum Sonntag gegen 1Uhr kam es zu einer förmlichen Straßenschlacht in der Bau-, Ritter- und Osterstraße. Bei einem im Gewerkschaftshaus stattfindende Vergnügen waren auch einige Gäste erschienen, die hier als Nationalsozialisten bekannt sind. Als diese am Schanktisch standen, wurden Rufe wie: "Raus mit den Nazis!" laut. Es kam daraufhin zu einer schweren Schlägerei, bei der Tische, Stühle, Gläser und Fensterscheiben in Trümmern gingen, und mit Stuhlbeinen, Totschlägern, Knüppeln und anderen Mordinstrumenten geschlagen wurde. Die Nationalsozialisten suchten in der "Börse" Schutz, verfolgt von einer großen Menschenmenge, die sich dann vor der "Börse" ansammelte und das Lokal zu stürmen suchte, das aber schnell geschlossen wurde. Die Polizei verhinderte weitere Ausschreitungen und zerstreute die angesammelte Menschenmenge. Wie wir dazu noch hören, soll der Anführer der Nationalsozialisten bei der Schlägerei zwei Messerstiche im Gesicht davon getragen haben.
In derselben Nacht gegen 2 Uhr kam es zu einer zweiten Schlägerei. Ein Reichswehrsoldat wurde von Passanten, die von einem Vergnügen heimkehrten, mit Rufen, wie "Heil Moskau!", belästigt, und als er davon keine Notizen nahm, täglich angegriffen, so dass es zu einer Schlägerei kam. Der Reichswehrsoldat, der die Namen der Angreifer feststellen konnte, erstattete Anzeige.
In der Niedersächsischen Volksstimme vom 26.01.1931 ist (vermutlich) der Bericht zu dem Vorfall ausgeschnitten worden. Es ist kein Beitrag zu finden, allerdings eine Lücke im Hameln-Teil.
Zwei Tage nach dem Vorfall besuchte Paul Löbe Hameln und war auch im Gewerkschaftshaus in der Baustraße.
Bericht siehe hier: