Vorgestellt: Sven Kornfeld – OB-Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Stadt Hameln

Hameln, 22.08.2021: Interview zur Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Hameln. Sven Kornfeld im Gespräch mit Ralf Hermes.

Ein Verlaufsbericht zu acht Fragen:

Frage 1: Können Sie zum Einstieg drei Ihrer hervorstechenden Wesensmerkmale / Eigenschaften benennen?

Antwort:

Das erste ist kommunikativ. Ich komme mit jedem im Gespräch, unabhängig von der Couleur. Ich komme aus dem basisdemokratischen Spektrum, Kommunikation ist der Grundstein gemeinsamer Lösungen.

Das zweite ist konsensorientiert. Als Oberbürgermeister einer Stadt muss man Diplomatie mitbringen und ein Gespür für die Bürger*innen dieser Stadt besitzen, um möglichst viele Menschen „mitzunehmen“ und diese Gabe besitze ich durchaus. 

Die dritte Eigenschaft ist willensstark. Daher auch das Motto: „Für eine Stadt mit Haltung“. Feste Ziele setzen, eine klare Haltung besitzen und diese Ziele gemeinsam erreichen!  

Frage 2: Mögen Sie vielleicht noch drei Hobbies nennen, mit denen Sie sich privat beschäftigen:

Antwort:  An erster Stelle steht meine Familie, meine Lebenspartnerin Katja, die beiden Teenager Leyli und Kian und natürlich unsere Hündin Frida. Als zweites die Politik im Ehrenamt, das ist mir sehr wichtig und nehme ich sehr ernst, mich für die Gemeinschaft einzusetzen – fordert jedoch viel Zeit. Wenn dann noch Platz ist, gehe ich gerne mit Frida in die Natur, sei es, dass wir wandern, laufen oder radfahren. Hunde sind meine große Leidenschaft und ich übernehme auch ältere Tiere aus dem Tierschutz. Ich mag zudem alles mit zwei Rädern, mein Lastenrad, aber am liebsten fahr ich mit dem Mountainbike in den Wald. Ein Elektromotorrad fehlt mir noch, das muss ich zukünftig noch verändern. Möglichst wenig CO-2 Ausstoß ist mir wichtig – daher führe ich ein klimasensibles Leben, wenngleich auch ich noch Einsparpotenziale habe.

Frage 3: Was ist Ihre Motivation für das Amt, oder anders, warum wollen Sie sich das antun?

Antwort: „Antun“ (?) das sehe ich anders. Wir Grüne haben zunächst sehr aktiv nach einer Kandidatin gesucht. Hier habe ich mich selber beteiligt, weil auch mir das wichtig wäre. Als das gescheitert war, wurde ich gefragt. Als Fraktionsvorsitzender stecke ich tief in den lokalen Themen und nach einer Bedenkphase wurde mir klar, wie viel man erreichen könnte. Im Rückblick haben wir in den vergangenen 5 Jahren viel bewegt. Als Beispiel die Hafenverfüllung verhindert, mit Petitionen Bürgerengagement gestärkt.  Viele lokale Themen, wie auch der Erhalt des Wienerwald, wo wir Peter Kurbjuweit und die Linke unterstützt haben. Zum Schießplatz Holtensen haben wir als erste unsere Einwände kundgetan. Wir haben uns um den Erhalt des Kunstrasenplatzes an der Süntelstraße gekümmert und die inklusive Kita Nordstadt voran gebracht. Der Spielplatz auf dem Werder realisiert und der Skatepark beschlossen, ein nachhaltiges Konzept zur Rettung der Innenstadt gefordert und realisiert, das Schulentwicklungskonzept entscheidend mitgestaltet und ein Naturschutzgebiet auf dem Ravelin Camp auf den Weg gebracht. Dies um nur einiges zu nennen – all das hat mich bewogen, zu kandidieren. Wir sind nämlich an Grenzen gestoßen, die auch in der Verwaltungsspitze liegen. Ich glaube als Oberbürgermeister kann man in der Verwaltung für die Stadt viel bewegen und wenn man das Ohr am BürgerInnenwillen hat und wir gemeinsam bessere Kompromisse finden können.

Unterbrechung / Zwischenfrage: Dennoch die Frage, geht es um lokalpolitisches Engagement für die Partei oder wirklich um das Amt als Ziel?

Antwort: Darüber habe ich gut nachgedacht, denn wenn ich kandidiere, dann bin ich mir auch sicher, dass ich das machen möchte. Ich bin überzeugt, dass ich das Amt wahrnehmen kann. Daher ist die Kandidatur absolut ernst gemeint, ich bin entschlossen und mein Ziel ist es, zunächst in eine mögliche Stichwahl zu kommen.

Frage 4: Fühlen Sie sich qualifiziert 800 Mitarbeitende zu führen? Wo liegen Ihre Stärken in der Personalführung?

Antwort: Wichtig ist, dass man ein Gefühl für Verantwortung hat. Auch als Lokführer habe ich erhebliche Verantwortung – teilweise befinden sich bis zu 1000 Menschen mit mir im Zug. Klar kann man das nicht eins zu eins übertragen, aber ich habe schon sehr früh politisch oder auch gesellschaftlich Verantwortung übernommen und maßgeblich in verschiedenen Projekten mit Menschen zusammengearbeitet, um im Team mit Menschen etwas neu zu schaffen. Auch im Rathaus arbeitet man als Oberbürgermeister im Team. Ich komme nicht aus festen Strukturen, bin kein „vorgefertigter“ Verwaltungsmitarbeiter. Dem Rathaus würde es gut tut, von außen einen ggf. auch anderen Blick mit rein zu bekommen. Ich weiß zudem, dass es dort sehr viele verwaltungskundige Menschen gibt, mit denen ich Freude hätte, gut zusammenzuarbeiten.

Das wichtigste für Führungskompetenz ist meiner Meinung nach das Gefühl für Verantwortung, zusammen mit Kommunikation auf Augenhöhe. Das betrifft jeden Mitarbeiter unabhängig von seiner Position. Ein Oberbürgermeister sollte aus der Mitte der Gesellschaft kommen, die Stadt und alle Bürger*innen gut repräsentieren. Ich fühle mich hier als Grüner Familienmensch klar der Mitte zugehörig, habe neue Ideen. Ich denke, dass ich ein Vertreter aller Bürger*innen sein werde.

Frage 5: Zur Sacharbeit in/für die Stadt Hameln. Ihre Kernvision für Hameln 2030? Drei Oberbegriffe als Priorität nach jetzigem Stand. Das Vordringlichste für unsere Stadt:

Antwort:

1. Klimaneutralität erreichen und unser Klimaschutzkonzept umsetzten. Wir müssen den Ratsbeschluss konkretisieren. Das wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein, in Kombination mit einem wirklich neuen, vernetzten Denken. Das Klimaschutzkonzept wird erst 2022 beschlossen, wir müssen den Stillstand der letzten Jahre aufholen und ambitioniert und entschlossen handeln.

2. Soziale Gerechtigkeit ist mir wichtig. Wir müssen Kinderarmut bekämpfen und Bildung und Teilhabe aktiv fördern. Ich kann das nicht hinnehmen, dass Kinder teils nicht mehr als ihre Mahlzeiten bekommen. Kindern aktiv helfen und die soziale Schere nicht weiter auseinandergehen zu lassen muss auch kommunales Ziel sein. Das ist lokal verknüpft z.B. mit Themen wie Wohnungsnot oder auch der Arbeit des Frauenhauses.

3.  Wirtschaft und zwar verknüpft mit Klimaschutz / Ökologie. Mobilität, Wärmedämmung von Häusern, …  bei allen Themen ist Wirtschaft wichtig und muss ganzheitlich betrachtet werden. Aufhören muss z.B. das Abwerben von Firmen durch Konkurrenz zu den Nachbarkommunen auf Kosten der Umwelt. Wirtschaftsförderung muss anders gedacht werden – Unternehmen brauchen eine lebenswerte Stadt – für ihre Mitarbeiter*innen. Infrastruktur ist sowohl in neuen Mobilitätskonzepten vernetzt mit ÖPNV und Radfahren wichtig wie aber auch der soziale Aspekt – Krippen, Kita oder Schule.

 Klimaschutz – Wirtschaft – soziale Gerechtigkeit gilt es gerecht und gut vernetzt zu gestalten.

Frage 6: Unterstützung – auf welches Netzwerk, welche Personen wollen Sie bauen? Wer gehört zu Ihrem Team?

Antwort: Ich bin sehr umtriebig in der Stadt und halte einen engen Draht zu den Umwelt- und Sozialverbänden, Vereinen und vielen engagierten Menschen. Alle die möchte ich als Netzwerk vor Ort einbeziehen. Aber auch andere gilt es aufzubauen oder besser zu nutzen.  Die Beispielkommunen, die Klimaschutz innovativer umsetzen, z.B. in Baden-Württemberg, können helfen. Hier kann ich die Kontakte innerhalb der Grünen Partei auch überregional aktiv einbinden. Als Oberbürgermeister würde ich aber immer auch parteiunabhängig andere Netzwerke suchen, z.B.  zusammen mit Städten, die zu uns passen und vergleichbare Herausforderungen haben. Voneinander lernen und unser Wissen teilen. Das geht bis hin zum Austausch innerhalb von Europa.

Wichtig ist mir dabei, dass es nicht um ein Schild am Rathaus, sondern um aktive Einbindung geht.

Frage 7: Wie geht es weiter? Was sind Ihre Vorstellungen für den Wahlkampf in Corona-Zeiten?

Antwort: Wir sind ja schon in der Endphase. Natürlich versuche ich in den sozialen Medien präsent zu sein. Eher aber bevorzuge ich das persönliche Gespräch. Immer, wenn ich die Runde mit dem Hund mache, komme ich später als geplant nach Hause. Man kann so viel wahrnehmen, wenn man mit Menschen redet. So treffe ich z.B. fast jeden Tag Menschen, die barrierefreien Wohnraum suchen.

Natürlich gibt es neben der grünen Homepage mit unserem Wahlprogramm auch gedruckte Flyer und Plakate, für die Ortsteile sind „Radgespräche“ vorgesehen. Zu bestimmten Terminen laden wir im Team mit unseren örtlichen Kandidaten zum Gespräch in den Stadtteilen ein.

Frage 8:  Ihr Fazit zum Gespräch heute? Haben Sie noch Wünsche / „letzte Worte“ (für heute):

Antwort:

Natürlich wünsche ich mir, dass schon der Wahlkampf etwas bewirkt. Wichtig ist Themen zu setzen und über Problemlösungen zu diskutieren. Hier gilt es auch alle MitbewerberInnen thematisch festzulegen.  Viel war in der Vergangenheit möglich – vieles wurde aber auch schleifen gelassen.

Mein Ziel ist es, dass Politik und die Bürger*innen alle fachlichen Informationen ungefiltert bekommen. Das ist eine Grundlage von Mitbestimmung – absolute Transparenz. Zudem möchte ich eine Kultur im Rathaus, die jeden Mitarbeitenden ernst nimmt und verhindert, dass gute Ideen oder fachliche Expertise beim Vorgesetzten enden – dies werde ich einfordern.

Mein Wunsch wäre ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz und zu den sozialen Themen aller KandidatInnen. Ein transparenter Haushalt und echte Bürgerdialoge, in denen nicht vom Gefühl her schon eine bestimmte Richtung vorgegeben ist, sind mir wichtig. Ich bin überzeugt, dass ich in die Rolle des Oberbürgermeisters reinwachsen werde. Meine klare Haltung zu den Kernthemen wird hierbei ebenso von Nutzen sein – wie der enge Draht zu den Mitmenschen in unserer Stadt.

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Das Gespräch ist am 20.08.2021 geführt worden.  Dieses vorliegende Dokument wurde von Sven Kornfeld für eine Veröffentlichung beim Hamelner Boten freigegeben.

Download als PDF:

Hameln, 22.08.2021, Ralf Hermes

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