Eine Veranstaltung – zwei Diskussionsebenen: Oberbürgermeister- und Bundestagswahl. Kandidatenvorstellung in der Sumpfblume

Hameln, 26.08.2021: Der DGB Hameln-Pyrmont hatte eingeladen und (fast) alle waren gekommen, viele aber auch nicht.

Ein Verlaufsbericht:

Die „Spitze“ des DGB Niedersachsen auf der einen Seite, die heimischen Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestags- und für die Oberbürgermeisterwahl auf der anderen Seite. Um 17.30 Uhr ging es los. Um 21.00 Uhr endete der offizielle Teil. Die Moderation übernahm Johannes Grabbe vom DGB Hannover. Herr Grabbe, zuständig für Wirtschafts-, Umwelt- und Europapolitik moderiert souverän durch die verschiedenen Bereiche einer sehr abwechslungsreichen Veranstaltung.

Startredner war Thorsten Hannig. Der Regionsgeschäftsführer referierte ruhig und fachlich zum Thema „Gute Kommunalpolitik… Für Niedersachsen jetzt! Kommunen der Zukunft gestalten.“ Die Broschüre mit den inhaltlichen Aussagen ist hier als Download erhältlich. Link.

Es folgte die erste Diskussionsrunde mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hameln. Welches ist das erste Anliegen, welches die Kandidaten umsetzen wollen? Welches die drei wichtigsten Punkte für den Bereich Wirtschaft? Publikumsfragen. Wie wird Hameln in fünf Jahren zu beschreiben sein? Die Antworten der Kandidaten waren vielfältig und boten einen Einblick in die Fähigkeiten der verschiedenen Menschen sich darzustellen und ihre Positionen zu erläutern.

Auf dem Podium saßen: Anke Blume (FDP), Julia Maulhardt (parteilos), Claudio Griese (CDU), Sven Kornfeld (Grüne) und Dr. Robert Wycislo (SPD).

Anschießend gab es Kultur. Improvisationstheater mit den Improkokken.

Mit Dr. Mehrdad Payandeh, den Bezirksvorsitzenden des DGB Niedersachsen wurde es dann wieder ernst. Die Pandemie habe auch gezeigt, wie anfällig die Demokratie ist. Dr. Payandeh wollte wachrütteln. Deutschland ist, was die Produktivität pro Kopf angeht, die stärkste Nation der Welt. Diskutiert wird aber teilweise wie in einem Dorf und mancher würde auf „Heulsuse“ machen. „Fürs Gestalten von Zukunft ist Selbstbewußtsein erforderlich!“ Es folgten fachliche Aussagen zur sozialen und wirtschaftlichen Lage und zu Schluss ging der im Iran geborgen Vorsitzende noch kurz auf seine persönliche Vita ein. Er bemängelte, das so viele Menschen ihre im Alltag selbstverständlichen Rechte nicht wertschätzen. „Demokratie ist eine zarte Pflanze. Sie gilt es zu schützen.“

Die Diskussionsrunde mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl startete mit der Frage, was der Einzelne als wichtigste Maßnahme zuerst umsetzen würde. Mindestlohn, Bildung, Wirtschaft, Verkehr, … – es folgte ein Streifzug durch verschiedene Themen und durchaus kontroverse Bewertungen der Aussagen der Kandidaten untereinander. Von „unzulässiger Überspitzung und Angst machen für die Mittelschicht“ war die Rede. Zweimal erfolgten Zwischenrufe „Schwachsinn“ und andere Unwillensäußerungen aus dem Publikum. Alle waren engagiert und in Teilbereichen kämpferisch. Die Reaktionen waren interessant und gerade in Konfliktfällen bekommt man weitere Einblicke in die Persönlichkeit der Menschen.

Auf dem Podium saßen: Mareike Lotte Wulf (CDU), Helge Limburg (Grüne), Stephan Marquardt (Die Linke) und Moritz Mönkemeyer (FDP). Johannes Schraps (SPD) fehlte, da er in Berlin einen Termin hatte.

Es folgte ein weiterer Auftritt der Improkokken und dann beendete Anja Piel vom DGB Bundesvorstand die Veranstaltung mit einer frei gesprochenen Schlussrede. Es gelang ihr trotz fortgeschrittener Runde noch einmal die Zuhörer zu packen und einen guten Abschluss für einen langen, aber kurzweiligen Abend zu setzen. Der DGB lud noch zu einer Abendsuppe und Getränke ein. So bestand in zwangloser Runde die Möglichkeit, persönlich mit ein Rednerinnen und Redner zu sprechen.

Es gäbe am Rande noch viel mehr zu berichten. Inhaltliche Aussagen der Kandidaten zu kommentieren. Gedanken zu einer „geschickt“ (oder auch unfair) platzierten Tasche als Schleichwerbung aufzuschreiben. (Danke an die Improkokken fürs dezente verschieben.) Ich denke aber der Text ist schon lang genug. Die Frage, welche Medienvertreter vor Ort waren und berichten werden, ist noch offen. Bekannte Reporter habe ich nicht gesehen.

Rund 50 Personen waren in der Sumpfblume vor Ort. Eine Aufzeichnung bzw. digitale Übertragung ins Internet gab es nicht.

Ich bedanke mich bei den Veranstaltern und allen Redner für einen gelungenen politischen Abend mit vielfältigen Eindrücken und Erkenntnissen.

Diese Veranstaltung hätte mehr Gäste verdient gehabt. Corona wirft auch hier einen Schatten auf die politische Kultur in unserem Land.

Ralf Hermes, 26.08.2021

Nachtrag: Ein Austausch mit unserem Lokalsender Radio Aktiv ergab, das dort keine Informationen zur Veranstaltung (Einladung/Ankündigung) vorgelegen habe.

4 Gedanken zu „Eine Veranstaltung – zwei Diskussionsebenen: Oberbürgermeister- und Bundestagswahl. Kandidatenvorstellung in der Sumpfblume“

  1. Nichts ist momentan schwieriger, als die persönlichen Lichtgestalten, sowohl der kommunalen und der Bundeswahl zu finden. Die DGB-Veranstaltung wurde nicht ausreichend angekündigt. Sehr schade.

    1. Die DGB-Veranstaltung war leider eine geschlossene Veranstaltung mit begrenztem Personenkreis. (Corona…) Leider hat aber zumindest Radio Aktiv keine Einladung erhalten, so dass die „Mulitiplikation“ in die Öffentlichkeit nicht geklappt hat. Bei der DEWEZET kann ich es nicht sagen.
      Daher hier zumindest dieser Bericht.

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