Umweltprotest: Einwendung zum RROP Hameln-Pyrmont – zu wenig Fläche für erneuerbare Energien

Presseerklärung von FridaysForFuture Hameln, ParentsForFuture Hameln und dem BUND Hameln-Pyrmont

Hameln, den 27. 12. 2021 – Am Montag, den 27. Dezember um 13 Uhr reichten FFF und P4F, BUND und der EnGeWe beim Kreishaus eine Einwendung zum Entwurf des Regionale Raumordnungsprogramms (RROP) ein. Die Einwendung befasst sich mit dem dringend nötigen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und fordert, dass der Landkreis Hameln-Pyrmont jetzt die Voraussetzungen schafft, den notwendigen Beitrag zum Erreichen des 1,5 °C-Ziels zu leisten.

„Wir fordern, dass der Kreis Hameln-Pyrmont eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnimmt und ambitioniert zum Erreichen des 1,5-Grad Ziels beiträgt“, sagt Lara Schmitz von den Fridays for Future. Diese Forderung wird von der Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts bekräftigt, die deutlich macht, dass die Notwendigkeit besteht eine Emissionsreduktion vor 2030 zu erreichen, um die Freiheitsrechte der folgenden Generationen nicht einzuschränken und die Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. „Handlungsbedarf besteht jetzt, notwendige Entscheidungen dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden.“ so Gesa von Blankenburg von FFF.

Dem Ausbau von Wind- und Solarenergie kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sowohl die niedersächsischen Klimaschutzziele als auch der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung setzen das Ziel, rund 2 % der Flächen für die Nutzung von Windenergie bereitzustellen. Im RROP des Landkreis Hameln-Pyrmont, das gerade zur Einsicht auslag, werden allerdings signifikant zu wenige Flächen als geeignete Vorranggebiete ausgewiesen. Darin umfassen die vorhandenen oder vorgesehenen Sonderbauflächen für Windenergienutzung der Städte und Gemeinden lediglich ca. 840 ha, was 1,05 % der Landkreisfläche und damit nur der Hälfte der benötigten Flächen entspricht. Das jedoch deutlich mehr Flächen vorhanden wären zeigt das Klimaschutz-Teilkonzept des Landkreises Hameln-Pyrmont aus dem Jahre 2016. „Aufgrund des zügigen Handlungsbedarfes, und um eine gerechte Verteilung der Flächen im Landkreis zu ermöglichen sowie Planungssicherheit auch für die Erneuerung von Altanlagen zu schaffen, fordern wir, dass 2,1% der Landkreisfläche im RROP als Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen werden.“ erklärt Holger Becker von den Parents for Future.

Neben der Windenergie ist auch die Photovoltaik ein wichtiger Baustein der Energiewende. Der größte Teil dieser Anlagen kann und soll dabei auf Dächern und bereits versiegelten Flächen installiert werden. Da diese Flächen jedoch nicht ausreichen werden, sind zusätzliche Flächen für den Bau von Freiflächenanlagen vorzusehen. Aus den Solarzielen der Landesregierung ergibt sich die Notwendigkeit des Baus von 15 GW an Freiflächen-Photovoltaikanlagen, wofür etwa 0,3% der Landesfläche nötig werden. Auf den Landkreis bezogen entspricht das einer Fläche von etwa 239 ha. Der BUND, die Fridays for Future und die Parents for Future fordern daher eine Ausweisung von mindestens dieser 239 ha für Freiflächenphotovoltaikanlagen. Hierbei muss das Ziel verfolgt werden, durch den Bau der Solarparks, aus ökologischer Sicht eine Aufwertung der jeweiligen Fläche zu erreichen.

„Im jetzigen RROP werden die Voraussetzungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis für die nächsten 10 bis 15 Jahre gestellt. Dieses Jahrzehnt ist für das Erreichen der Pariser Klimaschutzziele entscheidend. Daher müssen jetzt alle nötigen Flächen zur Verfügung gestellt werden“, betont Clara Woldt von den Fridays for Future.


Fotos vom Einreichen der Stellungnahme:


Einwendung als PDF-Datei:


Zusammenstellung am 28.12.2021, herral

Aktualisierung am 30.12. – Radio Aktiv Bericht:

radio aktiv
07:15 Uhr   29.12.2021
Landkreis Hameln-Pyrmont: Holger Becker von „parents for future“ zu den Einwänden im derzeit geplanten Raumordnungsprogramm für den Landkreis Hameln-Pyrmont. Dort fordern Aktivisten mehr Flächen für Erneuerbare Energien…
listen.radio-aktiv.de/beitraghoeren.php?id=37694

2 Gedanken zu „Umweltprotest: Einwendung zum RROP Hameln-Pyrmont – zu wenig Fläche für erneuerbare Energien“

  1. Fordern kann man*frau und die Politik sehr viel. Mir ist jedoch nicht der kleinste Ansatz bekannt, z.B. die Photovoltaik wieder konkret zu fördern. Niedersachsens Umweltminister hat ja erst vor kurzem verlautbart, das Land bräuchte in nächster Zeit einen Zubau von 51 Gigawatt Photovoltaik-Strom. Keine Silbe dazu, wie das geschehen soll – jedenfalls nicht in der Presse.
    Kohleausstieg bis 2030? Wer glaubt daran? In drei Tage haben wir bereits 2022.

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