Bericht und Originaltöne: Ausstellungseröffnung „NS-Zwangsarbeit“ in der Domänenburg Aerzen: „Gesichter sprechen Bände“

Hameln, 11.01.2026: Bericht, Bilder und fünf Originaltöne der Verantwortlichen zum Verlauf der Ausstellungseröffnung in der Domänenburg Aerzen: „NS-Zwangsarbeit in Hameln-Pyrmont.“

Bilderfilm – Impressionen der Eröffnung in der Domänenburg in Aerzen


Andreas Wittrock, Bürgermeister von Aerzen begrüßte an einem wunderschön verschneiten Sonntag in der Domänenburg rund 40 Gäste, die der Einladung zur Ausstellungseröffnung gefolgt waren.

„Was machen Gesichter mit uns? – Gesichter sprechen Bände, bieten Orientierungsmöglichkeiten.“ Die Fotos der Ausstellung und die zugeordneten Namen erinnern an eine schlimme Zeit. Die Ausstellung soll mahnen – auch heute werde das Völkerrecht wieder mit Füßen getreten. Alle sollten darauf achten, dass unsere Demokratie erhalten bleibt. Aerzens Bürgermeister verband seine Worte mit einem ausdrücklichen Dankeschön an alle Beteiligten.

Die Ausstellung war ihm sichtbar wichtig, wie er auch in den folgenden Aussagen betont:


Bernhard Gelderblom erläuterte in seiner Einführung die Säulen, auf die die Ausstellung sich gründet. Das sind zum einen die Fotos der Zwangsarbeiter und zum anderen ein Briefwechsel mit 120 Rückmeldungen betroffener Menschen. Teils waren es ganze Tagebücher, von denen einzelnen Passagen Eingang in die Ausstellung gefunden haben. 120 Rückmeldungen von über 10.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern.

Die wiederkehrenden Themen waren

  • das oft überraschende, gewalttätige Ergreifen
  • das Verschleppen mit tagelangen Bahnfahrten
  • erniedrigende Sklavenmärkte zur Verteilung der verschleppten Menschen
  • die Härte der Arbeit – oft in 12 Stunden Schichten
  • die erniedrigenden Prügelstrafen
  • Fußlappen und Holzschuhe
  • Scham
  • Hunger

Am Beispiel eines 13 Jahre alten Mädchens, zu dem die Kontaktaufnahme später gelang, zitierte Bernhard Gelderblom: „… und nachts habe ich immer geweint“.

Die Ausstellung soll informieren und empathisch machen und zeigen, was den Menschen damals verweigert wurde.

Aerzen ist die vierte Station, an der die Ausstellung gezeigt wird. Es gab damals in Aerzen Zwangsarbeit bei 20 Bauern, in 10 Betrieben und bei einigen Privathaushalten. Es galt die Männer zu ersetzen, die für den Krieg eingezogen worden waren.

In Aerzen habe Bernhard Gelderblom ganz besonders gefreut, dass hier die Ausstellung konkret gewollt ist.

Einige Aussagen von Bernhard Gelderblom hier im Originalton:


Die Eröffnung wurde von zwei ukrainischen Liedern musikalisch begleitet.

Das Ausstellungsprojekt in Aerzen wird unterstützt durch die Oberschule im Hummetal.

Dazu ein Statement der Schulleiterin Anja Grabbe:


Der Leiter des Wahlpflichtkurses Geschichte Marc Zöllner zu den Hintergründen:


Ein positives Fazit nach der Eröffnung sprach Gunda Thöle, die zusammen mit anderen die ehrenamtliche Organisation des Projektes in Händen hat.



Zum Veranstaltungsprogramm und den täglichen Öffnungszeiten siehe:


herral, 11.01.2026

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