Hameln, 06.02.2026: Das Fraktionsbüro der CDU im Rat der Stadt Hameln übersandte am 05.02.2026 um 11.58 Uhr folgenden Brief zur Verkehrsführung in der Gartenstraße der an Herrn Oberbürgermeister Griese übersandt wurde. Hier der Text unverändert im Wortlaut:
Brief zur Verkehrsführung in der Gartenstraße
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Griese,
die CDU-Fraktion im Stadtrat der Stadt Hameln wendet sich mit diesem Schreiben an Sie, um die Diskussion zur Verkehrsführung in der Gartenstraße konstruktiv zu begleiten.
Seit der Änderung der Verkehrsregelung im Jahr 2013 berichten Anwohnerinnen und Anwohner über eine spürbare Zunahme des Durchgangsverkehrs und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken, insbesondere für Kinder und Radfahrende.
Im Sinne einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung, die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlastet, möchten wir die Ergebnisse des bestehenden Gutachtens nutzen, um alternative Verkehrsführungen umfassend zu prüfen.
Ziel sollte es sein, die Möglichkeiten einer Einfahrt von Nordwesten zu ermöglichen, ohne dass Durchgangsverkehr unkontrolliert in das Wohngebiet geleitet wird.
Es ist nicht wünschenswert, dass unterschiedliche Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.
Im Rahmen der Begutachtung durch das Ingenieurbüro nach Abschluss des Versuches sollten die Möglichkeiten umfassend beleuchtet werden. Es braucht eine tragfähige Lösung für das gesamte Quartier, so wie es Herr Szubin auch schon im Umweltausschuss angesprochen hatte.
Insbesondere schlagen wir vor, folgende Optionen neben der Regelung des aktuellen Feldversuchs näher zu untersuchen:
- Umdrehung der südlichen Gartenstraße bei gleichzeitiger Zufahrt der nördlichen Gartenstraße über die Süntelstraße (so auch im alten Gutachten und von der Radverkehrswende aufgeworfen)
- Abfluss des Verkehrs über den 164er Ring, um eine Nutzung der Gartenstraße als Abkürzung zu verhindern (würde auch den Durchgangsverkehr auf dem 164er Ring beruhigen, so dass sich netto möglicherweise keine Mehrbelastung ergäbe)
- Ein- und Ausfahrt über die nördliche Marienstraße, inklusive Betrachtung, wie dort vergleichbare Probleme mit Durchgangsverkehr entstehen wie in der Gartenstraße vermieden werden können (Vorschlag der Petitionserstellerin).
- Errichtung eines großen Kreisels am Mertensplatz, um die Verkehrsführung zu sichern und Konflikte mit den Wohnstraßen zu minimieren (Vorschlag der Petitionserstellerin).
Die CDU-Fraktion unterstützt das Ziel, Wohnstraßen vom Durchgangsverkehr zu entlasten, und spricht sich dafür aus, dass die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner, insbesondere von Familien mit Kindern, im Vordergrund steht. Gleichzeitig soll die Erreichbarkeit für alle Verkehrsteilnehmer gewährleistet bleiben.
Wir würden uns über eine Rückmeldung zur geplanten Auftragsvergabe freuen und begrüßen die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Anwohnerschaft in den weiteren Diskussionsprozess.
Mit freundlichen Grüßen
CDU-Fraktion im Stadtrat der Stadt Hameln
Dokument der CDU als PDF:
Weitere Botenbrichte zum Thema Verkehrsführung Gartenstraße unter:
https://hamelnerbote.de/archive/tag/verkehrsfuehrung-gartenstrasse
herral, 06.02.,2026
Die Initiative Rad-Verkehrswende Hameln JETZT! weist darauf hin, dass wir schon seit Wochen eine Anwohnerbefragung zu der Gartenstraßen-Thematik durchführen, die derzeit einen sehr eindeutigen Trend zeigt: von den bisherigen 51 gültigen Rückläufern der Befragung sagen 44, die Wohnsituation habe sich durch die Umdrehung der Einbahnstraße z. T. deutlich verbessert ( https://rad-verkehrswende-hameln.de/uncategorized/gartenstrasse/ ).
Die Forderungen aus mehreren politischen Parteien, den Verkehrsversuch sofort abzubrechen, ignorieren diese Stimmen der Anwohner und fallen auf die medial stark unterstützte Online-Petition herein, die von einer in einer verkehrsberuhigten (Spiel-) Straße wohnenden Anwohnerin gestartet wurde, und die mit einem Klick jedermann überall teilen kann. Diese anonymen Klicks von irgendwoher mit echten Anwohnermeinungen zu vergleichen, verbietet sich eigentlich, wird aber dennoch gemacht.
Auch die immer wieder – auch in diesem ansonsten ausgewogenen Brief der CDU – zu hörende Argumentation, man müsste die Möglichkeiten einer Einfahrt von Nordwesten, d.h. aus der Süntelstraße, ermöglichen, geht von der scheinbar nicht tot zu kriegenden Grundüberzeugung aus, dem Kfz-Verkehr seien keine auch nur kleinen Einschränkungen oder Umwege zuzumuten.
Warum das so ist, bleibt eigentlich ein Rätsel: nicht nur erreicht auch jetzt jeder Verkehrsteilnehmer jedes Ziel, sondern es kostet in unserer kleinen Stadt noch nicht einmal 5 Minuten mehr, über Erichstraße und Kastanienwall die Gartenstraße anzufahren.
Und: eigentlich freut sich niemand über Blechlawinen, Lärm und Gestank und klimaschädliche Abgase vor der Haustür – warum soll dies dann den Bewohnern der Gartenstraße zugemutet werden?