Hameln, 13.03.2026: Eine „Ode an das Drama“ von HülTho. „Ist das Kunst oder kann das zu?“

Ode an das Drama
vor wenigen Wochen trieb unsere Dorfschmonzette bereits eine ungepökelte Sau durchs Dorf: Die „Streusalz-Krise“ war über Hameln hereingebrochen (ich berichtete).
Nun wird mit Ausgabe vom 6.3. das „Schlagloch-Drama“ als Titelzeile offengelegt wie eine Fahrbahndecke. Haben ausgehungerte Ratten während diesem Jahrhundert-Winter Löcher in die Infrastruktur gefressen? Nein, Väterchen Fröstchen ist als Übeltäter ausgemacht.
Ich bemühe mal den Duden zum „Drama“, das ja schon viele Menschen und die Weltgeschichte temporär in tiefe Abgründe gerissen hat und zitiere einige Erklärungsansätze:
Erstmal ist ein Drama, aus dem griechisch/lateinischen abgeleitet, eine Handlung, ein Geschehen.
Die Dewezet bereitet diese Bühnendichtung zu einem Lustspiel bzw. Trauerspiel als literarische Kunstform auf. Man lese und staune. Die Fahrbahnen haben offensichtlich das Geschehen als ernst und spannungsreich empfunden und sich zerrissen. Fahrradfahrer empfinden dramatische Schlaglöcher eher als erschütternd, es macht sie hinfällig und traurig. Autofahrer merken in ihrem 4-Tonnen SUV eh nix, drücken notfalls die Taste Allrad. Fußgänger, in ihrer epischen Langsamkeit, machen einfach einen großen Schritt oder gehen um das lyrische Problem herum. Poser (wie auch Straßenbeläge) dagegen empfinden dieses Drama eher als spannend und aufregend und stellen ihren Bühnenauftritt bei Tempo 170 in der Innenstadt lebhafter dar, als es in Wirklichkeit sein sollte.
Die Stadt Hameln übernimmt nun die Dramaturgie als Dichter, will erst mal alle Schäden schriftlich katalogisieren und auf die Realisierungsmöglichkeit ihrer Füllung prüfen. Das könnte ein paar Lenze dauern.
Die Lokalschmonzette sucht nun das schlimmste Schlagloch. Der Hamelner Bote sucht die schönsten Schlaglöcher. Letztere könnten mit einem Fähnchen versehen werden und auch Golf-Touristen in unsere wunderschöne Stadt locken. Warum sollte Kunst immer an der Wand hängen? Vorschläge bitte an die jeweilige Redaktion.
Eine Frage dürfte die Straßenmeisterei umtreiben: „Ist das nun Kunst, oder kann das zu?“
hültho