Hameln, 30.06.2026: Man könnte diskutieren – warum gerade jetzt? Vor den Kommunalwahlen? Ist das nicht eine Steilvorlage für Rechtsextremisten? Schadet das nicht der CDU, der SPD oder sonst irgendeiner Partei?
Man könnte auch diskutieren warum erst jetzt? Warum nicht schon vor 20 Jahren?
Man könnte alles auch zerreden.
Bitte machen Sie da nicht mit. Lassen Sie uns nicht lang und breit noch über positive Nischen im Leben der zweifelhaften Hitlerverehrerin und fast vergessenen Autorin reden. Lassen Sie uns einen neuen Namen suchen und über Menschen diskutieren, die es verdient haben mit der Benennung einer Straße in Hameln geehrt zu werden. Zu Agnes Miegel ist in der Ratsvorlage und im Beitrag von Daniel Wünsch im Umweltausschuss (Botenbericht: https://hamelnerbote.de/archive/36799 ) genug gesagt worden.
Ich schlage mal vor:
a) Tony-Sender-Weg – Sie kennen Tony Sender nicht? Das kann man ändern. Eine tolle Frau mit einer faszinierenden Lebensgeschichte, die erst in den letzten Jahren wieder etwas mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit kommt. Siehe: https://www.frauen-im-widerstand-33-45.de/biografien/biografie/sender-tony/p-1/m-1?tx_fiwbios_pi1%5Bsearchword%5D=sender

b) Elise-Hampel-Weg – vielleicht kennen Sie noch das Buch „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada. Eine sehr lesenswerte Lektüre. Sie behandelt in Romanform die Geschichte des Ehepaares Hampel. Zu Elise Hampel siehe: https://www.frauen-im-widerstand-33-45.de/biografien/biografie/hampel-elise/p-6/m-1

Eine Auswahl weiterer Namen gäbe es hier:
https://www.frauen-im-widerstand-33-45.de
Schreiben Sie gerne Ihren Vorschlag hier unter den Beitrag als Kommentar.
Noch einige Sätze zu den Anwohnerprotesten – ich habe es nach der Umweltausschusssitzung den Gegnern der Umbenennung auch persönlich gesagt. Persönlich würde ich nicht in einer Straße wohnen wollen, die nach einer belasteten Person benannt wurde.
Zudem: Wie „unzumutbar“ und wie kostenaufwändig ist eine Straßenumbenennung für die Anwohner wirklich? Täglich ziehen sehr viele Menschen in Deutschland um. Die Adressänderungen wird an Freunde,
Bekannte, Versicherungen etc. weitergegeben. Das ist Aufwand, ja, aber wie lange braucht Mann/Frau dafür tatsächlich?
Der Zeitaufwand des Widerstandes ist deutlich höher als die Adressänderung mitzuteilen und ggf. noch der betagten Nachbarin zu helfen, es auch zu tun.
Veränderungen sind immer auch unbequem, bringen oft aber auch Verbesserungen.
Chancen sehen: Wer hat schon die Möglichkeit bei der Benennung der Straße, in der er lebt, tatsächlich mitzuwirken? Man könnte sich in einer Anwohnerversammlung treffen und gemeinsam eine Namenssuche und eine auf die Zukunft gerichtete Diskussion starten.
Nicht am zweifelhaft Bestehenden festhalten, sondern nach vorne denken und handeln ist mein Vorschlag.
Ralf Hermes (herral), 30.06.2026
Ich unterstütze den Vorschlag Else Hampel. Allerdings bitte nur Hampel-Weg. Da leistete das Ehepaar gemeinsam Widerstand gegen die NS-Diktatur!
Danke Kaschi, die ursprüngliche Idee hab ich von dir „geklaut“