Es braucht ? Ein Kommentarkommentar zum 8.1.2021 (#dewezetkorrektiv)

Am 08.01.2021 veröffentlicht die DEWEZET auf der Titelseite des Hameln-Teils ganzseitig zwei „Kritikberichte“. Da ist zum einen der Bericht mit der Überschrift „Allein in der Warteschleife: Ältere haben das Nachsehen. Zu wenig Infos zu Impfungen: Senioren kritisieren Behörden.“

In dem hinter einer Bezahlschranke im Internet lesbaren Artikel wird die These eines CDU-Seniorensprechers vorangestellt, dass der Landkreis zu wenig informiert. Die weitere Kritik richtest sich dann gegen die Hotline des nds. Gesundheitsministeriums.

Dieses habe, da es selber noch nicht genügend Informationen über die Anzahl der Impfdosen für die kommunalen Impfzentren hat, nicht genügend Auskunft geben können. Pauschal werden Einschätzungen eines „großen Durcheinanders“ und  über „gleichgültige Behörden“ in den Raum gestellt. Das der Landkreis nichts für die fehlenden Informationen auf Landesebene könne, wird zwar auch so genannt, gleich danach aber kritisiert, dass es zumindest ein Schreiben darüber hätte geben können, dass man keine Informationen geben kann.

Finden Sie das jetzt albern? Nun, ich denke viele lesen diesen ziemlich zähen und ehr belanglosen Beitrag nicht, sondern springen nach dem Lesen der Überschrift gleich zum spannenderen Kommentar.

Das das „Anklagegerüst“ für den folgenden Kommentar ziemlich dünn ist, spielt dann weniger eine Rolle.

Überschrift des textlich etwa gleichlanger Kommentar der Chefredaktion (Thomas Thimm): „Das Krisenmanagement des Landrates lässt zu wünschen übrig“.  Schlagzeile: „Es braucht einen Macher“. Im Kern kann man feststellen, das Herr TT alles besser gemacht hätte: Das Gesundheitsamt entlastet, ein besseres Fotomanagement, eine andere Videobotschaft, eine „echte Wahrnehmung der Interessen der Menschen“ (was immer man mit einer solchen Satz auch meinen mag). Er hätte professioneller als Aufklärer gewirkt, wäre „erster Informant in der Krise“ gewesen.

Gerade der durch beständig durch seine entgleisende Kommentierung auffällige TT fordert ein „Wir-Gefühl für den Bürger“ zu schaffen.

Persönlich lastet er dem Landrat die „traurige Farce“ das Alleinlassen der Bevölkerung zum Impfstart an. Und so weiter und so fort…

Perfide zum Abschluss dem SPD-Landrat unter Nennung des Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt Charakterlosigkeit vorzuwerfen.

Der Chef-Kommentator wandelt erneut an der Grenze zur Schmähkritik.


Liebe Leser, nochmal betont: Es geht mir bei #dewezetkritik weder um Herrn Adomat noch um die SPD. Es geht um Grundlegendes:  Was braucht es eigentlich noch, um in den Kreisen der linken, grünen, normalkonservativ, freiheitlich-liberalen Positivmenschen unserer Stadt die Negativwirkungen des Agierens dieser Chefredaktion zu erkennen? Nicht der einzelne Kommentar macht es, es ist der Zusammenhang, der Gesamteindruck, der durch die Vielzahl gleichartiger Berichte entsteht.

Wenn wir derzeit verständnislos nach Amerika schauen und uns fragen, wie es in einer 200 Jahre alten Demokratie zu solchen Zuständen kommen konnte, dann brauchen man bei uns gar nicht weit schauen. Die TT-DEWEZET bedient in den letzten Jahren Mechanismen eines negativen Populismus, der eine Zersetzung des Vertrauens der Bevölkerung billigend in Kauf nimmt. Daneben werden mit trivialen Unterhaltungsberichten die Zeitungsseiten gefüllt und kritische Journalismus in Richtung Umwelt- und Wirtschaftshandeln weitgehend unterlassen. Auf das perfide Pingpong-Spiel, der Zeitung, die durch ihre Facebook-Veröffentlichungen die Troll-Hetzgemeinde dort füttert, bin ich an anderer Stelle schon eingegangen.

Eine polarisierende Zeitung ist ein echter Wirtschaftsnachteil für unsere Stadt. Sie untergräbt die Gemeinschaft und sie zerstört die Informations- wie Werbewirkung des Mediums. Versiegt die Möglichkeit breite Bevölkerungsschichten mittels Tageszeitung über lokale Sachverhalte zu kommunizieren, ist der Schaden für alle immens.

Abschließend noch einmal betont! Es geht mitnichten um die Forderung nach kritiklosen, allem zustimmenden Journalismus. Voraussetzung für ein in weiten Teilen der Bevölkerung akzeptierten Journalismus sind Neutralität, Ausgewogenheit, Verhältnismäßigkeit und Fairness. Dieses ist die Grundlage für ein breites Ansehen einer Zeitung im Sinne einer positiven Autorität.

Ralf Hermes, 08.01.2021

Siehe auch:

https://hamelnerbote.de/?tag=dewezetkorrektiv

3 Gedanken zu „Es braucht ? Ein Kommentarkommentar zum 8.1.2021 (#dewezetkorrektiv)“

  1. Danke das Sie diesen Berichtsstil so deutlich anprangern. Dieser war unter anderem ein Grund für mich die Dewezet nicht mehr zu lesen. Ich bin jeden Morgen froh das ich die HAZ online lese, gut informiert werde und mich nicht über Artikel im Bildzeitungsjargon von der Dewezet ärgern muss. Mir reichen schon die kurzen Anzeigen auf Facebook davon. Das es anders auch geht zeigen diverse andere Zeitungen die ich im Urlaub gerne Regional lese. Eine gute Berichterstattung hat nichts mit Boulevard Journalismus zu tun sondern soll objektiv die Sachlage darstellen. Das die Kommentare von Herrn TT so massiv kritisch gegenüber dem Landrat ausfallen hat schon seid Rüdiger Butte Tradition. Egal wer dort sitzt, so lange er nicht das richtige Parteibuch hat wird er/sie zerrissen.

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