Litfaßsäulen in Hameln

Sind Sie Werbe-Relikt vergangener Jahrzehnte? Die Litfaßsäulen waren mal ein verbreitetes Mittel kommerzieller „Öffentlichkeitsarbeit“. Müsste man vielleicht unter Denkmalschutz stellen. 

Es gibt im Stadtgebiet mehr von diesen Werbesäulen, als man im ersten Moment denkt. Hier eine Sammlung von Bildern:

Über die Litfaßsäule: https://de.wikipedia.org/wiki/Litfa%C3%9Fs%C3%A4ule

Bildersammlung April 2019:

„Historische Bilder“ – Litfaßsäulen in Hameln aus der Facebookgruppe „Unser Hameln“

Die „moderne Litfaßsäule“ heutzutage sieht so aus:

Litfaßsäulen in Berlin:

Berlin, Mai 2019, Fotos Ralf Hermes

Das Stadtarchiv Hameln veröffentlichte am 19.07.2019 folgenden Beitrag auf Facebook:

Vor 141 Jahren – Hameln beschließt die Aufstellung von Litfaßsäulen

Die gute alte Litfaßsäule – 57 davon gibt es heute im Stadtgebiet von Hameln, mehr oder weniger schön anzusehen – und von einem privaten Werbeunternehmen „bespielt“.

Im Moment erschließen wir die Akten zur Verpachtung und Unterhaltung der Litfaßsäulen und des Plakat-Anschlagwesens. Dabei stießen wir dort auf Spuren bis in die 1920er Jahre zurück, als die Litfaßsäulen an die Firma Schmidt & Suckert verpachtet war.

Doch bereits im 19. Jahrhundert, für das zu diesem Thema wohl keine Verwaltungsakten vorliegen, finden wir Hinweise, die uns zu den ersten Litfaßsäulen Hamelns führen.

Das Protokollbuch der gemeinsamen Sitzungen von Magistrat und Bürgervorsteherkollegium gibt zur Sitzung vom 19. Juli 1878 folgendermaßen Auskunft:

„11. Errichtung von Anschlagsäulen seitens des Buchdruckereibesitzers Niemeyer: Im Prinzip wird die Errichtung von Anschlags-Säulen genehmigt, über die weitere Ausführung wird näherer Beschluß vorbehalten.“

Die Deister- und Weserzeitung berichtet am übernächsten Tag ausführlicher: „In Bezug auf die Errichtung von Anschlagsäulen seitens der Niemeyer’schen Buchdruckerei wurde allgemein die Zweckmäßigkeit des Unternehmens anerkannt und beschlossen, vor ev. Abschluss eines Contractes in andern Städten Erkundigungen einzuziehen, wie dort die Abkommen zwischen den städtischen Behörden und den Unternehmern getroffen sind und wie sich die Einrichtung bewährt. Herr Senator Schläger sprach sich dagegen aus, daß einem Privatmanne die Sache in die Hand gegeben würde und meinte, es sei besser, wenn die Stadtverwaltung selbst die Säulen erbauen ließe. Diese Auffassung fand jedoch von keiner Seite Unterstützung und wurden namentlich auch andere Städte benannt, u.A. Berlin, Hannover, Hamburg und Harburg, wo die Litfaß-Säulen Privatunternehmen seien.“

Quellen: Stadtarchiv Hameln, Best. 140.1 Nr. 3;
Best. 2 Acc. 2 Nr. 794;
Dewezet v. 21.7.1878
Foto: Best. 603 A Nr. 579

Das Foto zeigt die Litfaßsäule vor der damaligen Handelslehranstalt am Langen Wall Ende September 1985.
Stadtarchiv Hameln: Zehnthofstraße, Zeit um 1941.
(Best. 605 Nr. 1074)
Süntelstraße 1953

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