Hameln, 12.09.2026: Gastbeitrag von Birgit Wendling: „Renaturierungsprojekt Wouldham Camp im Bundesprogramm Blaues Band Deutschland“*

Vor zwölf Jahren hat die britische Armee das Wouldham Camp in Hameln an der Weser verlassen. Das Gelände gehört zu einem Drittel der Stadt Hameln und zu zwei Dritteln der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA ). Es liegt gegenüber von Klein Berkel und umfasst 11 Hektar Fläche, die inzwischen wieder entsiegelt worden ist. Jetzt steht der nächste Schritt an: Das Gelände wird renaturiert und wiedervernässt, also der Natur zurückgegeben. Dafür werden zunächst 34.000 Kubikmeter Erde bewegt, so dass eine “Mondlandschaft” mit Mulden, Rinnen und kleinen Erhebungen entsteht. Ein Teil des Geländes soll zu einem Auwald werden, ein Teil eine Grünlandfläche, auf der schon in einem Jahr Wasserbüffel weiden sollen. Bisher wurde das Gelände mit Schafen beweidet, um die Fläche offen zu halten. Hinzu kommt der Bereich am Weserufer, der als Flutmulde bezeichnet wird. Das Renaturierungsprojekt in Hameln ist eines der bundesweit größten auf einer ehemaligen Militärfläche.
Die untere Naturschutzbehörde geht davon aus, dass sich Weißstörche, Eisvögel und Biber ansiedeln werden. Eine Nisthilfe für Weißstörche wurde bereits aufgestellt. Oberbürgermeister Claudio Griese betonte die Bedeutung dieses Konversionsprojekts als “Meilenstein” im Rahmen der Konzepte der Stadt Hameln zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Von der Bürgerschaft gewünschte Freizeitmöglichkeiten an der Weser, z. B. eine Beachbar, seien nicht hier, sondern beim Upnor-Gelände angedacht. Vielleicht lasse sich eine WebCam einrichten, um der Bevölkerung die Entwicklungen auf dem Wouldham-Areal zugänglich zu machen. Danach setzte Dr. Dirk Drewes, Leiter des Bundesforstbetriebs Niedersachsen der BimA die Begrüßung fort. Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz und Dorothee Martin, BimA-Vorstandsmitglied lobten die gute Zusammenarbeit aller Akteure. Das Renaturierungsprojekt wurde als “Schmuckstück” (Riewenherm) oder “blau-grüne Perle im Bundesprogramm Blaues Band Deutschland” (Dr. Drewes) bezeichnet. Ein Vertreter des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, aus dessen Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) das Hamelner Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Blaues Band mit 1,2 Mio. € finanziert wird, war ebenfalls zur Auftaktveranstaltung angereist. Die Wasserstraßen- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes, das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz und die Polizei waren auch vertreten.

Nach einem kurzen Abriss zur Geschichte der Fläche durch Helga Auhage (Stadtverwaltung), die auch die Idee zur Renaturierung hatte und seit 2014 “drangeblieben” ist, folgten eine Projektvorstellung anhand eines Geländeplans und ein Rundgang bis zum Weserufer. Hier ist eine Slipanlage der britischen Pioniere entsiegelt worden. Anschließend wurden durch die vier “VIPs” symbolisch vier Bäume (zu) eng nebeneinander gepflanzt. Ich gehe davon aus, dass sie für die Remodellierung des Geländes wieder entnommen und später woanders einen besseren Platz finden werden. Danach gab es bei einem Imbiss Gelegenheit zu informellen Gesprächen.

Das Gelände wird weiterhin umzäunt bleiben. Es soll nur im Rahmen von Führungen von der Bevölkerung Hamelns betreten werden dürfen. Zwischen Bundesstraße und Renaturierungsgebiet bleiben der Übungsplatz der Feuerwehr sowie der Standort der Hundestaffel der Polizei erhalten.

Die Veranstaltung war nur für die am Projekt beteiligten Akteure und die Presse. Neben dem Hamelner Boten waren die Dewezet und der NDR vertreten.

* Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit erläutert dazu auf seiner Website: “Das Bundesprogramm bietet eine Zukunftsperspektive vor allem für die Wasserstraßen, die nicht mehr für den Güterverkehr benötigt werden, die circa 2800 Kilometer sogenannten Nebenwasserstraßen. Aber auch im verkehrlich intensiv genutzten Kernnetz der Bundeswasserstraßen sollen Renaturierungsmaßnahmen für den Aufbau eines Biotopverbunds von nationaler Bedeutung durchgeführt werden, sofern sie mit den verkehrlichen Zielen vereinbar sind. Zur Umsetzung des Bundesprogramms ist ein generationsübergreifender Zeitraum von 30 Jahren erforderlich.”
Birgit Wendling mit Fotos von ihr.
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herral, 12.09.2026
NDR Bericht: