Eine Miniaturwunderwelt in Hameln – Mühlendiorama am Langen Wall an der Weser

Ende August 2019 wurde es eingeweiht. Leider konnte ich den Termin nicht wahrnehmen und so blieben mir die Hintergrunderklärungen über die Herstellung, die Initiatoren und die Geschichten drumherrum verborgen. Leider berichtete die DEWEZET über die Einweihung nicht. Ich hab aber mal recherchiert und hier vor allen viele Bilder zusammengetragen.

Übersichtsaufnahmen vom Standort:

Die Werdermühle ist ein Projekt der „Hamelner-Zeit-Punkte“

Dieses sind Orte in der Hamelner Innenstadt, die den Blick zurück in die Geschichte der Stadt und ihrer Bevölkerung lenken und damit vielleicht neue Perspektiven auf die Gegenwart eröffnen.

Im Rahmen des Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekts bauen junge arbeitslose Erwachsene historisch bedeutsame Hamelner Bauwerke als Modell nach. Die Fertigstellung des Modells der Werdermühle war sehr aufwendig, was die lande Bauzeit (2016-2019) verdeutlicht. Alle Teile wurden in handwerklicher Arbeit und möglichst aus den originalen Materialien (Stein, Holz und Metall) hergestellt. Grundlage für den Nachbau bildeten historische Pläne und Abbildungen.

Um ihre riesigen Ausmaße der Werdermühle anschaulich zu machen, wurde im Maßstab 1:50 auch die umgebene Wasserfläche sowie ein Teil der Weserbrücke dargestellt.

Infoaufkleber an der Vitrine

Mit viel Liebe zum Detail:

Die Mühle auf dem Werder

Seit dem 17. Jahrhundert war die Hamelner Weserinsel, der Werder, Standort einer Wassermühle gewesen. 1887 nahm hier der Unternehmer Friedrich Wilhelm Meyer eine der größten Wassermühlen des Kontinents in Betrieb. Entworfen hatte den mächtigen Neubau mit seinen sieben Stockwerken der hannoversche Architekt Lingemann. Die der Stadt zugewandte Schauseite zeigte im Giebel das Wappen Hamelns, darüber drei allegorische Frauenfiguren: Schifffahrt, Getreideanbau und Handel. Meyer schuf das zweitgrößte Mühlenunternehmen Deutschlands. Eine eigene Weserflotte transportierte aus Bremen billiges Importgetreide vor allem aus Russland nach Hameln.

Bei der Einnahme Hamelns durch US-amerikanische Truppen im April 1945 wurde die Mühle zerstört. nachdem sie tagelang gebrannt hatte, sprengten die Briten die noch stehenden Außenmauern. nach Kriegsende gaben die damaligen Betreiber, die Kampffmeyer-Mühlen, den Standort auf dem Werder auf, nutzen aber weiter die Wasserkraft zur Energiegewinnung.

Seit 2015 sind Rückbaumaßnahmen im Gange. Gegenwärtig (2019) wird der Standort für eine Nutzung durch ein Büro- und Wohngebäude vorbereitet. Damit sind die letzten Spuren des jahrhundertealten Mühlenstandorts auf dem Werder verschwunden.

Projektverantwortung: Impuls gGmbH, Ohsener Straße 106, 31789 Hameln, Geschäftsführer Roland Cornelsen

Umsetzung: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Maßnahme. Fachanleiter Wolfgang Pütz

Fachliche Begleitung: Bernhard Gelderblom unter Mitwirkung von Joachim Schween

Finanzierung: JobCenter Hameln-Pyrmont

Bernhard Gelderblom brachte einen ausführlichen Hintergrundbericht in der DEWEZET vom 31. August 2019 (Bezahlartikel).

Historische Fotos und Postkarten von der Facebookgruppe „Unser Hameln“

Zum Projekt Hamelner Zeitpunkte siehe auf der Internetseite von Impuls:

https://www.impuls-hamelnpyrmont.de/berufliche-orientierung-und-qualifizierung/arbeitsgelegenheiten/projekt-hamelner-zeitpunkte.htm

Im Jahre 2011 wurde ein anderes Model in der Reihe eingeweiht. Hier ein Bericht von Radio Aktiv dazu:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.