Urlaub, Frühstück, Traurigkeit.

Wie habe ich es früher genossen, zum Frühstück die neusten Nachrichten aus der Welt und aus meiner Heimat zu lesen. Heute schaut mich sowohl auf der Titelseite wie auch auf Seite 1 des Hameln-Teils wieder einmal das Thema Lügde an. Ich habe beide Artikel gelesen und finde eigentlich keine neuen Informationen. Varianten der hinreichend kommunizierten Vorfälle aus einer bestimmten Sichtweise aufbereitet. Nichts, was für mich diese exponierte Platzierung berechtigen würde. Jetzt mag ich den Rest der Zeitung nicht mehr lesen. Journalismus hat auch was mit Vertrauen zu tun. Ich möchte nicht wiederkehrend einseitig immer dasselbe lesen. Ein emotional schwieriges Thema wird unter den Deckmantel von Kritik und “Aufklärung“ genutzt, die Menschen aufzuhetzen. Die Wirkung bei Facebook kann jeder in den Kommentaren unter den Buchstaben der Zeitung nachlesen. Mit tun die Mitarbeiter der Zeitung leid, die als Unbeteiligte durch diese Geschäftspolitik langfristig die Nachteile tragen müssen.

Bitte genau differenzieren worüber ich hier schreibe. Es geht nicht um den Missbrauch durch die Täter. Es geht um den Vorwurf des Umganges im Jugendamt. Wem hilft in der Sache die ständige Wiederholung der Vorwürfe. Die Dimension der Berichterstattung stimmt schon lange nicht mehr. Da war fahrlässiges Fehlverhalten ohne kriminelles Verschulden. Die Zusammenhänge sind bekannt. Microdetails nicht wirklich wichtig. Aber das habe ich schon vielfach erläutert. Da die Zeitung aber ständig wiederholt, muss ich das halt auch. Siehe #dewezetkorrektiv.

Ralf Hermes, 16.06.2020

Siehe ansonsten:

3 Gedanken zu „Urlaub, Frühstück, Traurigkeit.“

  1. Dem kann ich nur zustimmen. Eine Hetzkampagne bei der krampfhaft jede Gelegenheit genutzt wird mit Dreck zu werfen. Es ist doch klar das sich das Jugendamt Lippe nur von seiner Besten Seite zeigt um von eigenen Verfehlungen abzulenken. Wurde schon mal geschaut welche Jugendämter noch betroffen sind? Es gab bei den Opfern nicht nur ein Kind aus Hameln

  2. Lieber Ralf Hermes,
    es tut mir leid, dass Du morgens traurig die DEWEZET wälzt und Dir keine positiven lokalen Nachrichten den Kaffee versüßen. Da ich zwar wieder in DE bin, jedoch nicht in alter Heimat, lese ich auch nicht die DEWEZET. Aber wenn Du ausnahmsweise einmal einen interessanten Beitrag über unsere BT- und LT-Abgeordneten liest, wie sie sich um die Zukunft des Weserberglandes bemühen und etwas reissen dank der Millionen Euros, die sie in einer Legislaturperiode verdienen, und die ja zumindest zur Hälfte gedacht sind als Investition für Mensch und Umwelt im Wesertal, so lass die Traurigkeit einmal beiseite und berichte darüber.
    LG
    Hermann Gebauer

  3. Habe den Artikel auf der ersten Seite gerade erst im ePaper meines Mannes gelesen. Die Überschrift „Neue schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt“ erweckt den Eindruck, dass es etwas Neues zu berichten gibt. Wenn das nicht der Fall ist, ist das reines „clickbait“ und bei diesem in der Tat emotional belastenden Thema besonders geschmacklos. Dass über Aussagen aus Untersuchungsausschüssen des Bundestages oder der Landesparlamente berichtet wird, kenne ich aus vielen Zeitungen. Meist erscheinen kleine Artikel auf den hinteren Seiten der Zeitungen, es sei denn, es gibt wirklich etwas Neues, Aufsehen erregendes zu berichten.
    Ich musste beruflich lange täglich gut informiert sein und habe mir dies als Pensionärin bewusst abgewöhnt. Ich recherchiere lieber gezielt. Damit, dass ich ab und zu etwas verpasse, kann ich leben. Ist besser für meinen Blutdruck.

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