Hameln, 25.01.2026: 10 Tage nach versenden des nachfolgenden Leserbriefes hat die DEWEZET diesen am 20.01.2025 veröffentlicht. Durch den Zeitverzug hat er etwas an Aktualität verloren. Dennoch enthält er Argumente, die interessant sind. Der Autor gibt den Beitrag auch zur Veröffentlichung beim Boten frei:
Zu: „Es wird immer kurioser mit den Radler-Forderungen“ vom 3. Januar
Der polemische Ton und der herabwürdigende Schreibstil des Artikels überrascht. Hat der Autor doch rund fünf Wochen zuvor in dem Artikel „Schöne neue Welt? Schlechte neue Welt? Was den nun?“ die Vorzüge des Qualitätsjournalismus mit Recherchekompetenz gegenüber KI-generierten Texten gepriesen? Der Stein des Anstoßes ist mindestens seit Juni 2025 auf der Website der Initiative Rad-Verkehrswende Hameln öffentlich einsehbar, und wurde nicht, wie der Autor suggeriert, fast unbemerkt zwischen den Feiertagen platziert.
Von seriösem Journalismus ist zu erwarten, dass er einen konstruktiven Diskussionsbeitrag leistet, dass er sich inhaltlich mit der Quelle auseinandersetzt, recherchiert und die Vorschläge analysierend einordnet. Stattdessen fragt der Autor polemisch: „Glaubt wirklich irgendjemand, dass die Autofahrer dann auch nur einen Kilometer weniger fahren“.
Wenn der Autor sich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hätte, hätte er vielleicht herausgefunden, dass in Städten wie Kopenhagen, Paris, den Haag und weiteren niederländischen Städten die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur auch zur Verbesserung der Lebensqualität geführt haben, ohne dass ein Verkehrschaos entstanden ist.
Der Autor suggeriert weiter, dass auf den Brücken gleich mehrere Fahrspuren gesperrt würden. Tatsächlich ist in dem Vorschlag von jeweils einer Fahrspur die Rede, um zu beiden Seiten des Autoverkehrs einen sicheren und für beide Richtungen befahrbaren Radweg zu schaffen. Da der Ring schon jetzt nicht durchgehend vierspurig verläuft, ließe sich auch mit drei KFZ-Spuren pro Brücke eine fließende Verkehrsführung organisieren. Die Stadtteile rechts und links der Weser würden so dichter zusammenrücken, ein Plus an Lebensqualität für uns alle.
Holger Becker, Hameln
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veröffentlicht am 25.01.2026