Gastbeitrag: „Heckenrosenpracht“

Hameln, 28.07.2026: Sibylle Voss schreibt über einen Vorfall in ihrer Straße…


Ein paar Quadratmeter nur und doch so schön! So war es bis vor einigen Wochen in meiner Straße schräg gegenüber. Neben der Einfahrt zum Haus eine üppige Heckenrosenpracht, fröhlich durchwachsen von einigen gelben Blumen. Jedes Mal, wenn ich von zu Hause losging oder zurückkam, blieb ich dort stehen, freute mich am leuchtenden Pink der Rosenblüten, hielt die Nase nah ran und sog den Duft ein. Köstlich. 

Und natürlich achtete ich auf jede Hummel oder Biene, die ihrem Sammelgeschäft nachging und wählte für meine Duftprobe lieber eine weiter entfernte Blüte.

Es stimmt, seit der alte Nachbar, der bis vor zwei Jahren dies Beet gepflegt hatte, weggezogen war, tendierten die Pflanzen dazu, auf den Bürgersteig hinauszuwachsen. Nicht bedenklich (störend, behindernd) wie ich finde, aber man hätte durchaus einige bändigende Schnitte anbringen können. 

Dann dieser Tag – ich verließ das Haus, überquerte die Straße und traute meinen Augen nicht. Alle Pflanzen weit heruntergeschnitten, ein bißchen, sehr wenig, Blattgrün noch vorhanden, keine einzige Blüte. Dafür kann man den Kleinabfall, der dort am Boden liegt, gut sehen.

Wer macht denn sowas?! Eine Augen- und Insektenweide, und sei sie noch so begrenzt, im Sommer auf den Stock setzen?!

Was von einer Nachbarin zu erfahren war: Besuch vom Ordnungsamt sei gekommen und habe die Auswucherungen auf dem Bürgersteig moniert. Nach einer zweiten „Ermahnung“ mag die Hausverwaltung zu dem Schluß gekommen sein, man sollte Nägel mit Köpfen machen. Oder hat es die beauftragte Gala-Firma besonders gut gemeint? 

Als Journalistin hätte ich alle Beteiligten befragt, als Nachbarin hat „es“ mir auch so gereicht. Aber vielleicht sollte ich froh sein – nach dem überall zu beobachtenden Trend Beete zu Stellplätzen hätte es  noch schlimmer kommen können.

Sibylle Voss, 10.07.2026


herral, 28.07.2026

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