Atomstreit – höchst widersprüchliche Meldungen verwirren Gegner wie Befürworter der Atomenergie gleichermaßen.

Hameln, Eigenbericht und Kommentar am Ende: Was und wem soll man heutzutage noch glauben? Aktuell sorgen unterschiedliche Nachrichtenmeldungen für erhebliche Verwirrungen im Weserbergland. Auf der einen Seite freuen sich die Atomkraftbefürworter, auf der anderen Seite sind die Gegner der Kernkraft zutiefst erleichtert.

Aber der Reihe nach. Hier die Meldungen im Einzelnen:

AKW Grohnde geht wieder ans Netz! Behördliche Weisung des Bundeswirtschaftsministeriums führt zum Wiederanfahren des AKW
Grohndes schon am heutigen Tage.

Grohnde, 01.04.2022: Gestern waren es noch Spekulation nach Bekanntgabe von repräsentativen Umfragewerten durch die Chefredaktion der Hamelner Lokalzeitung. Schon heute kam eine Vollzugsinformation. Mit einer knappen Meldung informiert aktuell die Kraftwerksleitung vom Anfahren des Atommeilers in Grohnde, trotz ursprünglich gegenteiliger Absicht des Energieunternehmens. Gut informierte Kreise berichten, dass der Notfall-Anfahrtplan gegen fachlichen Rat aus politischen Gründen veranlasst wurde. Angeordnet wurde zudem unter höchster Geheimhaltungsstufe eine sofortige dezentrale Auslagerung der Castor-Behälter aus dem Zwischenlager.

Der Kraftwerksbetreiber soll laut nicht bestätigter Informationen bis zu 10.000 Euro im Monat für Abstellflächen in abgelegenen landwirtschaftlichen Gehöften bieten. Die Castorbehältnisse sollen getarnt als Strohballen am Feldrand postiert werden. Diese Verlagerung soll ohne ein öffentliches Beteiligungsverfahren aufgrund des potentiellen Anschlagsrisikos auf das Zwischenlager erfolgen. Zudem werden durch das Anfahren des Reaktors schon mittelfristig neue Lagerkapazitäten benötigt. Eine Versorgungsabsicherung mit Kernbrennstoffen wurde kurzfristig vertraglich mit einem Jakutskischen Uranminenbetreiber erreicht. Der derzeit günstigen Rubelkurs gibt Hoffnung auf einen zumindest wirtschaftlichen Brennstoffankauf.

Das Anti-Atomplenum-Weserbergland hat aufgrund der
aktuellen Entwicklung seine für den 28. Mai geplante Abschaltpartie
abgesagt.

Quelle: DAPoHM* vom 1.4.2022



Auf der anderen Seite sorgt eine ganzseitige Großanzeige bei Ebay-Kleinanzeigen für Freude im Lager der Atomkraftgegner:


Gegen Abholung zu verschenken!
Atomkraftwerk im südlichen Niedersachsen ab 31.12.21 gegen Abholzung zu verschenken.

Bildschirmfoto: Anzeigentext – 1.4.2022

Textabschrift: Gut erhaltenes AKW, mit gewöhnlichen Gebrauchsspuren, kostenlos abzugeben:

Baujahr ca.1977 bis 1985, sehr stabile Bauausführung, nur 257 meldepflichtige Ereignisse/Störfälle in den letzten Jahrzehnten/ Störfall-Klasse 0-2. Macht noch richtig Dampf! Da ist das Neue noch nicht von wech. Das Inventar gehört mit zur Schenkung: Etwa 500 Bürostühle, ebenso viele Spinde und ein tip-top erhaltener Atom-Gartenzaun, ca. 5 km lang, mit Nato-Draht obendrauf. Dergleichen günstig noch ein „paar“ abgebrannte Brennstäbe im Castor, diverse im Abklingbecken und etliche im Reaktor. Die gehen aber alle noch ein bisschen, kann man nochmal reinhängen. Der Rest kann besenrein ab dem 31.12.21 übergeben werden. Zugegeben, die Kühltürme sind etwas sperrig, vielleicht sollte man sie als Denkmal stehenlassen und als Aqua Fischfarm nutzen.
Privatgewerbliche Verschenkung ohne jede Gewährleistung. Keine Rückgabe!
Interessenten melden sich bitte direkt beim Pförtner des AKW-Grohnde.

Quelle: DAPoHM* vom 1.4.2022


*DAPoHM = Der alternative Postillion aus Hameln



Meine Meinung:

Es wird immer schwerer sich in Zeiten von sozialen Medien, Fake News und angeblicher „Lügenpresse“ im Nachrichtendschungel zu orientieren.

Natürlich sind beide obigen „Nachrichtenmeldungen“ Nonsens. Genau so, wie auch die vorherige Botenmeldung vom „vollkommen unbekannten eurasischen Maulsteinbeißer“, der sich von Granitalgen und Natursteinmaden ernährt und erhebliche Schäden in Hamelns Fußgängerzone verursacht hat.

Heute ist „World-Fake-News-Training-Day“. Die Meldungen, dass das Anti-Atom-Plenum die Abschaltparty absagt ist genau so falsch, wie die Sanierungskosten der Hamelner Fußgängerzone!

Das mag man lustig finden oder auch nicht. Einmal im Jahr ist es augenzwinkernd erlaubt, den Nachbarn und die Freundin mit Falschmeldungen „in den April“ zu schicken.

Trainingstag zum Erkennen von „Fake-News“ halt.

Ist das 2022 noch zeitgemäß? Schaut man z.B. auf den Telegram-Kanal der Corona-Systemgegner oder auch ab und an in die Tagesschau, so weiß man nicht mehr was man glauben soll. Die Meldungen über den Ukraine-Krieg sind kein Aprilscherz, auch wenn es sich wohl jeder wünschen würde. Über die so offensichtlich verschwurbelten Meldungen, die die Corona-Maßnahmengegner austauschen, kann ich auch nicht lachen. Da fehlt das Datum 1.4. und die Intention des Scherzes.

So gebe ich zum Schluss eine aktuelle Nachricht von Radio Aktiv vom 1.4.2022 weiter:

Mit freundlichen Grüßen

Herral/01.04.2022


Eine kleine Hamelner Aprilscherz-Chronik. Angefangen mit einem Wiederansiedlungsprojekt für Feldhamster im Jahre 2009 bis zur ABF-Gründung 2021 – Hamelner Bote

2 Gedanken zu „Atomstreit – höchst widersprüchliche Meldungen verwirren Gegner wie Befürworter der Atomenergie gleichermaßen.“

  1. Noch `ne Meldung zum 1.April :
    Dass der launige April macht was er will, kann auf Hamelns Basberg heute gut beobachtet werden. Die plötzliche Einkehr des Winters hat eine, auf Durchreise befindliche, Schar Kraniche zur Notlandung auf einer Wiese am „Kranichfeld“ bewogen. Etwa 77 Tiere sind gelandet und warten mit kalten Füßen auf die Weiterreise. Kraniche nutzen seit Jahrhunderten sogenannte Landmarken als Orientierung auf ihrer Reise zu den Brutgebiete in Skandinavien. Der Hamelner Basberg gehört dazu. In jüngerer Zeitrechnung, etwa seit 40 Jahren, ist das AKW-Grohnde eine wichtige Landmarke auf ihrer Reise. Leider eingeschneit und durch mangelnde Restwärme nicht aufgetaut, fehlt momentan ein wichtiger Orientierungspunkt. Umweltschützer fordern deshalb den Weiterbetrieb des AKW, zumindestens im April.
    Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt bittet ihre Bürger, sich nur mit 1,5 m Abstand und FFP2-Masken, die mit einer Möhre als Schnabelattrappe verziehrt werden können, den Zugvögeln zu nähern. Auf eine Fütterung der Tiere mit altem Hunde-oder Katzenfutter, abgelaufenen Meisenknödeln, steinhartem, altem Vollkornbrot, etc., sollte aus Sicht der Fachbehörde unbedingt verzichtet werden. Bleibt der Winter noch im Land, bittet die Stadt Hameln ihre Bürger, geeignete, ungeheizte Notunterkünfte für die Zugvögel an die Verwaltung zu melden! Tel.: Hameln 2020

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