Demonstration gegen den Krieg in Gaza: „Was würdest Du tun, wenn Dein Zuhause in Trümmern liegt und niemand kommt, um Dich zu retten?“

Hameln, 12.07.2025: Rund 100 Personen nahmen am Samstag, dem 12.07.2025, in Hameln an einer Demonstration teil, um auf das Leid der Menschen in Gaza aufmerksam zu machen.

Der Aufzug begann mit einer Kundgebung vor dem Bahnhof. Die Teilnehmenden waren weit überwiegend aus der palästinensischen Community. Politikerinnen oder Politiker aus der Region haben nicht teilgenommen. Geleitet wurde die Versammlung von einer jungen Frau, die gemeinsam mit ihrer Schwester auch die Ansprachen hielt. Berichtet wurde über das Leid der Menschen vor Ort. Es wurde an die Verantwortung der Weltgemeinschaft, aber auch der Deutschen erinnert, das Grauen zu beenden. Appelliert wurde auch, ruhig und friedlich zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen.


Bilderfilm/Impressionen:


Es formierte sich anschließend ein Aufzug, der über die Bahnhofstraße, Deisterstraße, Osterstraße zum Hochzeitshaus führte.

„Unsere Kinder wollen Leben, Israel ist dagegen.“

„Unsere Steuer tötet Kinder“

„Ist die Welt taub und stumm? – Israel bringt Menschen um.“

„Free Free Palestina“

„Es ist kein Krieg, es ist ein Genozid.“

„Hameln was machst du? Kinder sterben, ihr schaut zu.“

So lauteten die Sprüche, die während des Aufzuges bis zur Hochzeitshausterrasse skandiert wurden.

Auf der Hochzeitshausterrasse dann ausführlichere Redebeiträge die Wachrütteln sollten: „Schweigen ist keine Neutralität, sie ist Parteinahme für die Täterseite.“ Die beiden jungen Frauen beschrieben die Ängste und Sorgen der palästinensischen Gemeinschaft, die Verzweiflung und die Träume der Menschen. „Kein Kind sollte beim Spielen Angst haben, getötet zu werden.“ Es wurden die Namen und Geschichten einiger der getöteten Kinder vorgetragen.

„Wären es ukrainische Kinder, würdet ihr Kerzen anzünden.“ So ein eine junger Mann zum Schluss der Veranstaltung.

Anschießend wurden weiße Luftballons in Form von Tauben, beschriftet mit den Namen der getöteten Kinder, steigen gelassen.


Die Reaktionen der Passanten waren meiner Wahrnehmung nach passiv / gleichgültig. Nur wenige blieben stehen. Peinlich die deutlich hörbare Äußerung einer vorbeigehenden Passantin zu ihren erwachsenen Kindern. Sie regte sich auf , dass sie wegen der „sch… Demonstration“ jetzt einen Umweg gehen müsse. Das war kurz nachdem in den Reden als das Leid der Kinder in Gaza thematisiert worden war. (Es war zum Fremdschämen.)

Ansonsten verlief die Veranstaltung nach meiner Wahrnehmung friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Begleitet wurde die Demonstration von drei Einsatzfahrzeugen der Polizei und einem Motorradfahrer.


Persönliche Anmerkung:

Erfahren hatte ich von der Demonstration in einem Bericht der DEWEZET über einen ähnliche Veranstaltung in Bad Pyrmont. Öffentliche Informationen über die Kundgebung habe ich ansonsten nicht gesehen und auch in einer Suche heute im Internet nicht gefunden. Auch kann ich nicht sagen, wer dort gesprochen hat und welche Organisation im Hintergrund die Demo organisiert hat. Angemeldet war sie. In den obigen Beschreibungen kann ich auch nur einen sehr kleinen Ausschnitt wiedergeben. Ein „gelernter“ Journalist könnte sicherlich die Redebeiträge präziser zusammenfassen. Mir war es wichtig, über die Demo an sich zu berichten. Die Betroffenheit der Menschen und die Schilderung der Situation aus ihrer Sicht ist klar greifbar und berührt. Vermisst habe ich in den Reden eine Distanzierung zum Überfall der Hamas auf Israel und die Gräueltaten/Geiselnahmen der Hamas.

herral, 12.07.2025

Ein Gedanke zu „Demonstration gegen den Krieg in Gaza: „Was würdest Du tun, wenn Dein Zuhause in Trümmern liegt und niemand kommt, um Dich zu retten?““

  1. So ist das mit den Demonstrationen: Sie finden innerhalb des eigenen Klientels statt. Wenn man dann nicht öffentlichkeitwirksam ankündigt und mobilsiert war das alles für die Katz. Außer als Belästigung wird eine Demo nicht wahrgenommen.
    Ich hätte wohl teilgenommen, wäre ich informiert gewesen. Es hätte mich interessiert. Ich schließe mich dem Schlusssatz von Ralf an, dass eine Distanzierung von den Greueltaten der Hammas durch Palestina nicht ausgesprochen wurde. Von Israel fehlt Reue und Wiedergutmachung für die Greueltaten Netanjaus.

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