Pressemitteilung B90/Grüne KV HM-PY: Klimaschutz im Weserbergland in Gefahr

Hameln, 13.12.2025: Am 11.12.2025 erreichte mich folgende Info: Landkreis plant drastische Kürzungen für Klimaschutzagentur. Die die Erklärung im Wortlaut:

Hameln, 11. Dezember 2025 – Der Landkreis Hameln-Pyrmont beabsichtigt, seinen jährlichen Beitrag für die Klimaschutzagentur Weserbergland von bisher rund 90.000 Euro auf nur noch 11.400 Euro zu kürzen. Diese massive Reduzierung würde die Arbeit der Agentur, die seit Jahren als zentraler Akteur für regionalen Klimaschutz agiert, massiv gefährden.

Problematisch ist, dass der Landkreis die Fortführung der bisherigen Förderung an die Bedingung knüpft, mehr Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung zu erhalten – dies untergräbt die Unabhängigkeit der Klimaschutzagentur. Damit entstünde eine erhebliche Machtkonzentration beim Landkreis – anderen Gesellschaftern würden so zukünftig Entscheidungen praktisch aufgezwungen.

Die Vorlage zur Kürzung wurde, wie in der DEWEZET vom 09.12.25 zu lesen, kurzfristig nur im Kreisausschuss eingebracht und soll aktuell nicht im Kreistag behandelt werden. Damit wird dem höchsten demokratischen Gremium des Landkreises die Möglichkeit genommen, über diese weitreichende Entscheidung öffentlich zu beraten. „Das ist ein „Angriff“ auf den Klimaschutz und auf demokratische Transparenz“, kritisiert Anna-Lena Wünsch, Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Hameln-Pyrmont. „Klimaschutz darf kein Spielball politischer Machtkalküle sein. Die Bürger*innen unserer Region haben ein Recht darauf, dass über die Zukunft ihrer Klimaschutzstrukturen offen und demokratisch entschieden wird – nicht hinter verschlossenen Türen.“

Die Klimaschutzagentur Weserbergland leistet seit Jahren wichtige Aufklärungsarbeit, berät Kommunen und Unternehmen und initiiert Projekte zur Energiewende. Eine Kürzung in diesem Ausmaß würde nicht nur die laufenden Projekte gefährden, sondern auch das Signal senden, dass Klimaschutz im Landkreis keine Priorität hat. „Statt die Klimaschutzarbeit auszubremsen, brauchen wir jetzt mehr Engagement – für eine lebenswerte Zukunft im Weserbergland“, so Wünsch.

Wie ernst es der Landkreis Hameln-Pyrmont mit dem Klimaschutz meint, zeigte sich erst kürzlich durch Landrat Dirk Adomat eigenmächtige Entscheidung, ohne Rücksprache mit der Politik, sich aus dem für viele Kommunen wichtigen

Emmerauenprojekt zur Renaturierung der Emmer zurückzuziehen.

„Klimaschutz ist Menschenschutz“ mahnt Wünsch, „Wir nehmen es nicht hin, dass zentrale Projekte im Bereich Umwelt- und Klimaanpassung gefährdet werden.“

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Hameln-Pyrmont fordert den Landkreis auf, die geplante Kürzung unverzüglich zurückzunehmen und die Förderung der Klimaschutzagentur in bisheriger Höhe fortzuführen. Zudem muss die Entscheidung im Kreistag öffentlich beraten werden, um Transparenz und demokratische Legitimation zu gewährleisten. 


herral, 13.12.2025


Siehe zum Thema auch:


4 Gedanken zu „Pressemitteilung B90/Grüne KV HM-PY: Klimaschutz im Weserbergland in Gefahr“

  1. Stimmen in diesem Land eigentlich noch die Proportionen?
    Die Stadt Hameln darf nun 19 Millionen, dank millionenschweren Zuschüssen von Bund und Land, auf den Kopf, vielmehr auf das Kopfsteinpflaster hauen. Die Weserpromenade und weitere kleine Maßnahmen sollen Hameln schicker, lebenswerter machen. Feinster Wesersandstein soll Bürgern und Wasserratten vor die Füße gelegt werden. Klimatechnisch und monetär in Zeiten leerer Kassen ein Unding. Das vorfüßende Altpflaster geht trotz gutem Zustand in den Schredder oder auf die Deponie. Einen dringendenden Handlungsbedarf an der Promenade kann ich eigentlich nicht erkennen- wo soll der „return of investment“ liegen? Glücklichere Bürger, die ihre Füße in Salzlake baumeln lassen?
    Nun sind Landkreis, Stadt, Land und Bund unterschiedliche Badelatschen. Wenn nun die Klimaschutz-Agentur WBL neun Zehntel seines Zuschusses in Höhe von knapp 100.000 Euro durch den Landkreis verliert, und eigentlich nicht mehr überlebensfähig ist, sehe ich keinerlei Proportionen öffentlicher Ausgaben. Nur, geschenkte Millionen sind natürlich angenehmer als das eigene kleine Säckel zu öffnen.

    1. Im Kern hast du Recht auch wenn es unterschiedliche Badelatschen sind. Nach meinen Eindruck geht es bei der KSA um Einfluß. Vielleicht wäre es gar nicht schlecht, wenn die Diskussion ein Anstoß wäre, über die Arbeit der KSA einmal kritisch nachzudenken. Wenn ich mich zurückerinnere an unsere Aktionen von 15 Jahren als wir vom BUND die Initiative setzten, die Agentur einzurichten … (Aber das ist eine andere und im Ergebnis dann ehr unerfreuliche Geschichte, lassen wir das.) Wer sich aber für die „Geschichte der Initiierung der Klimaschutzagentur interessiert und sehen will, wer da Akteur war als andere Leute das Problem noch gar nicht erfasst hatte, der findet hier etwas:
      a) http://archiv.bund-hameln-pyrmont.net/themen_und_projekte/klimaschutz/klimaschutzagentur_wbl/
      b) http://archiv.bund-hameln-pyrmont.net/themen_und_projekte/klimaschutz/

  2. Es ist ja nicht so, dass die Gemeinderäte entscheiden könnten, die Fördermittel anders einzusetzen. Der Städtetag hat die „Förderitis“ auch schon vielfach kritisiert. Die Mechanik führt dann dazu, dass Priorität 7 gemacht wird und Priorität 2-6 liegen bleiben, weil Priorität 7 eine große Förderung bekommt und man 1 aus den eigenen Mitteln bezahlt. Wenn die örtlichen Kommunen die Fördermittel nicht nutzen, dann nutzen es halt andere Kommunen oder die Mittel bleiben offen und werden dann mit einer erneuten Pressemitteilung im nächsten Jahr wieder angekündigt.

    Zur Pressemitteilung:
    Es ist falsch, dass der Landrat schlechter demokratisch legitimiert wäre. Der Bundestag ist besser legitimiert als der Kanzler. Das ist auch eine Lehre aus der Weimarer Reichsverfassung. Bürgermeister und Landräte sind direkt gewählt und damit besser legitimiert als ein Mitglied der Vertretung.

    Zur Frage der Prioritäten:
    Die Bürger haben sehr deutlich gesagt, dass die Einbindung der Weser die Top-Prio ist. Natürlich kann eine Vertretung oder einzelne andere Bürger das anders sehen.

    https://ris.hameln.de/ris/hameln/agendaitem/details/4969

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