Die AfD im Mercure Hotel Hameln – Wahlkampfauftakt – Kurzbericht:

Willi Brand wollte „Mehr Demokratie wagen“. Herr Emden tritt für die AfD mit dem Motto „Neues wagen“ – „Die kompetente Alternative“ zur Landratswahl im Weserbergland an. Der parteieigene Wahlkampfauftakt war am 6.2.2020 im Mercure Hotel Hameln. Ich war dabei und wollte mir ein eigenes Bild machen. Kurzbericht:

Rund 130 Menschen waren erschienen. Gut 20 mussten an den Rändern des Saales in der ersten Etage des Mercure in Hameln stehen. Unter den Zuhörern waren rund 20 junge Menschen, rund 30-35 Frauen. Der Zugang war nach einem Sicherheitscheck mit Frage nach Waffen und oberflächlichem Abtasten ungehindert möglich. Von den Medien waren DEWEZET, Radio Aktiv und der NDR-Hörfunk vertreten. Es erfolgte eine deutlich sichtbare Videoaufzeichnung der gesamten Veranstaltung, wohl in Regie des Veranstalters. Fotoaufnahmen, auch vom Publikum, wurden von mehreren Personen gefertigt.

Die Veranstaltung dauerte zwei Stunden. Es begrüßte die örtliche AfD Kreistagsabgeordnete mit einer Ansprache von 5-10 Minuten und lokalem Bezug. Sie thematisierte den „tausendfachen“ Kindesmißbrauch von Lügde und div. andere lokale Themen, bevor zum Landratskandidaten übergeleitet wurde. Herr Emden sprach ca. 30 Minuten, stellte sich vor und schilderte seine ersten Eindrücke vom Wahlkampf. Es gab von ihm ein ausdrückliches Lob an die Presse für die faire Berichterstattung. Er verwies auf die Vielzahl von Podiumsdiskussionen, zu denen er auch als Kandidat eingeladen sei. Einzig der DGB würde hier eine Ausnahme machen. Zwar gäbe es einen anderslautenden DEWEZET Bericht, aber eine Einladung habe er nicht erhalten. Er beschrieb dann die Anfeindungen im Landtag und an anderer Stelle und seine Motivation in die Politik zu gehen, um Demokratie zu leben. Er redete betont sachlich, durchaus rhetorisch geschickt und vermied stark polarisierende Aussagen. Aufhorchen ließ lediglich seine Feststellung, dass er in der AfD keinen einzigen Rechtsextremisten kennen würde und es so etwas in der gesamten Partei auch nicht geben würde. Ansonsten gab es die wohl auch in anderen Parteien üblichen Spitzen im Rundumschlag an alle anderen politischen Gegner. Die Angriffe gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, das politische System, die Klimagreta etc. wurden eher zurückhaltend vorgetragen. Man muss diese Ansichten nicht teilen. Bei mir kam subjektiv der Eindruck auf, das Herr Emden eher sachlich/vorsichtig als „Wolf im Schafspelz“ agiert.

Es folgte eine professionelle Rede des AfD Europaabgeordneten und Bundessprechers Herrn Meuthen mit den typischen AfD Positionen. Auch hier ein ruhiger, rhetorisch zugespitzterer Vortrag, der bei allen Zuhörern im Saale (außer den Journalisten und den Sicherheitsleuten, die sich zurückhielten) zu deutlichem Beifall führte. Die Zuhörer waren augenscheinlich ausschließlich AfD Sympathisanten. Leute, die sich mit Beifall zurückhielten, waren für mich nicht feststellbar.

Von der Gegendemonstration habe ich nur am Rande etwas mitbekommen. Es sollen sich nach Zeitungsmeldungen wohl insgesamt 120 ausnahmslos friedliche Protestler am Rande des Rathausplatz eingefunden haben, um gegen die Veranstaltung zu protestieren. Im Umfeld des Mercure waren mehrere Mannschaftswagen der Polizei postiert.

Ralf Hermes, 6.2.2020, 23.10 Uhr / leicht aktualisiert am 7.2.2020

Uptate: 7.2.2020:

Die DEWEZET berichtet am 7. Februar auf Seite 1 des Hamelnteils umfangreich zu den Inhalten der Rede von Herrn Emden. So wie Herr Fisser dort berichtet, habe auch ich die Veranstaltung in den Kernaussagen wahrgenommen. Link zum Abo-Artikel:

https://www.dewezet.de/region/hameln_artikel,-landratskandidat-niemand-in-der-afd-ist-rechtsextrem-_arid,2604905.html

Kurzkommentar:

Es ist schwierig, über eine Veranstaltung zu berichten, deren Grundauslegung den eignen Werten und Anschauungen entgegensteht. Ein „objektiver“ Bericht ist so nicht möglich. Dazu muss man stehen und das sollte man auch als Leser hier wissen. Für mich ist die örtliche Facebookseite der AfD Weserbergland absolut entlarvend: Die Art, wie hier berichtet wird, zeigt die Nähe zum Höcke-Flügel. Wenn der AfD Landratskandidat auf seinem Flyer für gerade diese Facebookseite Werbung macht, dann ist das bezeichnend. Ich verlinke diese Seite nicht, wer sucht findet sie aber recht einfach. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Auch interessant – die mit Anzug gekleideten Jugendlichen/jungen Menschen waren Besuch von der AfD Hannover.

Ralf Hermes, 7.2.2020, 06.45 Uhr

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