Bückebergführung mit Bernhard Gelderblom.

Bückeberg/Emmerthal, 05.03.2022: Auf Einladung des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte nahmen heute 11 Menschen an einer Führung mit Bernhard Gelderblom über den Lern- und Erinnerungsort Bückeberg teil.

Ein Kurzbericht mit Bildern:


Mit dem Rad fährt man gemütlich gut 35 – 40 Minuten von Hameln zum Bückeberg. 10 Minuten braucht man vom Fahrradparkplatz unten am Berg hoch bis zur ehemaligen Zuschauertribüne auf der Bergkuppe. Es war kalt und klar und der Morgen bot freie Sicht über das Weserbergland.

Oben angekommen begrüßte Bernhard Gelderblom die Gäste und erläuterte zunächst das Ausstellungskonzept mit dem Kerngedanken, behutsam und nicht rekonstruierend einen Lernort zu entwickeln. Es handele sich nicht um eine Gedenkstätt,e sondern um einen Propaganda-, ja, Täterort. Der Lern- und Erinnerungsort biete die Möglichkeit, das Agieren der Nationalsozialisten in Bezug auf Emotion, Massenbeeinflussung, aber auch Kriegsvorbereitung zu erläutern.


Mit dabei war der Geschäftsführer Alexander Remmel, der zwischendurch seine Rolle und Aufgabe erläutert und gleichfalls Führungen, z.B. auch für Schulklassen, über das Gelände anbietet. Die Grundkonzeption sieht einen offenen Lernort vor, der faktisch 24 Stunden am Tag zu besuchen ist. Es gibt keine Zäune, keine Zugangsbeschränkungen. Auch sei, so Gelderblom, eine Führung an sich nicht erforderlich. Die Tafeln und Bilder verdeutlichen in drei verschiedenen Arten die Geschehnisse.

Zu Beginn gibt es neben den Grunderläuterungen auch eine Beschreibung in „leichter Sprache“. Diese solle sich bitte jeder einmal durchlesen. Hier werde der Kern klar. Auf dem „Tribünenweg“ folgten dann ausführlichere Stichworte für einen schnellen/kurzen Überblick.

Der Weg bergab über die verschiedenen Themeninseln bietet den Besuchenden mit Zeit die Möglichkeit, sämtliche Aspekte nicht nur zu erlesen, sondern durch den Eindruck vor Ort intensiv wahrzunehmen.

So ging es dann auch den Teilnehmenden. Die Klarheit der Aussicht war das eine, das Gefühl für den gebauten Berg das zweite. Persönlich bin ich neben Texten und Bildern ein großer Freund des gesprochenen Wortes bzw. des Zuhörens. Bernhard Gelderblom erläuterte Hintergründe und verknüpfte mit Geschichten über das Zustandekommen des Wissens, die so auf den Tafeln nicht wiederzugeben sind. Insofern sind Führungen über das Gelände noch tiefgehender. Ferner ermöglichen sie je nach Gruppe und Interessenlage ein Fokussieren auf wichtige Aspekte des sehr breiten Themenspektrums. Auf Einzelheiten möchte ich hier gar nicht eingehen, sondern mit einem doppelten Fazit enden:

  1. Ein Besuch des Lernortes lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Die Aussicht, die Inhalte der Tafeln sowie deren didaktisches Konzept sind ein Gewinn.
  2. Eine Führung mit den Gesprächen, auch in der Gruppe und auf dem Weg zwischen den Themeninseln, ist dann die Krönung.

Der Lernort ist im Rahmen einer Gruppenführung gerade auch eine Einladung, miteinander zu reden.

05.03.2022/herral

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