Gastbeitrag: „Einigkeit zwischen Radikalen und Populisten“

Hameln, 13.07.2025: Günter Bialkowski schreibt über existenzielle Not für Pflegebedürftige, die „die Finanzierung ihres Alltags“ kaum mehr stemmen können und richtet einen Apell an die DEWEZET:

Sehr geehrte Eva Quadbeck,

Ihr Leitartikel in der DWZ in allen Ehren, aber ist diese reisserische Überschrift gerechtfertigt? Sie hätten doch einfach die Frage beantworten können, warum diese Einigkeit überhaupt zustande kommt. Und dann die Unterschiede herausarbeiten können. Der Leser würde es Ihnen danken.

Mir ist ein Satz von Ihnen haften geblieben. „Die Regierung hat sträflich unterschätzt, dass vor allem auch die Bürger bei der Finanzierung ihres Alltags unter Druck sind.“ Was dann kommt ist richtig, aber nicht ausreichend! Die DWZ in ihrem wirtschaftsliberalen Ansatz setzt sich vehement für die Nöte der Unternehmen ein. Was ich und wohl auch viele Bürger befürworten, Beispiel Strompreis. Doch auch hier hat die Regierung Fehler begangen, in dem sie handwerkliche Branchen nicht entlastet.

Insgesamt fällt auf, dass die Bürger im unteren und mittleren Einkommenslevel und viele Rentner in Ihrem Beitrag zu kurz kommen! Wer, wenn nicht eine Heimatzeitung könnte die existenzielle Notlage vor Ort dieser Menschen besser beschreiben als die DWZ. Viele Menschen wissen gar nicht, was auf sie zukommt, wenn sie z.B. einen Pflegeplatz benötigen. Und viele, die heute einen Pflegeplatz haben - kommen mit den Eigenleistungen nicht mehr klar, weil die Renten selbst nach 45 Berufsjahren das nicht hergeben! Hier ist die existenzielle Not, „die Finanzierung ihres Alltags“ kaum mehr zu stemmen, liebe Frau Quadbeck. An dieser Stelle wird unsere Zweiklassen-Gesellschaft beschämend deutlich! Ganz zu schweigen davon, dass selbst die kleineren Heimträger mit ihren Kosten kaum mehr zurecht kommen und im Gegensatz zu den großen kapital-unterfütterten Anleger-Ketten sogar Gewinne abgreifen. Alles das lässt unser Sozialrecht zu.

Ich frage mich, warum macht sich die DWZ bei soviel Notlage nicht zum Anwalt dieser Gruppen in unserer Gesellschaft, hat sie vielleicht die Nähe zu diesem Teil der Menschen verloren? Sie berichtet zwar, aber häufig ohne Tiefgang und ohne Tacheles! Dabei werden Ungerechtigkeiten immer deutlicher. Warum habe ich in der DWZ z.B. noch nie einen Beitrag gelesen, der sich mit der Frage beschäftigt, warum die Altersfürsorge nicht längst im GG verankert ist? Ein Thema, welches bei unserem heutigen Alterssprung, wir werden alle immer älter, höchste Priorität beigemessen wird. Doch niemand verweist hier auf notwendige Reformen. Bei uns regeln nach wie vor „nachrangige Gesetze und Sozialleistungen die Altenfürsorge“. Ich finde, hier könnten die DWZ und ihre Kommentatoren den Parteien und der Bundesregierung mehr Druck machen. Alle Regierungen vorher haben hier zu lange weggesehen.

Es ist zu hoffen, dass alle beteiligten darum wissen, dass sich hier der tiefe Misstrauensgraben zwischen oben und unten in unserer Demokratie gerade sehr vertieft! Und das spielt den Ultra-Rechten in die Hände. Ich appelliere deshalb an die neue Bundesregierung, der Koalition der Willigen und ganz besonders an unsere Bundestags-Abgeordneten unseres Wahlkreises, verankern Sie die Altenfürsorge ins Grundgesetz, nur durch einen Rechtsanspruch bekommt jeder unbesehen von sozialem Status und Vermögen einen Heimplatz garantiert. Es geht um Gerechtigkeit, die heutige
Altengeneration hat diesen Staat aufgebaut, hat den Wohlstand erarbeitet der uns den Millionen-Zuzug von Menschen in Not finanzieren lässt. Diese Wohlgesinnung der heimischen Bevölkerung droht zu kippen. Sorgen Sie dafür, dass unsere betagten Alten auch im Alter gut versorgt sind. Mit der derzeitigen Gesetzgebung sind sie es nicht.

Günter Bialkowski

herral, 13.07.2025

2 Gedanken zu „Gastbeitrag: „Einigkeit zwischen Radikalen und Populisten““

  1. Bitte in Zukunft Datum und Titel des Artikels in der Dewezet, auf den sich der Kommentar bezieht, nennen. Das wäre hilfreich, um das in der entsprechenden Ausgabe nachschlagen zu können. Wir haben zwar ein elektronisches Abo, lesen es aber nur selten…

    In der Sache haben Sie bestimmt recht. Meine Schwiegermutter muss monatlich 2.300 € im Seniorenheim an Eigenleistung zuzahlen. Sie muss dafür teilweise auf ihre Ersparnisse zurückgreifen, die nicht besonders hoch sind.

  2. Hallo Birgit, das mit Datum und Titel mache ich zukünftig. Hast recht. Der Beitrag war am 10. Juli , Seite 2, Einigkeit zwischen Radikalen udn Populisten von Eva Quadbeck.

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