Hameln, 24.03.2026: Früher war die Zeitung voll damit. Berichte über die Jahreshauptversammlungen der lokalen Vereine, Feuerwehren, Kaninchenzüchter, Kleingärtner und vieles mehr. Mittlerweile gibt es das nicht mehr. Berichte über Versammlungen der Vereine in der Lokalzeitung sind Geschichte. „Interessiert niemanden – wird nicht geklickt (gelesen)“ so die These der Chefredaktion. Stattdessen gibt es Telefonjournalismus und Meldungen über „Influencer“, meist Menschen, die irgendwann mal in Hameln geboren wurden und jetzt woanders lebend irgendwie im Internet oder sonst wie erfolgreich sind.
Aber zurück zum Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V.. Ein „Miniverein“, der zusammen mit seinem Vorsitzenden Bernhard Gelderblom herausragendes für unserer Region leistet. Gegründet wurde er im Jahr 2010 und es geht ihm um die Kultur und Pflege der Erinnerung in unserer Stadt und in unserer Region. So kann man es auf der Vereinshomepage nachlesen.
Die Jahreshauptversammlung 2026 verlief vollkommen unspektakulär. Keine Wahlen, Jahresberichte, Haushaltsplan, Zukunftsplanung, Finanzen usw.
Der Vorstand wurde von den etwa 15 teilnehmenden Mitgliedern einstimmig entlastet. Es gab einen Austausch über Anregungen zu möglichen Aktivtäten in der Zukunft.
Bernhard Gelderblom hielt noch einen kurzen Vortrag über die jüdische Synagoge in der Bürenstraße und die Entstehung des Models, welches jetzt neben der Tourismusinfo steht.
Nach etwas mehr als 2 Stunden war ein kurzweiliger, informativer Abend dann vorbei.
Warum ich darüber berichte? Es ist eine stellvertretende Wertschätzung für alle Menschen in unserer Region, die ehrenamtlich ihren Einsatz für die Gesellschaft leisten. Die einzelnen Hauptakteure wie hier Bernhard Gelderblom hätten nicht die Möglichkeit so zu handeln, wenn es im Hintergrund nicht Menschen im Verein gäbe, die die Kasse verwalten, ein Protokoll führen und im Vorstandsteam sich untereinander bestärken, beraten und helfen. Der Jahresbericht des Vereines ist ein Zeugnis für das Engagement.
Die Vereinsarbeit ist eine Säule unserer Demokratie und fußt selber auf demokratischen Kontrollrechten und Informationspflichten des Vorstandes gegenüber den Mitgliedern. Eine Selbstverständlichkeit bei uns. Vielleicht ist es aber auch nur „Bürokratie“, die abzubauen ist? Ein starker Mann im Verein bestimmt wo es hingeht, könnte doch auch reichen?
Es ist schade, das unsere gelebte Vereins-Demokratie nur noch selten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit findet. Nichts ist selbstverständlich.
Hier ein Überblick über die Aktivitäten des Vereins 2025 im Spiegel der Berichte beim Hamelner Boten:
Zur Homepage des Vereins:
https://www.geschichte-hameln.de/index.php
Herral, 24.03.2026