Eine (andere) Reflexion zum Buch 40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ 1977 – 2017

Verlag Jörg Mitzkat, Texte und Bilder zusammengestellt von Bernhard Gelderblom

Über die Gewalt am Bauzaun Grohnde vor 40 Jahren und die persönlichen Gedanken dazu heute.

Vorbemerkung:

So sehr ich das Buch von Herrn Gelderblom unterstütze, so wenig teile ich die Aussagen von Herrn Seidl in seiner Reflexion am Ende des Buches (ab Seite 226). Ich möchte dazu mit diesen Zeilen eine anderes Fazit als Gegenposition zur Diskussion anbieten.

Kernaussage / Fazit:

Das Handeln der gewalttätigen Atomkraftgegner am Bauzaun im Rahmen der sog. „Schlacht“ um Grohnde hat den Zielen der Anti-AKW Bewegung in der Region und insgesamt schwer geschadet. Die „Wende“ im Atomstreit brachten nicht alleine die Katastrophen von Tschernobyl oder Fukushima, sondern insbesondere die unermüdliche, einfallsreiche, oft unspektakuläre, aber insbesondere friedliche und fachliche Aufklärungsarbeit der verschiedenen Verbände, Gruppen und Bürgerinitiativen, die über Jahrzehnte die Akzeptanz für den Atomausstieg schufen. Das Abschalten der Atomkraftwerke in Deutschland erfolgte trotz, nicht wegen der militanten Aktionen

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Beschlossen: Neue Aral- (statt Jet)-Tankstelle an der Fischbecker Landstraße (B 83) (Gelände Gärtnerei Rosenbusch)

Hameln: Naturschutzfragen und die Bestandssicherung kleinerer Unternehmen waren ohne besondere Bedeutung. Die lokalen Medien berichten nicht. Hier wurde noch ohne gültigen Bebauungsplan ein Naturgrundstück abgeholzt, um eine neue Benzin/Diesel-Tankstelle zu bauen. Diese wird geplant, obwohl im unmittelbaren Umfeld zwei Tankstellen (eine davon historisch eine der ältesten Anlagen Deutschland) vorhanden sind.

Der Bebauungsplan Rr. 755 (Wilhelm-Lampe-Straße) wurde in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschuss am 21.August 2019 mit elf Ja- und zwei Nein-Stimmen beschlossen. Laut Protokoll äußerten sich Sven Kornfeld und Herr Pfisterer kritisch, Herr Zemlin begrüßte die geplante Tankstelle.

Die DEWEZET berichtete nicht über diese Entscheidung bzw. Bedenken, Risiken, Landschaftseingriffe etc. (#dewezetkorrektiv) obwohl es hier diverse kritische Anknüpfungspunkte gegeben hätte. Andere Vorberichte zu den Planungen waren wohlwollend für das Neubauprojekt Tankstelle gefärbt. Obwohl die Planungen eine erhebliche Gefährdung für die unter denkmalschutzstehende Tankstelle in Wehrbergen bedeutet, titelte der Druckausgabe der Zeitung in einem Bericht vom 26. August 2019 „Konkurrenz belebt das Geschäft“ Oder droht einer der ältesten Tankstellen Deutschlands das Aus? Inhaber Wilde: „Wir müssen´s abwarten“

Im Vorfeld hatte ich 2016 damals noch für den BUND eine Stellungnahme abgegeben. Alle Bedenken wurden in der Begründung zum Bebaungsplan negiert. Selbst die aktuellen Anmerkungen der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hameln fanden keine Berücksichtigung. Auch die illegalen Rodungsarbeiten am nordwestlichen und nördlichen Rand des Plangebietes im Februar 2019 fanden keine Aufmerksamkeit in Medien oder laut Protokoll in der Diskussion der Politik.

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Upnor geöffnet – Weserfreizeitpark als Plan

„Direkt an der Fischbecker Landstraße (B83) liegt der ehemalige Wasserübungsplatz der Briten. Auf rund 22,8 Hektar Fläche erstrecken sich Grünflächen, betonierte Fahrstreifen und sogar Slipanlagen für den Weserzugang. Großartige Bebauung gibt es auf dem Upnor-Gelände allerdings nicht – und wird es auch nie geben. Denn Upnor liegt im Überschwemmungsgebiet der Weser. “ So heißt es auf der Internetseite der Stadt Hameln. Neu ist, dass das ehemals eingezäunte Gelände jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Hier gibt es Fotos und weitere Infos:

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„Wenn wir aus dieser Gleichgültigkeit ausbrechen, kann die Vergangenheit mit all dem Grauen, das sie enthält, ein Schutzschild für die Menschheit werden.“

Mahnwache in Hameln, 13.10.2019 aus Anlass eines Anschlages auf die jüdische Synagoge in Halle mit zwei Todesopfern und zwei verletzten Menschen.

Rund 300 Menschen versammelten sich auf der Bürenstraße in Höhe der jüdischen Synagoge um der Opfer des Anschlages vom 9. Oktober in Halle zu gedenken. Für die Stadt Hameln sprach Bürgermeister Paschwitz. Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, für die Frau Pastorin Brendel einige Gedächtnisworte sprach. Es schloss sich der Danke der Rabbinerin der Hamelner Gemeinde an, die noch sehr anschaulich den heutigen jüdischen Festtag erläuterte und Interessierte einlud, im Anschluss an den Festakt dazuzukommen.

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„Haben Sie dich also doch kleingekriegt.“ Persönliche Worte zum Rückzug von Tjark Bartels.

Lieber Tjark,

ich kann nur sagen wie leid es mir tut, was man mit Dir gemacht hat. Ich bin wütend, enttäuscht und schäme mich, dass es nicht gelungen ist, Dir besser zur Seite zu stehen. Mein Bild von Dir: Du bist (warst) ein Landrat mit Ecken und Kanten. Nicht alles was du getan oder gesagt hast war gut, aber sehr vieles. Du bist angeeckt, aber vor allem hast Du etwas bewegt. Du warst mutig auch bei unpopulären Themen (Flüchtlinge, Bückeberg) und vor allem offen, transparent und ehrlich. Du hast Dich von Autoritäten (und autoritären Menschen) nicht einschüchtern lassen und bist, und das war aus meiner Sicht ein Baustein für dein Verhängnis, vor der Zeitungschefredaktion hier nicht zu Boden gekrochen. Dafür hat man nach Kräften daran gearbeitet Dich kleinzukriegen. Nicht nur im Fall Lügde.

Dass Dein Körper und Geist dem Trommelfeuer der Hetzer im Internet und der „etablierten“ Hintergrundakteure mit den bekannten Folgen nicht mehr standhalten konnte, ist ein zu akzeptierender Fakt. Dass Du die Reißleine ziehst, ist richtig. Das bist Du Deiner Familie und dir selber schuldig und ist auch typisch für Dich. Konsequent und gradlinig. So mein Bild von dir.

Zur Klarstellung nach außen: Wir waren keine „engen“ Freunde, hatten über die Jahre

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Die Rückzugsrede von Tjark Bartels, erkrankter Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont (Auszug Medien)

Der genaue Wortlaut der Medienkritik von Tjark Bartels lautet:

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DEWEZET „erbittet“ Gegendarstellung bei Radio Aktiv:

Machen Sie sich selbst ein Bild vom Sachverhalt:

radio aktiv gesendete am 4.10.2019 um 07:20 Uhr:
Hameln: Radio-aktiv hat am 18. September ein zusammengefasstes Interview mit dem Ersten Stadtrat Hermann Aden gesendet. In diesem Beitrag ging es um die Entwicklung des Fahrradverkehrs in Hameln. Den Beitrag haben wir mit den Worten „In Hameln beispielsweise ist laut unserer Tageszeitung in den letzten Jahren so gut wie gar nichts passiert“ eingeleitet. Dadurch fühlt sich der zuständige Dewezet-Redakteur in ein falsches Licht gerückt und hat uns um eine Gegendarstellung gebeten…
listen.radio-aktiv.de/beitraghoeren.php?id=31756

Da wächst was: #werderbau

Auf dem Hamelner Werder entsteht derzeit ein dreigeschossiges Bürohaus mit drei Wohneinheiten auf 2.500 Quadratmeter Fläche. Bauherr ist Christoph Kerstein (Pharma Hameln plus). Das ausführende Architektenteam komm aus Hameln (fsvs-Architekten). Das Grundstück gehörte den Stadtwerken Hameln, die es verkauft haben. Die Politik hat auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes verzichtet. „Eine Notwendigkeit, einzugreifen, „wurde weder fachlich noch politisch gesehen“. Die Einflussnahmemöglichkeit wäre allerdings auch begrenzt gewesen. (DEWEZET vom 22.06.2018). Im Vorfeld hat es Überlegungen mit einer wesentlich höheren Bebauung gegeben.

So stellt sich die Bausituation am 3.10.2019 dar:

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Baumfällung und Grundstücksgestaltung in Hameln

Keine Baumschutzsatzung, kein Schutz. Fällung einer laut hier vorliegenden Infos äußerlich völlig gesunden, sehr stattlichen Blutbuche im September 2019. Der gefällte Baum soll einen äußerlich sehr gesunden Eindruck gemacht hat. Vielen Dank für die Infos dazu.

Solche Baumfällungen sind in Hameln zulässig, wenn es sich nicht um einen explezit als Naturdenkmal festgelegten Baum handelt. Das aber sind nur sehr wenige.

Habe mir dann am Tag der Deutschen Einheit selber ein Bild gemacht.

An dem Tag, an dem eigentlich alle Menschen einen Baum pflanzen sollten. Nicht nur die Baumfällung in einer Zeit, wo überall sterbende Bäume zu sehen sind, macht mich betroffen. Auch diese Abschottung mit Plastikmauern als Form der „Gartenkultur/Grundstücksgestaltung“ ist ein trauriger Zeittrend. Alles hier ist nach derzeitiger Rechtslage absolut zulässig.

Kommentar:

„Mauern wir uns jetzt in Hameln mit grauen Plastikstreifen ein? Was für ein Geist steckt hinter dieser leider auch in Hameln immer mehr zunehmenden Abschottung. Nicht gesehen werden, aber auch selber nichts mehr sehen. Abmauern! Nachbarschaft? Grünverantwortung? Fehlanzeige. Wie kann man sich öffentlich nur so darstellen. Eigentlich ein schönes Haus. „

Ralf Hermes

Nachtrag: Ich hab den Beitrag noch mal verändert und die konkrete Ortsbeschreibung rausgenommen. Es spielt keine Rolle, um welches Haus, welche Menschen es sich konkret handelt. Es geht um das Grundprinzip und die Frage, wo die Grenze ist zwischen Eigenwohl und persönlicher Freiheit und Gemeinwohl und Gemeinnützigkeit ist. Das mag jeder persönlich sehr unterschiedlich bewerten.

Zu dem Thema Stadtbäume gibt es hier eine ausgesprochen lesenswerten Beitrag:

https://neuelandschaft.de/artikel/die-kultur-der-strassenbaeume-12099.html